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Review: H.e.a.t
 
FREEDOM ROCK

Album:
 FREEDOM ROCK, 2010, earMusic

Stil:
 Glam Rock, Melodic Rock

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 J.G., 27.05.2010

Review:
 Betrachtet man die musikalische Umsetzung und das jugendliche Alter der Schweden, erinnert vieles an die Landsleute Sturm und Drang oder das deutsche Pendant Kissin' Dynamite. Mit jeder Menge Leidenschaft und musikalischem Feingefühl werden dabei bedingungslos die guten 80er Jahre beliehen ohne sich mit billigem Kopieren abzugeben. Rein optisch gibt man sich in ähnlichem Style wie die Genregrößen von Mötley Crüe in ihrer wilden Frühzeit.
Wie gut die Truppe um Sänger Kenny Lackremo, den Gitarristen Dave Dalone und Eric Rivers, dem Basser Jimmy Jay, Keyboarder Jona Tee und Drummer Crash bereits mit ihrem Debüt ankamen, zeigt die erste Support-Tour in Schweden für die Altmeister Toto. Auch Kollege Joey Tempest Frontmann von Europe findet lobende Worte für das Sextett aus eigenen Landen.

Der Opener zeigt, es wird nicht lange gefackelt und bereits mit "Were gonna' make it" ein richtig hitverdächtiger Ohrwurm abgeliefert. Besonders der treibende Rhythmus, gesundes Mid-Tempo und ein Mitsing-Refrain, der sich gewaschen hat, zeichnen dieses Song aus.
Hinter dem zweiten Track "Black Night" verbirgt sich ein echter Knaller, denn immerhin bekommt Frontmann Kenny namhafte Unterstützung und singt ein Duett mit keinem geringeren als Tobias Sammet unserem Nice-Guy von Edguy. Rockige Härte und ein exzellenter Groove machen die etwas schachbrüstige Drumspur allemal wett.
Es stehen mit "I can't look the other Way", "Danger Road" und "Cast away" weitere klasse Songs in der Pipeline, die alle das Potenzial zum Radiohit mitbringen, folglich für echte Die-Hard-Fans eine Spur zu weichgespült erscheinen mögen.
Zu jedem soliden Rockalbum gehört natürlich auch eine Ballade. "Shelter" erfüllt genau diese Anforderung. Dynamisch und kraftvoll hart an der Grenze zur echten Schnulze, entscheidet man sich gerade noch für den rockigen "Way of Life".
So wie das Album begonnen hat, endet es auch, mit einem reinrassigen Ohrwurm "Who will stop the Rain". Das dabei die Gitarrenfront den Keyboards an manchen Stellen den Vortritt lassen müssen, ist durchaus o.k.. Klar, dass denjenigen, denen diese Art stadiontauglicher Glam Rock-Kost gefallen hat, schnell die Repeat-Taste suchen werden.

Fazit: Manchmal hat an der Grenze des Kitsch, kann der Zweitling auch nach mehreren Durchläufen nicht so punkten, wie das Debüt. Dies mag einerseits an der zurück genommenen Härte liegen oder auch an dem inzwischen bekannten Strickmuster, was vieles vorhersehbar erscheinen lässt.
Nichtsdestotrotz wird immer noch viel Wert auf das Songwriting gelegt und große Gefälligkeit mit Ohrwurm-Garantie angestrebt. Außergewöhnlich ist sicherlich auch die Reife des Frontmanns, der sich trotz seiner jungen Jahre schon einen charakteristischen Stil angeeignet hat und auf der ganzen Linie überzeugen kann. Leider hat man es diesmal versäumt der Gitarrenfront eine richtige Chance zu geben und diese eindeutig unter Wert verkauft. Hier ein bisschen mehr Druck und Härte, gilt übrigens auch für die Drums und man hätte trotzdem kaum Einbußen bei der hohen Eingängigkeit gehabt.
Schade, aber vielleicht steht das beim nächsten Album wieder mehr im Vordergrund.

Titel-Liste:
 
  1. Were gonna' make it
  2. Black Night
  3. I can't look the other Way
  4. Shelter
  5. Beg beg beg
  6. Danger Road
  7. Stay 2010
  8. Everybody wants to be someone
  9. Nobody loves you like I do
  10. I know what it takes
  11. Cast away
  12. High on Love
  13. Who will stop the Rain

Laufzeit:
 45:28 Min.

Band-Infos:
 
  • www.heatsweden.com 

  • Probehören und Kaufen:
    H.e.a.t: FREEDOM ROCK

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