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Review: Holyhell
 
HOLYHELL

Album:
 HOLYHELL, 2009, Magic Circle

Stil:
 Symphonic Metal, Gothic Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 S.M., 04.08.2009

Review:
 Holyhell sind eine 2005 in New York gegründete Symphonic-Metal-Band, die über das Manowar-Label Magic Circle kürzlich ihr Debüt-Album HOLYHELL herausgebracht haben. Die musikalischen Einflüsse spielen sich bei den üblichen Verdächtigen ab, d. h. Nightwish, Edenbridge, Epica & Co. haben ihre Spuren hinterlassen. Wenn man in dem inzwischen auch ziemlich überlaufenen Genre noch auffallen will, muss vor allen Dingen eins stimmen: die Klasse. Schauen wir mal wie sich Holyhell da schlagen.

Der Einsteiger "Wings of Light" lässt schon mal auf Gutes hoffen. Er ist eingängig, druckvoll, weiß mit einer tollen Melodie und einem schön herausgearbeiteten Refrain zu überzeugen. Nur weiter so!
Beim etwas tiefgründigeren "Prophecy" steht Maria Breons Organ im Mittelpunkt, das sich als kraftvoll, ausdrucksstark und ziemlich variabel entpuppt.
Auch Abwechslung ist vorhanden, denn bei "Revelations" wird eine vielschichtige, emotionale Atmosphäre entwickelt. Schön ist hier der Kontrast zwischen dem druckvollen Riffing und dem engelsähnlichen Gesang zu vernehmen. Auch die Keyboarduntermalung des Höhepunkts ist stark.
In "Eclipse" wird einerseits die symphonische und epische Komponente hochgehalten und auch noch ein paar exotischer anmutende Leads ins Spiel gebracht. Die folgende Ballade "The Fall" ist unheimlich gefühlvoll und trotz des leicht kitschigen Eindrucks ziemlich mitreißend, wofür wieder Marias toller Gesang verantwortlich zeichnet.
"Angel of Darkness" strotzt durch die sakrale Keyboarduntermalung und Marias kraftvollen Gesang nur so vor Mystik.
"Holy Water" enthält ein paar interessante Chorparts, rauscht aber sonst an meinem Ohr vorbei.
Das Instrumental "Mephisto" fesselt mein Gehör durch einen erneuten orientalischen Touch, verzweigte Arrangements und einen allgemein bombastischen Sound schon mehr.
Mit "Gates of Hell" erwarten den Hörer kraftvolle Klänge in einem relativ straighten Konstrukt. Der Höhepunkt hätte vielleicht noch etwas epischer und hymnischer ausfallen dürfen. Das ist er bei "Resurrection", nur nimmt der arg schleppende Aufbau hier leider etwas Energie raus. Andererseits kann der Refrain schön über dem Song thronen.
"Last Vision" beginnt auch verhalten, legt aber während der Brigde an Intensität zu, um in einen emotionalen Refrain mit opulenter Untermalung zu münden. Und auch das Lead-Solo weiß zu glänzen.
Die Krönung dieses Albums ist die Symphonic-Power-Metal-Nummer "Apocalypse" mit der kraftvollen Marschrichtung und der eingängigen Melodie, der außerdem wieder durch das Keyboard ein mystischer Touch zugefügt wird. Das gipfelt in einen Super-Refrain, der von Maria so ausdrucksstark performed wird, dass er sich sofort und lang anhaltend im Gehör breit macht.
Ein nachfolgender Track hat es dadurch schwer, doch auch der Rausschmeißer "Armageddon" kann durch die emotionale Seite und einen atemberaubenden Höhepunkt noch einmal glänzen.

Fazit: Ich erwähnte es in der Einleitung: wenn man im symphonischen Gothic Metal noch etwas erreichen will, muss die Klasse stimmen. Und das tut sie bei Holyhell auch. Die Amis haben mich mit ihrem Debut wirklich überrascht. Eine solch eindrucksvolle Leistung hätte ich ihnen nicht zugetraut. Sie strotzen nur so vor Energie und Professionalität. Das Songwriting ist ausgebufft und äußerst abwechslungsreich. Einen richtigen Ausfall sucht man vergeblich.
Und auch technisch weiß die Truppe rund um den ehemaligen Manowar-Drummer "Rhino" Edwards zu begeistern. Ganz besonders Maria Breons variables Organ ist das Aushängeschild von Holyhell. Doch natürlich haben auch alle anderen Musiker ihren Anteil zum Gelingen von HOLYHELL beigetragen.
Aufgrund der opulenten Spielzeit, von der sich die ganzen wie-hieven-wir-das-Album-nur-auf-40-Minuten-Luschen mal eine ordentliche Scheibe abschneiden können, hebe ich meine anvisierte Wertung von 5,5 sogar noch um einen Halbpunkt an.
Ich hoffe, dass wir von Holyhell noch viel hören werden.

Anspieltipps:
 "Wings of Light", "Eclipse", "Angel of Darkness", "Last Vision" und "Apocalypse".

Tipp:
 Mein Tipp für alle, die auch Edenbridge, Within Temptation, Leaves' Eyes, Epica oder die alten Nightwish mögen.

Titel-Liste:
 
  1. Wings of Light
  2. Prophecy
  3. Revelations
  4. Eclipse
  5. The Fall
  6. Angel of Darkness
  7. Holy Water
  8. Mephisto
  9. Gates of Hell
  10. Resurrection
  11. Last Vision
  12. Apocalypse
  13. Armageddon

Laufzeit:
 70:59 Min.

Band-Infos:
 
  • www.holyhell.com 


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