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Review: Heljareyga
 
HELJAREYGA

Album:
 HELJAREYGA, 2010, Black Bards

Stil:
 Folk Metal, Viking Metal

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 V.R., 07.01.2012

Review:
 Helja... was? Wer sich im Falle von Heljareyga über Alben- und Interpretenname wundert, dem sei gesagt, dass dies der altnordische Begriff für das Wort Höllenauge darstellt. Da es sich bei Heljareyga nun aber um die Zweitband des Tyr-Gitarristen und Sängers Heri Joensen handelt und dieser von den Faröern stammt, liegt es nahe, dass sich der Bandname auf das dort ansässige Naturphänomen bezieht, von dem im Volksmund berichtet wird, es handle sich um einen alten nordischen in den Himmel blickenden Todesgott. Doch genug der Namenserklärungen, kommen wir lieber zum Debutalbum des Quintetts. Gegründet hat Herr Joensen die Band jedenfalls, weil er hier seine progressive Seite ausleben möchte, während die Musik seiner Hauptband weiterhin gewohnt straight bleiben soll. Ob HELJAREYGA sich nun wirklich entscheidend von der Musik Tyrs unterscheidet, werden die folgenden Zeilen klären.

Der Opener "Regniš" bietet, dem ersten Eindruck nach, erst einmal gewohnte Kost, welche auch bei Tyr nicht viel anders geklungen hätte. Heris Stimme klingt erhaben und hymnisch wie eh und je und auch die instrumentale Basis weicht nicht deutlich vom Tyr-Sound ab. Zudem singt Heri, genau wie bei seiner Hauptband, in seiner Heimatsprache Faröisch. Bei aller Ähnlichkeit fallen aber auch Unterschiede auf, denn der Titel ist doch tatsächlich um einiges epischer angelegt als der gewöhnliche Tyr-Song. Mit neun Minuten weist das Lied zudem auch eine beachtliche Länge auf, doch Langeweile und Längen müssen nicht befürchtet werden, da für ordentlich Abwechslung innerhalb des Titels gesorgt wird.
Lang ist übrigens ein gutes Stichwort, denn keiner der fünf Songs ist kürzer als acht Minuten. Im Titelsong "Heljareyga" nimmt sich die Band sogar über zehn Minuten Zeit, um eine möglichst erhabene und epische Atmosphäre aufkommen zu lassen. Und das ist ihnen auch durchaus gelungen, denn der Titel ist als ähnlich gelungen zu bezeichnen wie der Opener und bietet sowohl härtere Passagen als auch ruhige Stimmungsmomente. Lediglich der Gesang kommt hier etwas zu kurz, die eine oder andere Instrumentalpassage hätte man da doch gerne weglassen können.
Bei "Lagnan" wird dann ordentlich aufs Gaspedal getreten. Dieser Song erinnert stellenweise durchaus auch an die Musik europäischer Power Metal-Bands und dementsprechend ist er fast durchgängig schnell gehalten. Anfangs würde man dies gar nicht erwarten, da der Titel durch ein beinahe schon doomiges Intro eingeleitet wird, doch danach geht es ordentlich zur Sache. Leider fehlt es dem Song aber ein wenig an Abwechslung, so dass er das Niveau der ersten beiden Lieder nicht ganz erreichen kann.
Groß geschrieben wird die Abwechslung dagegen beim nächsten Titel namens "Feigdin". Schnelle, fast schon speedige Passagen sind hier ebenso zu finden wie ruhige, sehr episch angelegte Parts. Hier wird die progressive Seite Heljareygas besonders deutlich. Qualitativ ist an dem Titel jedenfalls gar nichts auszusetzen, er erreicht das Niveau der ersten Songs mühelos.
Schließlich, endlich und letztlich gibt es mit "Vetrarbreytin" dann noch den längsten Titel der Platte zu hören. Innerhalb von über elf Minuten wechselt die musikalische Stimmung hier mehrfach. Auf ein Akustikgitarren-Intro folgen erst einmal rockige Midtempo-Passagen, welche sich mit wuchtigen Speed-Parts abwechseln. Gegen Ende dürfen dann noch ein weiteres Mal die Akustikgitarren regieren, ehe der Song ganz besinnlich zu Ende geht.

Fazit: Gar nicht schlecht, was Herr Joensen hier mit seinen vier musikalischen Begleitern auf die Beine gestellt hat. Auf HELJAREYGA wird durchaus ansprechende Musik geboten, die man in dieser Form stellenweise auch von Tyr hätte erwarten können, und dann ändert sich die Stimmung plötzlich in einem Maße, dass sich Tyr als Vergleichsmöglichkeit kaum noch anbieten. Die Musik ist einfach wesentlich epischer angelegt und Heljareyga lassen sich hier wirklich die Zeit, die sie benötigen, um die entsprechende Atmosphäre aufzubauen. Das Album enthält zwar nur fünf Lieder, ist aber beinahe 50 Minuten lang. Dementsprechend üppig ist auch die Spieldauer der einzelnen Songs, was in den meisten Fällen positiv zu sehen ist, da die Spielzeit auch ordentlich genutzt wird, um die entsprechenden Stimmungen zu erzeugen. Leider wird aber nicht durchgängig für Abwechslung gesorgt und die eine oder andere wiederholte Passage hätte dann auch gerne der Schere zum Opfer fallen können. Das wäre dann aber auch schon der einzige größere Kritikpunkt, denn ansonsten handelt es sich bei HELJAREYGA um ein gutes bis sehr gutes Album in der Schnittmenge zwischen Folk Metal, Viking Metal und einem Quentchen Power Metal.

Anspieltipps:
 Dieses Album sollte man am Stück hören, daher kann hier kein Abspieltipp gegeben werden, zumal alle Stücke durchaus empfehlenswert sind.

Tipp:
 Fans von Tyr werden auch Heljareyga mögen, sofern sie keine Berühungsängste mit überlangen Liedern haben.

Titel-Liste:
 
  1. Regniš
  2. Heljareyga
  3. Lagnan
  4. Feigdin
  5. Vetrarbreytin

Laufzeit:
 48:12 Min.

Band-Infos:
 
  • www.myspace.com/heljareyga 

  • Probehören und Kaufen:
    Heljareyga: HELJAREYGA

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