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Review: Hell |
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Album:
| | HUMAN REMAINS, 2011, Nuclear Blast |
Stil:
Wertung:
| |  7 von 7 Punkten | | V.R., 13.05.2011 |
Review:
| | Wenn 30 Jahre zwischen der Bandgründung und der Veröffentlichung des Debüt-Albums liegen, dann dürfte das fast schon rekordverdächtig sein. Im Falle von Hell ist aber genau das traurige Realität, denn nach der Gründung der Truppe Anfang der 80er Jahre wurden zwar ein paar Demos und auch eine Single veröffentlicht, ein reguläres Debüt-Album ist aber bisher nicht erschienen. Hell hatten nämlich damals das Pech, dass ihr Label kurz vor den Aufnahmen zum ersten Album pleite ging. Nach dem Tod des Sängers Dave Halliday 1987 schien das Schicksal der Band dann ohnehin besiegelt. Tatsächlich kam es kurze Zeit nach diesem tragischen Ereignis zur Auflösung von Hell. Doch im Jahre 2008 haben sich die drei übrig gebliebenen Mitglieder der Gruppe gesagt „besser spät als nie“ und sich mit Verstärkung in Form eines neuen Sängers und eines weiteren Gitarristen in die metallische Öffentlichkeit zurückgekehrt. Und nachdem man bei Nuclear Blast dann auch einen Labelpartner gefunden hat, kann jetzt, im Jahre 2011, endlich das Debüt-Album dieser NWOBHM-Truppe erscheinen – welches tatsächlich die modern produzierten Neueinspielungen der von den Demos HELL und SCHEMING DEMONS – beide 1982 veröffentlicht - bereits bekannten Titel enthält. Stellenweise wurden sogar noch Tonspuren von damals verwendet. Die Erwartungen an das Album sind angesichts des Kultstatus der Band jedenfalls gigantisch. Ob HUMAN REMAINS alle Hoffnungen der klassischen Metal-Fans erfüllen kann, wird sich in den folgenden Zeilen aufklären.
Eingeleitet wird das Werk durch ein düsteres, chorunterlegtes Intro namens "Overture: Themes from Deathquad", welches schon mal gut auf die folgenden Songs einstimmt.
Weiter geht es bei dem schon durch das sowohl durch das Promovideo als auch natürlich durch die alten Demos bekannte "On Earth as it is in Hell", welches alle Bandstärken in sich vereint. Hell rocken hier gnadenlos nach vorne und lassen die seligen NWOBHM-Zeiten wieder aufleben. Es ist wirklich sehr erfreulich, dass die alten Bandkracher endlich in sauber produzierter Form der Öffentlichkeit zugänglich werden. Nichts gegen die alten Demoaufnahmen, aber erst in dieser Form kann sich der Song vollkommen entfalten. Härtemäßig waren Hell 1982 am oberen Ende der Skala anzuordnen, denn immerhin stammen Songs wie dieser ursprünglich aus der Prä-Thrash-Ära. Vergleichbares haben zu der Zeit allerhöchstens noch die ebenfalls in für damalige Verhältnisse dunklen Gefilden ansässigen Satan oder ein Jahr später die Dänen von Mercyful Fate geboten. Heutzutage ist man in Sachen Härte natürlich auch ganz andere Kaliber gewöhnt, was aber nichts daran ändert, dass Songs wie dieser immer noch genügend Druck besitzen, um sofort zu wildester Kopfschüttelakrobatik zu animieren.
Weiter geht es mit "Plague and Fyre", welches ebenfalls erstmals auf dem 1982er-Demo veröffentlicht wurde. Hier präsentieren uns Hell ihre dunkle Seite. Der Titel wird von einem schleppenden, fast schon doomigen Intro eingeleitet, entwickelt sich dann aber nach kurzer Zeit zu einem schnellen Riffmonster der Oberklasse. Wie schon beim Opener zeigt sich hier, dass der neue Sänger David Bower mit seinem ungewöhnlichen Organ sehr gut mit der Musik der Band harmoniert und den sicherlich einzigartigen Dave Halliday somit zumindest akzeptabel ersetzen kann.
Anschließend folgt "The Oppressors", bei welchem die ureigene, einfach nur kranke Aura der Urfassung sehr gut in die Neuzeit transportiert werden konnte. In gemäßigtem Tempo erzeugen Hell hier eine unfassbar dunkle Stimmung, die damals ihresgleichen suchte und auch heute noch eher ungewöhnlich anmutet. Damit stellt sich der Song schnell als eines der absoluten Highlights des Albums heraus.
Auch "Blasphemy and the Master" besaß damals diese einmalige düstere Aura und auch hier ist es der Band gelungen die Stimmung der Originalfassung in die heutige Zeit zu übertragen, sowohl in den leicht doomigen Passagen zu Beginn des Titels als auch bei den schnelleren Abschnitten.
Bei "Let Battle commence" wird das Geschwindigkeitslevel dann ordentlich nach oben geschraubt. Der Song ist ein klassischer schneller Heavy Metal-Kracher ohne Schnörkel und Experimente. Auch diese Seite steht der Band gut zu Gesicht, allerdings ist man Musik dieser Art, im Gegensatz zu den sehr ungewöhnlichen letzten beiden Liedern, auch von vielen anderen Bands gewohnt. Somit bietet der Titel eher gewohnte Hausmannskost, wenn auch auf hohem Niveau.
Die folgenden zehn Minuten stehen dann ganz im Zeichen des nächsten Krachers namens "The Devil’s Deadly Weapon". Schon im Original gehörte der rockige Midtemposong mit seinen ungewollt poppig daherkommenden Synthieklängen im Intro zu den eher ungewöhnlichen Titeln der Band. Anno 2011 erzeugen die Keyboardpassagen des Songs eine eher düstere Stimmung und vermitteln so eine ganz andere Stimmung. Das ändert aber nichts daran, dass der Song auch in der neuen Version einer der besten Hell-Songs überhaupt ist.
Mit "The Quest" folgt auf dieses absolute Highlight dann ein eher gewöhnlicher schneller Metalsong, welcher aber zumindest mit der einen oder interessanten Ohrwurmmelodie für Aufsehen sorgt.
"Macbeth" wird durch ein etwas anstrengend anzuhörendes Intro in Form von den aus dem Theaterstück bekannten Hexenbeschwörungen eingeleitet, die im weiteren Verlauf auch noch mal als Quasi-Refrain wiederkehren. Das Intro soll wohl atmosphärisch auf den Song einstimmen, erweist sich aber eher als störend. Auch sonst gehört der Titel eher zu den schwächeren Liedern des Albums und sorgt lediglich durch den ungewöhnlichen Hexengesangsrefrain für Aufsehen.
Widmen wir uns nun dem nächsten Titel, welcher gleich wieder ein ganzes Stück besser ausgefallen ist. "Save us from those who would save us" wurde 1984 sogar als Single veröffentlicht und stellt sich schnell als der stärkste unter den speedigen Songs des Albums heraus. Hier geben Hell durchgehend Vollgas und beweisen, dass sie auch in diesem Segment hervorragende Lieder abliefern können.
Zum Abschluss gibt es mit "The Martyr’s Cage" dann noch einen Song, welcher vom allerersten, unbetitelten Demo stammt und ebenfalls auf wunderbare Weise in die Neuzeit transferiert wurde. Hier zeigen sich Hell noch einmal von der Seite, welche sie so besonders gemacht hat. Dunkle, zähe Riffs, die stellenweise auf Black Sabbath erinnern, treffen auf düstere Keyboards und aggressiven Gesang. Damit geht diese von Vielen heiß ersehnte Scheibe, bei der sämtliche Vorschußlorbeeren absolut gerechtfertigt waren, mit einem weiteren Volltreffer zu Ende.
Fazit: Wer hätte das gedacht, dass die gigantischen Erwartungen, die man an das Debüt-Album von Hell gestellt hatte, tatsächlich erfüllt werden können? Nun gut, dass da etwas Großes am Horizont auftaucht, war auch vorher schon abzusehen, aber HUMAN REMAINS ist wirklich eine absolute erstklassige, sehr dunkle Heavy Metal-Scheibe geworden. Besonders stark sind Hell immer dann, wenn sie abseits der üblichen NWOBHM-Rezepturen wildern und dem Hörer unglaublich dunkle Songs mit einer beinahe schon geisteskrank anmutenden Aura vorsetzen. Denn in diesen Momenten beweisen Hell, warum sie diesen Kultstatus zu Recht besitzen. Wer konnte 1982 schon vergleichbare Klänge bieten? Und selbst heute stellen diese Titel in der modernen Einspielung etwas Besonderes dar, denn es gibt nach wie vor einfach wenig Vergleichbares, weder im klassischen Heavy Metal- noch im Doom Metal-Bereich. Doch neben den düsteren Songs sind auch die klassischen NWOBHM-Titel durchaus hochwertig ausgefallen und können auch heutige Fans dieser Richtung noch zum wilden Mähne schütteln animieren. Alles in allem ist es wirklich eine Wohltat, die elf auf HUMAN REMAINS enthaltenen Titel in dieser professionell produzierten Einspielung zu hören. Sicher, dem einen oder anderen mag die Produktion zu modern und nicht erdig genug ausgefallen sein. Für jene Fans bietet sich aber ohnehin die Limited Edition an, welcher eine zweite CD mit den alten Demoversionen beiliegt. In jedem Fall ist das Debüt-Album vom Hell ein absoluter Pflichtkauf und angesichts der Einzigartigkeit der Songs kann in diesem Fall sogar guten Gewissens die Höchstnote vergeben werden. |
Anspieltipps:
| | "On Earth as it is on Hell", "The Oppressors", "Blasphemy and the Master", "The Devil’s Deadly Weapon", "Save us from those who would save us", "The Martyr’s Cage". |
Tipp:
| | Das Album bietet 100% puren britischen Heavy Metal der klassischen Form, und das auf durchaus hohem Niveau. Fans von Bands wie Iron Maiden, Saxon, Judas Priest oder Satan sollten also unbedingt zugreifen. |
Titel-Liste:
| | - Overture: Themes from Deathsquad
- On Earth as it is in Hell
- Plague and Fyre
- The Oppressors
- Blasphemy and the Master
- Let Battle commence
- The Devils deadly Weapon
- The Quest
- Macbeth
- Save us from those who would save us
- No Martyrs Cage
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.hell-metal.com  |
Probehören und Kaufen:
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