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Review: Harlan Cage
 
DOUBLE MEDICATION TUESDAY

Album:
 DOUBLE MEDICATION TUESDAY, 1998, MTM

Stil:
 Melodic Rock, AOR

Wertung:
 6,5 von 7
6,5 von 7 Punkten
 U.B., 30.11.2007

Review:
 Nach dem Debüt, was einfach den Namen der Band trug, ist DOUBEL MEDICATON TUESDAY der zweite Streich der ehemaligen Fortune und Big City Musiker Larry Greene Vocals und Roger Scott Craig Keyboards. Während auf dem Erstling die beiden sonst nur Studio Musiker um sich geschart hatten, ist inzwischen mit Billy Liesegang Gitarre, Jamie Carter Bass und Michael Lawrence eine richtige Band angetreten den Melodic Rock Fans ihre Medizin zu verabreichen. Verstärkt wird das Quintett durch mehrere Gastmusiker. Abermals erscheint das Cover recht seltsam. (der Titel nicht minder) Was auch auf die 1999 erschiene Scheibe FORBIDDEN COLORS zutrifft. Das Artwork schielt garantiert nicht nach dem Geschmack der Masse. Aber genauso wenig wie der Umschlag eines Buches etwas über den Inhalt aussagt, sollte man vom Cover voreilige Schlüsse auf die Qualität der Musik schließen. Im Fall Harlan Cage verwandelt sich nämlich das hässliche Entlein in einen stolzen Schwan der sich elegant in den AOR Himmel erhebt. Wer Ten, Steelhouse Lane und Magnum nicht abgeneigt ist, wird garantiert auch an Harlen Cage viel Freude haben. Denn eines kann ich versprechen, die Medizin schmeckt gar nicht bitter.

"Blow Wind Blow" reist einen sofort mit. Eine Melodie die ins Ohr geht und beide Füße im Takt wippen lässt. Larry Greens angenehm markante, gut akzentuierte Stimme ist unverwechselbar. Dezente Keyboards die sich teils mit Liesegangs Gitarre duellieren versetzen den Hörer unmittelbar wie auf einer Zeitreise in die glorreichen 80er.
"Halfway Home" startet nach Keyboard Intro mit harten Drumschlägen dazu rifft die Gitarre. Der stampfende Rhythmus ist härter als beim ersten Song. Der Refrain ist wie eine Bluttransfusion für jeden müden Melodic Rock Fan, elektrisierend, eingängig, vitalisierend. "Lola`s in Love" ist ein schnörkelloser Rocksong. Aggressive Gitarre und kurze gefühlvolle Keyboardanschläge werden begleitet von dumpfem Bass.
"Solitary Dance" ein ruhiges Lied ist nicht ganz so überzeugend wie die Vorgänger. Zwar klingen die Gitarren gut aber die typischen Wechsel zu den Keyboards vermisse ich hier. Da haben die anderen Songs bedeutend mehr Drive.
"My Mama said", vom Titel bestimmt nicht der Knüller, aber von der Musik her mehr als überzeugend, ist eine wunderbare Halbballade. Toll die Vocals von Greene der das Thema unglückliche Liebe Herz- Schmerz gefühlvoll rüberbringt. Ja, hätten wir doch darauf gehört was unsere Mutter uns erzählte, dann hätten wir uns nicht zu einem Sunday Clown gemacht. So sollte der Titel ursprünglich heißen.
Das Harmonika Intro von "Dearborn Station", erinnert auf frappante Weise an den Anfang von Supertramps "School". Der Song ist eine neue Version, ursprünglich von Green und Craig schon auf einem Fortune Album eingespielt. Ruhige Phasen werden abgelöst durch den stampfenden Chorus. Auf ein schönes Gitarrensolo folgt ein Drum und Bass betonter Abschnitt.
"Defent this Heart of mine" hat anfangs ebenfalls die Drum- und Bass Dominanz. Eine starke Melodie, der Chorus ein Knaller, man ist dem Melodic Rock Himmel ganz nah.
"Restless Heart", noch ein Gänsehautsong, wird eingeleitet mit sanften Gitarren- und Keyboardklängen, legt dann aber an Dynamik deutlich zu. Atmosphärisch Greenes Gesang. Gastmusiker am Bass Don Cromwell darf in den ruhigeren Abschnitten den Viersaiter nach allen Regeln der Kunst bearbeiten. Das wummert, dass es eine wahre Pracht ist. Toll ist auch die immer wieder nach dem Refrain einsetzende Gitarre.
Was soll man zu "Lights out for Loosers" groß sagen, noch ein Beweis für die große Klasse der Musiker. Nach getragenem Keyboardklang haben die Rhythmusinstrumente ihren Auftritt. Auch die Gitarre bekommt oft Gelegenheit mit einem Solo zu glänzen. Ein Lied, das bei mehrfachem Hören noch wächst.
"As you are" bringt ein Saxophon (Robert Kyle) ins Spiel. Erinnerungen an Gerry Raffertys "Baker Street" werden wach, sanft und schmeichelnd klingt es. Das Saxophon setzt tolle Akzente. Bei diesem Song schmilzt jedes Frauenherz wie Butter unter dem Schneidbrenner. Garantiert!
"Turn up the Radio" drückt das Gaspedal wieder ein ganzes Stück Richtung Bodenblech. Wer hier still sitzen bleiben kann ist entweder stocktaub oder völlig unmusikalisch. Das ist Doping pur für jeden Melodic Rock Anhänger. Der Song prescht vorwärts und steigert sich mehr und mehr. Lead und Rhythmusgitarre entfesseln einen Melodic Orkan.
"Joker on the Kings Highway" ist zu Beginn melancholisch und wird getragen von Gitarre und dezentem Keyboard. Dann, fast unmerklich wird es Stück für Stück schneller und klingt schließlich verdammt druckvoll aus den Boxen. Die Gitarren fetzen los und lassen einen nach Luft schnappen.

Fazit: Hier wird feiner Melodic Rock Sound mit 80er Jahre Feeling geboten, eine leckere Medizin die ich nicht nur dienstags gerne einnehme. Außer einem beschleunigten Puls, wohligen Schauern auf dem Rücken und leuchtenden Augen, brauchen Fans dieser Stilrichtung, auf bei erhöhter Dosis nicht mit anderen Nebenwirkungen zu rechnen.

Anspieltipps:
 Es fällt mir schwer einzelne Songs hervorzuheben, dazu ist das gesamte Album zu stark. "Blow Wind blow", "Dearborn Station", "As you are" und "Turn Up the Radio" funkeln vielleicht noch etwas heller am AOR Himmel als der Rest.

Titel-Liste:
 
  1. Blow Wind Blow
  2. Halfway Home
  3. Lola`s in Love
  4. Solitary Dance
  5. My Mama said
  6. Dearborn Station
  7. Defent this Heart of mine
  8. Restless Hearts
  9. Lights Out for Loosers
  10. As you are
  11. Turn up the Radio
  12. Joker on the Kings Highway

Laufzeit:
 47:24 Min.

Band-Infos:
 
  • www.harlancage.com 


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