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Review: Lauren Harris
 
CALM BEFORE THE STORM

Album:
 CALM BEFORE THE STORM, 2008, Demolition

Stil:
 Melodic Rock

Wertung:
 4 von 7
4 von 7 Punkten
 U.B., 29.07.2008

Review:
 Was haben Steven Tyler und Steve Harris gemeinsam? Neben dem gleichen Vornamen sind beide auch überaus bekannte Musiker, Tyler bei Aerosmith und Harris bei Iron Maiden. Aber damit sind die Gemeinsamkeiten noch nicht vorbei. Beide haben auch sehr hübsche Töchter. Die Tochter von Maiden Bassist Harris schickt sich nun an in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten und veröffentlicht mit CALM BEFORE THE STORM ihr erstes Album. Angeblich soll Songwriter und Produzent Russ Ballard (bekanntester Song "Two Silhouetts") bereits 2005 auf Lauren aufmerksam geworden sein, ohne zu wissen wer der Vater ist. Na ja, wer es glaubt. Im Jahr 2006 stellte man schnell eine Band zusammen und Fräulein Harris durfte im englischen Sheffield Alice Cooper supporten. Zahlreiche Auftritte als Vorgruppe von Iron Maiden auf deren Tournee waren die erste Feuerprobe. Um eins vorwegzunehmen, viel hat Lauren nicht mit ihrem Vater gemeinsam. Weder schreibt sie ihre Songs selber noch ist sie in einer Metal Band. Melodic Rock im Stil der frühen Achtziger mit einer gehörigen Portion Pop wird auf CALM BEFORE THE STORM geboten. Natürlich hielt Papa Harris als Produzent seine schützenden Hände über seine Tochter und ließ es sich nicht nehmen auf "From the Bottom to the Top" auch selbst den Bass zu zupfen.

Mit "Steal your Fire" geht es direkt flott und rockig los. Der Song ist melodisch und sehr eingängig. Die beiden Gitarren sind je auf einem Kanal zu hören und umspielen die durchaus ansprechenden Vocals die zwar nicht besonders kräftig sind, aber doch gut zur Musik passen. Nur bei den Soli erklingt die Gitarre über beide Lautsprecher.
"Your Turn" fällt dagegen ab. Der deutliche Pop Einschlag ist dann doch zu viel des Guten. Die Nummer fällt unter die Kategorie gute Laune Party Musik. Rock ist das nicht.
"Get over it" ist ähnlich, durch den stärkeren Gitarreneinsatz aber doch besser gelungen. Nur die Vocals sind schon störend Girlie mäßig.
Auch "Like it or not" reißt mich nicht vom Stuhl. Die flinken Gitarren sind prima, der Rest wieder nur seichte Pop Musik.
"From the Bottom to the Top" ist deutlich besser, wahrscheinlich der beste Song des Albums. Keine freundliche Stimmung mehr dafür sind die Vocals mit mehr Ausdruck und Gefühl. Der Track ist überaus melodisch und radiotauglich. Ein gutes Gitarrensolo im zweiten Teil rundet die Sache ab.
"Let us be" pendelt mit kräftigen Gitarrenriffs von der rockigen Seite zu betont popigen Abschnitten. Die Gitarren klingen nach den Eagles und die Vocals nach den Bangles. Mehr Eagles wäre mir erheblich lieber.
Mit "Hurry up" gibt es eine Ballade. Anfangs nur mit Gitarren und Gesang verbreitet der Song eine nachdenkliche Stimmung. Die Nummer lebt von den Gitarren und der guten Melodie. Im Chorus erhält Lauren Unterstützung durch Backing Vocals, da klingt es direkt viel voller.
"Come on over" ist eins der besseren Lieder. Die Gitarren rocken schön nostalgisch wie aus den Achtzigern gewohnt. Kein Wunder, handelt es sich doch um ein Cover der Band Stray aus eben dieser Zeit. Die Drums sind weit im Vordergrund und heizen ein. Die Vocals sind teils mehrstimmig, pfiffige Rocknummer.
Mit "Hit or miss" gibt es einen weiteren fröhlichen gute Laune Song. Der volle Gitarrensound und die Melodie sind nicht schlecht aber der Rest nur Durchschnitt.
"See through" bringt nicht viel Neues. Die Nummer plätschert so dahin. Die Vocals überzeugen wenig und sind in den höheren Lagen doch dünn und schrill.
Mit "You say" erwartet den Hörer ein ruhiger Song. Es fehlt speziell im ersten Teil der Biss.
Den Schlusspunkt setzt "Natural Thing". (Bonus Track) Mit energischen Riffs, viel Bass und den treibenden Drums ist die Sache viel rockiger ausgefallen als die meisten der anderen Nummern. Na ja, es ist auch ein Cover und zwar von einem alten UFO Song.

Fazit: CALM BEFORE THE STORM macht schon Spaß. Das Album ist bestimmt kein großer Knaller aber die Musik ist eingängig und verbreitet gute Laune. Für die Gartenparty auf der Rock gespielt wird die ideale Soundkulisse, oder bei Sonnenschein im Cabrio auf der Landstraße. Vergleiche mit Iron Maiden sind völlig unangebracht. Ich finde es sehr positiv, dass Lauren gar nicht erst versucht auf harte Metal Lady zu machen, was ihr ohnehin niemand abnehmen würde, sondern sich stilistisch in einem Bereich bewegt der zu ihrer Stimme passt. So einige Kommentare zu dieser Scheibe die im Internet kursieren und an der CD kein gutes Haar lassen sind nicht gerechtfertigt. Ob man eine Sängerin braucht die wie eine rockigere Avril Lavigne klingt sei mal dahin gestellt. Eine richtige Rock Röhre als Stimme hat Fräulein Harris leider nicht. Auf ihrem Erstlingswerk liefert Lauren Harris, vor allem wegen der guten Musiker in ihrer Band, aber eine Scheibe ab die man durchaus hören kann und vielleicht nimmt sie den Titel des Albums ja wörtlich und schwingt auf dem nächsten Album verstärkt die musikalische Keule. Hier sind mir viele Songs zu popig ausgefallen und dürften eher bei der Teenie Käuferschaft Anklang finden. Obwohl mehrere Songwriter im Einsatz waren sind es die ausgerechnet die beiden Cover Songs die zu den besten zählen.

Anspieltipps:
 "Steal your Fire", "From the Bottom to the Top", "Hurry up" und "Come on over"

Tipp:
 Wer sich mit melodischem Rock der frühen Achtziger anfreunden kann und dem Sound von Vixen nicht abgeneigt gegenüber steht, Joan Jett mag und Pat Benatar Alben besitzt, der ist hier richtig.

Titel-Liste:
 
  1. Steal your Fire
  2. Your Turn
  3. Get over it
  4. Like it or not
  5. From the Bottom to the Top
  6. Let us be
  7. Hurry up
  8. Come on over
  9. Hit or miss
  10. See through
  11. You say
  12. Natural Thing

Laufzeit:
 47:34 Min.

Band-Infos:
 
  • www.laurenharris.net 


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