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Review: Headhunter
 
PARASITE OF SOCIETY

Album:
 PARASITE OF SOCIETY, 2008, AFM

Stil:
 Heavy Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 J.G., 01.06.2008

Review:
 Dass sich wieder etwas regt im ewig auf Eis gelegten Headhunter-Lager, das ließen schon vor Kurzem die Veröffentlichungen der alten Alben erahnen. Wer noch näher am Puls der Szene klebte, dem wurden Hoffnung machende Gerüchte natürlich schon längst zugetragen. Und jetzt ist es so weit, nach 14-jähriger Kopfjäger-Abstinenz holt das invernalische Trio zum vierten Schlag aus. Damals aus der Not geboren, möchten der zur Zeit auf vielen Hochzeiten tanzende Destruction-Frontmann Schmier, der Franke Schmuddel und der arbeitslose ex-Stratovarius-Drummer Jörg Michael zur Freude vieler Fans ihr Projekt mit neuem Leben erfüllen.
14 Jahre sind eine Menge Zeit, nicht gar zu sagen in der Musik eine kleine Ewigkeit. Besorgt sein muss man jedoch keinesfalls, denn die Burschen stehen im vollsten Saft und das stellen sie mit ihrem Mega-Brett PARASITE OF SOCIETY eindrucksvoll unter Beweis.

"3rd Man Introduction", ein Thema, welches sicherlich den meisten bekannt sein sollte. Hier entleiht man sich das weltberühmte Zither-Spiel von Anton Karas, der damit dem im Nachkriegs-Wien spielenden Schwarz-Weiß-Klassiker (u.a. mit Orson Wells), die unverkennbare Note verliehen hat.
Was so harmlos-nostaglisch beginnt, erfährt mit dem Titel-Song und gleichzeitigen Opener "Parasite of Society" einen ultraharten Break. Hier geht es mit hoher Schlagzahl in die Vollen und auch die Gitarren-Riffs fliegen einem nur so um die Ohren, dass einem Hören und sehen vergeht. Es ist nicht wirklich Power Metal und auch noch nicht Thrash Metal, aber in jedem Fall "heavy" Heavy Metal. So darf es ruhig weitergehen.
Und als ob sich das Trio dies zu Herzen genommen hat, wird dem Metal-Freund eine Perle nach der anderen serviert. Eine gewisse Standfestigkeit sollte man schon besitzen, wenn einem beispielsweise die Riffs von "Silverskull" entgegen dröhnen. Exzellente Basisarbeit der Rhytmusfraktion gepaart mit einem eingängigen Refrain. Metaller, was willst Du mehr?
Etwas durchschnaufen darf man bei "Remission", was jedoch der Härte und dem Druck keinen Abbruch tut.
Aber Ausruhen is' nich'. Mit dem granatenstarken "Doomsday for the Prayer" wird so manches Metaller-Herz in Verzückung geraten und so mancher Nackenwirbel von Bangen knirschen.
Selbst die beiden Cover-Songs "18 & Life" von Skid Row und "Rapid Fire" von Judas Priest, hat man nicht einfach als Filler draufgepackt. Auch wenn ich mich bei "18 & Life" etwas einhören musste, so passen beide Songs recht gut ins Gesamtbild.
Eigentlich kann man bei diesem Album ausnahmslos jeden der Drei lobend erwähnen. Schmier darf man im Gegensatz bei seiner Stammband Destruction sogar "singend" erleben, Schmuddel meistert Highspeed-Riffs ebenso prima wie seine Soli und bei Jörg hört man, dass er sich den ganzen Stratovarius-Frust der vergangenen Monate aus dem Leib und von der Seele trommeln möchte - was ihm damit hoffentlich auch gelungen ist. Last, but not least, ist auch das Songwriting durchaus überzeugend und weckt Hoffnung auf "Live" und "mehr".

Fazit: Manchmal zahlt es sich doch aus, wenn man uralte Zöpfe weiter flechtet. Was vielen Reunion-Bands fehlt, nämlich überzeugendes neues Material und hörbare Freude an der Musik, das kann man hier nun wirklich nicht bemängeln. Klar, man kann streiten, ob es nötig war gleich zwei Cover mit draufzupacken. Aber hier unterscheiden sich Headhunter ebenfalls von einigen ihren Kollegen, die einfach noch Material brauchen um das Album zu füllen. Die Spielzeit ist üppig und die Songs passen ins Konzept.
Angesichts der deutlich hörbaren Freude - man kann es nur wiederholen, Schmier singt - hoffe ich doch, dass der nächste Kopfjäger nicht erst wieder in 14 Jahren vorbei kommt.

Anspieltipps:
 "Parasite of Society", "Silverskull" und natürlich "Doomsday for the Prayer".

Tipp:
 Headhunter-Fans: Kaufen! Heavy Metal-Fans: Kaufen! Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen.

Titel-Liste:
 
  1. 3rd Man Introduction
  2. Parasite of Society
  3. Silverskull
  4. Remission
  5. Doomsday for the Prayer
  6. 18 & Life (Skid Row)
  7. Read my Lips
  8. Backs to the Wall
  9. Egomaniac
  10. The Calling
  11. Payback Time
    - - - Bonus-Track - - -
  12. Rapid Fire (Judas Priest)

Laufzeit:
 53:07 Min.

Band-Infos:
 
  • www.official-headhunter.com 


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