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Review: Harmony
 
CHAPTER II: AFTERMATH

Album:
 CHAPTER II: AFTERMATH, 2008, Metal Heaven

Stil:
 Progressive Melodic/Power Metal

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 S.M., 09.10.2008

Review:
 Harmony sind eine dieser Bands, von denen ich nicht erwartet hätte, noch einmal etwas zu hören. Denn immerhin war das (durchaus gelungene) Debüt DREAMING AWAKE bereits vor fünfeinhalb Jahren erschienen.
Doch mit neuem Label im Rücken bringen die Schweden jetzt tatsächlich ihren zweiten Streich mit dem passenden Namen CHAPTER II: AFTERMATH heraus. Von der Urbesetzung sind noch immer Sänger Henrik Bäth, Gitarrist Markus Sigfridsson, Drummer Tobias Enberg und Keyboarder Magnus Holmberg an Bord. Den Bass bedient Gastmusiker Kristoffer Gildenlöv.

Harmony kommen ohne Introgeplänkel sofort zur Sache. "Prevail" startet auch unerwartet druckvoll und tangiert im Konstrukt zweifelsohne den Power Metal. Durch Keyboarduntermalungen und einige Lead-Gitarren-Virtuositäten wird der Aufbau etwas aufgelockert. Der ziemlich lange Refrain mutet etwas wie eine ausgedehnte Bridge an, ist aber schön hymnisch.
Eine neoklassische Einleitung wird bei "Aftermath" von äußerst dynamischer Gitarrenpower schnell beiseite gefegt. Ansonsten entspricht der Aufbau dem Vorgänger-Track, nur ist der Refrain diesmal deutlicher herausgestellt.
Auch bei "Rain" kommen die Jungs sofort auf den Punkt und heizen mit knackigem Riffing die Hookline ordentlich an. Schön gefällt mir beim Aufbau hier die hintergründige Keyboarduntermalung, die mit einigen Gitarrenlicks eine leicht exotische Note einbringt. Der bisher beste Refrain thront sehr gut über der Komposition und eine längere Instrumentalphase mit gelungenen Arrangements rundet den Track ab.
"Donīt turn away" ist der erste Song, der nicht ganz so wuchtig loslegt, sondern mit Keyboard- und Leadgitarreneinleitung etwas verhaltener beginnt. Obwohl die Hookline dann etwas dynamisiert wird, bleibt der Song mehr im Mid-Tempo. Höhepunkt und Solo sind diesmal allerdings ein bisschen mehr von der Stange.
Mit "Kingdom" folgt eine sehr emotionale Mid-Tempo-Nummer mit einem wirklichen Hammerrefrain. Henrik Bäth kann bei diesem Höhepunkt das Tremolo seiner Stimme sehr gut einsetzen und den Chorus dadurch ausreizen. Auch die Instrumentalphase ist vom Feinsten.
Noch viel mehr Emotionen gibt es dann bei der Ballade "Silently we fade". Zwar wird auch hier der Instrumentaleinsatz zum Refrain hin deutlich dynamisiert, die Balladenpfade werden trotzdem niemals verlassen. Der Song gehört zwar nicht zu den Highlights der Scheibe, ist aber sehr gefühlvoll und träumerisch.
Mit knackigem Beat und schöner Keyboarduntermalung kommt "Inner Peace" gleichermaßen druckvoll wie melodisch. Bei diesem Track ist mit Daniel Heiman (ex-Lost Horizon, Heed) ein Gastsänger am Start, der seine Sache aber sehr gut macht und dem Stück auch einen eigenen Stempel aufdrückt. Seine Stimme hat besonders in den hohen Lagen einen klareren Klang als Henrik Bäths Organ. Sehr interessant ist bei dieser Nummer auch ein längeres düster-mystisches Zwischenspiel.
"Weak" ist ein harmonischer Melodic Metal-Track, der aber sonst keine Akzente mit sich bringt. Die symphonische Einleitung von "I run" bringt da schon eher neue Trademarks. Der Aufbau ist dann mystisch gehalten und wartet mit etlichen Wechseln auf. Es ist eigentlich ein typischer Progressive Song, der sich aus vielen verschiedenen Elementen zusammensetzt.
Der Melodic-Metal-Track "Hollow Faces" kann durch seine Instrumentierung einigermaßen punkten, und der Abschlusssong "End of my Road" hat nochmal einen richtig mitreißenden Höhepunkt und starke Solo-Arrangements.

Fazit: Als wären fünfeinhalb Jahre Wartezeit nicht existent, setzen Harmony dort an, wo sie mit DREAMING AWAKE aufgehört haben: mit Progressive Melodic Metal/Progressive Power Metal auf höchstem Niveau. Die Songs auf CHAPTER II: AFTERMATH mögen noch ein wenig intensiver ausgearbeitet worden sein, doch man hört sofort, dass hier Harmony am Werke sind. Und man merkt, dass die Schweden ihr Handwerk verstehen.
Die Instrumentalleistung ist absolut ohne Makel. Auch Henrik Bäth macht einen prima Job, aber manchmal sollte er Ausflüge in ganz hohe Gefilde nicht so lange ausdehnen, denn dann offenbart er leichte Schwächen. Das Songwriting ist abwechslungsreich und zeugt von intensivem Engagement.
Es bleibt dann nur noch zu hoffen, dass uns Harmony das nächste Mal nicht so lange schmoren lassen.

Anspieltipps:
 "Rain", "Kingdom", "Inner Peace" und "End of my Road".

Tipp:
 Freunden des Progressive Melodic Metal und Progressive Power Metal möchte ich eine Hörprobe dringlichst empfehlen.

Titel-Liste:
 
  1. Prevail
  2. Aftermath
  3. Rain
  4. Don't turn away
  5. Kingdom
  6. Silently we fade
  7. Inner Peace
  8. Weak
  9. I run
  10. Hollow Faces
  11. End of my Road

Laufzeit:
 54:35 Min.

Band-Infos:
 
  • www.harmonymetal.net 


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