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Review: Hibria |
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Album:
| | THE SKULL COLLECTORS, 2009, Remedy |
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | U.B., 20.02.2009 |
Review:
| | Dass Brasilien was Heavy Metal betrifft mehr zu bieten hat als Angra und Shaaman von der Melodic Fraktion, oder die Krawall Truppe Sepultura, war mir spätestens Ende 2004 klar. Denn damals hielt ich das Debüt von Hibria in Händen. Die Band aus dem Land der Samba schickte sich an mein Power Metal Herz im Sturm zu erobern. DEFYING THE RULES hieß der Erstling der Hibria auf einen Schlag bekannt machte. Gegründet wurde die Band 1996 bis 1997, genauer lässt sich das nicht festlegen da es in der Anfangszeit noch einige Besetzungswechsel gab. Nach zwei Demos wurde auf der Debüt Scheibe feiner Power Metal, der teilweise als Speed Metal daherkommt, geboten. Zwei Gitarristen, Abel Camargo und Diego Kasper, die von ihrem technischen Können bei mir für eine ständig offen stehende Kinnlade sorgten, Drummer Savio Lordi und Bassist Marco Panichi die einen mitreißenden Rhythmus vorlegten und Iuri Sanson Vocals dessen hohe und kräftige Stimme an Leidenschaft und Ausdruck nichts zu wünschen übrig ließ, waren die Trademarks die mich voll überzeugten. An den Drums gab es inzwischen einen Wechsel. Nun schwingt Eduardo Baldo die Sticks und der übertrifft seinen gewiss nicht schlechten Vorgänger noch um einiges.
Nun, gut vier Jahre später bin ich echt gespannt ob da noch eine Steigerung möglich ist. Das erste Album war schon ein richtiger Kracher. Die Lyrics handeln vom Aufstieg und Fall eines Mannes der sich seinen Traum erfüllt und Air Force Pilot wird. Dem Thema des Albums angemessen empfehle ich beim Hören das Rauchen einzustellen und ständig angeschnallt zu bleiben, schwere Turbulenzen nicht ausgeschlossen.
Mit "Tiger Punch" gibt es sofort einen gehörigen musikalischen Tritt in den Allerwertesten. Mit einem wilden Bass, energischen Drums und wütenden Gitarrenriffs strotzt der Song nur so vor Kraft, hier wird Power Metal wörtlich genommen. Die beiden Gitarren mal einzeln mal im Duett, fegen in Dragonforce Manier wie ein Gewittersturm aus den Boxen. Auch die hohen Vocals mit einer reichlichen Portion Aggressivität passen genau zu dieser Nummer.
Mit einer Riffattacke startet "Reborn from the Ashes" die Triebwerke. Die Drums wüten wie von einer ganzen Horde Berserker getrieben, das Geknüppel ist einfach infernalisch. Der Einsatz von Sänger Sanson lässt sich nur mit Stimmband mordend treffend beschreiben. Das High Speed Gitarrengefrickel bewegt sich im Jet Tempo.
Ließen mich die beiden ersten Nummern schon nach Luft schnappen zünden Hibria mit "Screaming Ghost" nun auch noch den Nachbrenner. Riffs und Drums prasseln auf einen ein, da schauen Howard Carpendale Fans garantiert nach dem nächsten Luftschutzbunker. Rette sich wer kann. Die Malmsteen artigen Gitarren fegen los wie ein Tornado. Das ist kein Power Metal, das ist Earthquake Metal. Die Drums leisten Schwerstarbeit, die Vocals schmettern in höchsten Höhen wie am Rand der Stratosphäre. Aus dem Soundorkan sticht eine Gitarre hervor mit pfeilschnellen Licks dass die Saiten glühen. Die Prog Einlagen mit ständig anderen Rhythmen lassen einen fast nach der Sauerstoffmaske greifen.
"Sea of Revenge" ich habe es geahnt, schleudert mich erneut von einer Steilkurve in die nächste. Schneidende Gitarren heben kurzzeitig ab zu wirbelnden Angriffen und bei aller Power ist der Track auch noch melodisch, ein echtes Kunststück. Die schnellen Frickel Passagen der beiden Gitarren, quasi im Booster Pack, lassen mich sofort an Dragonforce denken.
"The Anger inside" lebt von heftigen Riffs dazu scheppern die Drums in gewohnt mörderischer Manier. Die Gitarren treten mit einem wütenden, entfesselten Sturm in das Höhenruder, dass einem beim anschließenden Looping die Luft aus den Lungen gepresst wird. Die Sechssaiter klingen dabei schon mal wie ein Keyboard mit eingelegtem Turbo. Dagegen kämpfen die Vocals tapfer an.
Auf "Devoted to your Fear" wird der Hörer von den Drums wie ein Gewittersturm gnadenlos überrollt. Die Gitarren blitzen mit kurzen Kabinettstücken auf um sich dann wieder den unverwechselbaren Riffs zu widmen. Wer glaubt harter Metal mit Druck ohne Ende könnte nicht melodisch sein, muss nach dieser Nummer umdenken. Trotzdem dass alle Instrumente die Muskeln hier mächtig spielen lassen, gelingt es das Ganze auch noch mit einem gefälligen, melodischen Chorus zu versehen. Die Twingitarren haben nochmals viel Gelegenheit zu glänzen. Prädikat Sound Granate.
Geht den Jungs denn nie die Puste aus. Auch auf dem Titelsong "The Skull Collectors" knüppeln die Drums wie Artillerie alles in Grund und Boden. Die Gitarren starten Angriff auf Angriff auf die Hörnerven. So langsam schwenke ich die weiße Fahne. Zum Glück gibt es bei diesem Vollgas Stück eine ruhige Phase in die der schöne Chorus gut zur Geltung kommt, bevor die Gitarren mit Überschall durchstarten.
"Burning all the Flags" ist anfangs sehr progig mit flirrenden Gitarren, dumpf brummendem Bass und fliegenden Rhythmusvariationen. Im mittleren Teil nimmt man kurz das Tempo raus um dann mit teuflisch schneller Griffbrett Akrobatik nachzulegen. Die Gitarreros scheinen Zwillingsbrüder von Satriani zu sein.
Zum Schluss gibt es mit "Wings of Wax" eine Ballade. Denkste! Hibria scheint den Schubhebel ihres Jägers in der vordersten Stellung festgetackert zu haben. Die Gitarren ziehen langsam auf und schon langen die Drums gewaltig hin. Nein, das hat so viel von einer Ballade wie ein Cruise Missile von einem Valentinsgruß. Ich sag's ja, auf die Dauer hilft nur Power. Und davon gibt es reichlich. Die Beiden Gitarren ergänzen sich vorzüglich und flitzen und schwirren ohne Unterlass, die Drums wüten wie eine Abrissbirne in meinen Gehörgängen, ein Song wie eine Naturgewalt. Die Stewardess mit dem Getränkewagen habe ich nicht vermisst aber empfindsame Naturen greifen jetzt vielleicht zur bekannten Papiertüte um sich ihres Mageninhalts zu entledigen. Fehlt nur der Satz: Die Fluglinie Hibria hofft, sie hatten einen angenehmen Flug und würde sich freuen, sie bald wieder an Bord begrüßen zu dürfen.
Fazit: Hibria im Jahre 2009 lassen sich am besten beschreiben als eine Mischung aus Mystic Prophecy und Metalium. Alle genannten Bands verfügen über ausgezeichnete Sänger die gerade in den Power Metal typischen Höhen ihre Stimmbänder schmettern lassen, dass es eine wahre Pracht ist. Wobei die Ähnlichkeit der Stimme von Metaliums Frontmann Henning Basse und seinem Pendant Iuri Sanson bei Hibria schon verblüffend ist. Die Gitarren riffen einem beide Ohren ab und die Drums ballern wie die Kanonen eines Schlachtschiffs. Ich dachte immer der Hulk sei nur eine Comic Figur. Nun bin ich überzeugt es gibt ihn wirklich und er sitzt bei Hibria am Schlagzeug. Als Inspiration sind Iron Maiden, Judas Priest und vor allem Helloween leicht auszumachen. Dennoch haben Hibria einen eigenen Stil. Der ist garantiert nicht neu und besonders originell, aber das Gesamtpaket aus prima Songwriting mit eingängigen Nummern, hohem technischen Können, viel Temperament und Hingabe an die Musik beschert ein Album, dass im Vergleich zum Debüt an Härte zugelegt hat und deutlich technischer geworden ist. Die progressiven Einflüsse sind unverkennbar, auf DEFYING THE RULES waren sie nur ansatzweise zu finden. Die Songs sind eine Spur härter und düsterer ausgefallen, an Eingängigkeit hat man nur leicht eingebüßt. Die besondere Stärke der Brasilianer ist die Fähigkeit ungemein viel Kraft und Energie in ein melodisches Gerüst zu packen. Ich finde es ausgesprochen gut, dass Hibria sich nicht selbst kopiert haben, was bei den positiven Reaktionen auf den Erstling nahe liegend gewesen wäre. Es muss nicht immer Karneval in Rio oder brasilianischer Kaffee sein der unsere Geschmacksnerven kitzelt. Aus dem Land des Rekord- Fußballweltmeisters kommt auch eine Band die an ihren Instrumenten ähnlich virtuos zur Sache geht wie die berühmten Balltreter von der Copacabana. |
Tipp:
| | Wer Melodic Power Metal mag sollte bei THE SKULL COLLECTORS beide Ohren weit aufsperren. Frühe Helloween gepaart mit einem Schuss Maiden und Priest dürfte vielen Leuten prima munden. Die gebotene Power fegt wie ein Hurrikane durch die Gehörgänge. |
Titel-Liste:
| | - Tiger Punch
- Reborn from the Ashes
- Screaming Ghost
- Sea of Revenge
- The Anger inside
- Devoted to your Fear
- The Skull Collectors
- Burning all the Flags
- Wings of Wax
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.hibria.com  |
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