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Review: Heathen Foray
 
THE PASSAGE

Album:
 THE PASSAGE, 2009, Black Bards

Stil:
 Pagan Metal, Folk Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 S.M., 05.04.2009

Review:
 Ein noch ziemlich unbeschriebenes Blatt sind die 2004 in Graz gegründeten Heathen Foray. Der Name, der so viel bedeutet wie "Räuberischer Einfall der Heiden", drückt so ein wenig die Marschrichtung aus. Pagan Metal ist die Devise. Dabei greifen Heathen Foray aber auch immer wieder auf Einflüsse des traditionellen Metal zurück. Die Österreicher konnten recht schnell einige Erfolge vorweisen und so kamen sie mit ihrem Debüt-Album THE PASSAGE, dass am 24.04.09 veröffentlicht wird, auch direkt bei Black Bards Entertainment unter.

Die fünf Steirer machen erst gar nicht lange irgendwelche Gefangenen, sondern legen gleichermaßen kraftvoll wie eingängig los. Das Intro-Riff von "Fading Tree" macht sich sofort in den Gehörgängen breit. Heathen Foray bringen Gitarrenspiel des traditionellen Metal in ihren Sound mit ein. Das hebt sie von der Masse der Pagan-Formationen ab und sorgt außerdem für die melodische Komponente. Der Gesang spielt sich zwischen sehr rauh und Gegrowle ab und stellt noch am Ehesten das Black-Metal-Erbe der Spielart dar. Der Song ist straight und hat ein ebensolches Konstrukt. Die Folkige Seite des Stückes ergänzt sich mit den Anleihen des klassischen Metal sehr gut.
Die Heavy-Metal-Riffs und die melodischen Leads bleiben auch bei "Northstar" vorhanden. Ansonsten überrascht der Song mit einem stimmungsvollen Humppa-Touch, der ins Blut übergeht.
Geniale Riffs schütteln die Österreicher offenbar aus dem Ärmel, denn auch "Winterking" beginnt mit einem prächtigen Exemplar. Auch hier bin ich wieder überrascht, wie sehr die traditionellen Leads mit der Pagan-Hookline harmonieren. Die Atmosphäre der Tracks ist dadurch gleichermaßen stimmungsvoll und melodisch wie druckvoll.
"Fortress of Faith" ist eine sehr epische Nummer mit sich wechselnden Rhythmen. Ein bisschen höre ich hier entfernte Ähnlichkeiten zu Ensiferum - allerdings wirklich nur entfernte. Denn einen wirklichen Vergleich lässt Heathen Forays ureigener Stil nicht zu.
Bei "Chants" wird ordentlich aufs Gaspedal getreten. Melodic Speed Metal meets Folk kommt mir hier in den Sinn. Absolut genial ist auch der längere Instrumentalpart.
Obwohl Heathen Foray auf folkloristische Instrumente komplett verzichten, meint man bei der Einleitung von "Dragonīs Eyes" eine Drehleier zu hören. Doch es ist erneut eines der starken Riffs, die das Gitarristenduo der Steirer zaubert. Sehr melodische Leads ziehen sich wieder durch den Track und setzen ein Markenzeichen.
Damit sich eine Melodie nicht allzu lange der Gehörgänge bemächtigt, bringen Heathen Foray immer wieder neue ins Spiel. Auch die Tonfolge des Mainriffs von "Ancients Secrets" ist wieder ein Ohrcatcher. Als starker Kontrast, der trotzdem irgendwie stimmig klingt, schreit sich Robert Schroll die Heidenseele aus dem Hals. Noch nie wurden Heavy Metal und Pagan Metal derart atmosphärisch vereint.
Beim einzig deutsch gesungenen Titel "Wolkenbruch " werden die klassischen Metal-Anteile etwas zurückgefahren. Dafür wird klanglich in Richtung Mittelalter geschielt, wenngleich mit entsprechender Dynamik. Ein wenig erinnert mich die Nummer an die kompromisslosen Kompositionen von Ingrimm.
"Theatre of Battle" vereint wieder toughen Rhythmus, schwarzmetallischen Gesang und melodische Leads zu einer wahrlich epischen Schlachthymne.
Der Rausschmeißer "Wilderness Lore" lässt mit dem Intro Erinnerungen an die NWoBHM wachwerden, bevor der druckvolle Rhythmus und Schrolls charakteristischer Gesang den Song in die heidnische Richtung führen. Auch hier erleben wir wieder die unnachahmliche Heirat von durckvollem Pagan Metal mit traditionellem Heavy Metal.

Fazit: Ich kann es gar nicht oft genug wiederholen: Heathen Foray vereinen Pagan Metal und Heavy Metal (mit leicht oldschooligem Touch) auf eine Art und Weise, wie ich sie bislang noch nicht gehört habe. Es gelingt ihnen, sich von der Masse abzuheben und außerdem eigene Markenzeichen zu setzen. Darüberhinaus sind die Stücke ebenso straight wie druckvoll. Die Riffs und Leads gehen flott ins Ohr und die Rhythmusfraktion treibt den Groove sehr dynamisch voran. Und auch Sänger Robert Schroll sorgt mit seinem charakteristischen Organ für eine weitere Heraushebung der druckvollen Seite der Steirer.
Einen Schwachpunkt kann ich auf dem gesamten Album nicht entdecken, was außerdem für das ausgezeichnete Songwriting spricht. Heathen Foray sind mit der Vermischung der Spielarten sicherlich ein Risiko eingegangen, das sich aber ausbezahlt hat. Denn ihre Kompositionen haben einen hohen Wiedererkennungswert. Ich bin sicher, dass wir von dem österreichischen Fünfer noch viel hören werden. Und THE PASSAGE ist ein klasse Einstieg ins Musikgeschäft.

Anspieltipps:
 Das gesamte Album spielt sich auf einem durchgehend hohen Level ab, so dass Anspieltipps zu nennen müsig wäre. Zieht es euch ganz rein!

Tipp:
 THE PASSAGE spricht Anhänger des Pagan und Heavy Metal an, wenn man ein klein wenig über den Tellerrand einer Spielart hinwegsehen kann.

Titel-Liste:
 
  1. Fading Tree
  2. Northstar
  3. Winterking
  4. Fortress of Faith
  5. Chants
  6. Dragon's Eyes
  7. Ancient Secrets
  8. Wolkenbruch
  9. Theatre of Battle
  10. Wilderness Lore

Laufzeit:
 43:31 Min.

Band-Infos:
 
  • www.heathenforay.com 


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