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Review: Horn of the Rhino
 
WEIGHT OF CORONATION

Album:
 WEIGHT OF CORONATION, 2010, Doomentia

Stil:
 Doom Metal, Sludge

Wertung:
 4,5 von 7
4,5 von 7 Punkten
 V.R., 05.09.2010

Review:
 Metal aus Spanien - wer denkt da nicht zuerst an klassische Heavy Metal- und Power Metal-Bands wie Dark Moor, Tierra Santa, Saratoga oder zuletzt Kilmara? Die Band Rhino, die sich wegen Rechteproblemen in Horn of the Rhino umbenennen musste, kommt zwar auch aus eben jenem sonnenverwöhnten südeuropäischen Land, steht aber für eine ganz andere Richtung der harten Musik. Man nehme klassischen Doom Metal und vermenge ihn gründlich mit dreckigem Sludge, füge am Schluss noch eine Prise Alternative-Musik der Marke Alice in Chains hinzu, und man erhält die Schnittmenge des neuen Horn of the Rhino-Albums WEIGHT OF CORONATIONS. Na, ob eine solche Mischung gut klingen kann?

Sie kann, zum Beispiel in ersten Song des Albums namens "Speaking in Tongues". Dabei haben wir es mit einem düsteren Doom Metal-Song mit starker Sludge-Schlagseite zu tun, der besonders durch seine tonnenschweren Gitarrenriffs für Aufmerksamkeit sorgt. Das Tempo bleibt während des gesamten Songs doom-typisch im unteren, fast schon schleppenden Bereich. Dazu gibt es eine klare, zumeist klagende männliche Gesangsstimme. Jedem, der es bevorzugt, vom Gewicht der Musik geradezu erschlagen zu werden, müsste dieses Lied geradezu lieben.
Ganz ähnlich geht es auch weiter. Bei "Mass Burial Punishment" wird die Geschwindigkeit und der Sludge-Anteil zwar ein gutes Stück erhöht, ansonsten geht die Band aber auch hier äußerst heftig und schwergewichtig zu Werke. Horn of the Rhino verstehen ihr Handwerk und hauen dem Hörer ein mächtiges Riff nach dem anderen um die Ohren, von Leichtigkeit und Unbeschwertheit keine Spur. Und das über eine extrem lange Spieldauer hinweg, denn der Titel gehört mit seinen mehr als zehn Minuten zu den längeren Stücken der Platte.
"Sovereign" beginnt mit reinrassigen, extrem langsamen Doom Metal-Klängen. Im weiteren Verlauf des ebenfalls über zehn Minuten langen Songs spielen aber auch Einflüsse aus dem Alternative-Bereich eine große Rolle. Dies verdeutlicht sich auch am Gesang, der in diesem Lied stellenweise an Eddie Vedder von Pearl Jam erinnert. Einen ganz eigenen Charme gewinnt der Song aber erst durch den Einsatz einer Hammond-Orgel, ein Instrument, das sich besonders im Hard Rock der 70er Jahre großer Beliebtheit erfreute.
Im nächsten Lied "Throats in Blood" übernehmen dann wieder die typischen schweren Gitarrenriffs im Zusammenspiel mit dreckigen Sludge-Klängen die tragende Rolle. Auch hier agiert die Band ohne Frage auf hohem Niveau, doch so langsam wird das Hauptproblem des Albums deutlich. Es fehlt nämlich ein bisschen an Abwechslung und irgendwann wird die Wiederholung der immer wieder gleichen Riffs, und seinen sie auch noch so tonnenschwer, ein wenig langweilig.
Auch der Titelsong "Weight of Coronation" leidet unter einem ähnlichen Problem. Daran können leider auch die dezent durchschimmernden Alternative-Einflüsse nichts ändern. Das soll nicht bedeuten, dass wir es hier mit einem schlechten Song zu tun haben, doch auf Dauer treten Horn of the Rhino einfach zu sehr auf der Stelle, als dass dieser Titel für Begeisterung sorgen könnte.
Leider bietet auch "Southern Beast" keine Abwechslung zu den letzten Songs, aber dennoch kann dieser Titel wieder für ein bisschen Aufmerksamkeit sorgen, da hier und da ein paar interessante Ideen wie ein Geschwindigkeitsausbruch im Mittelteil des Songs eingebaut wurden. Ansonsten regiert hier in erster Linie rauer und unpolierter Sludge, der stellenweise an die frühen Neurosis oder auch an Crowbar erinnert.
"Brimstone Breath" kann schließlich ein paar Riffs, die sich deutlich von den bisher gehörten unterscheiden, sowie auch ein verspieltes Break aufweisen und sorgt damit endlich für die lang ersehnte Abwechslung. Darüber hinaus ist der Titel aber leider eher im Mittelmaß anzusiedeln, da er durch den nöligen Gesang, der teils sogar in Geschrei ausartet, doch recht anstrengend daherkommt.
Zwölf Minuten Länge und ein Songtitel wie "Crushed and dragged to the Swamp" - auch ohne vorher reinzuhören ist es angesichts dieser Eckpunkte offensichtlich, dass wir es beim letzten Lied wieder mit typischem Doom Metal zu tun haben, bei den die Sludge-Einflüsse ein bisschen zurückstehen dürfen. Besonders dank der düsteren Akustikgitarrenklänge zu Beginn gewinnt der Song schnell die Gunst des Hörers, auch wenn er sie im weiteren Verlauf mit häufigen Wiederholungen ein wenig verspielt. Glücklicherweise kehren die Gitarrenklänge gegen Ende noch einmal zurück und sorgen dabei ein weiteres Mal für Atmosphäre. Insgesamt gehört der Titel jedenfalls klar zu den besseren Liedern des Albums und sorgt für einen gelungenen Abschluss einer zu großen Teilen doch ein wenig durchwachsenen Platte.

Fazit: Wirklich schade, dass das Album insgesamt ziemlich abwechslungsarm ausgefallen ist. Die ersten drei Song wissen nämlich durchaus sehr zu gefallen und können mit ihren stellenweise wirklich unglaublich schweren Riffs die Fans düsterer Klänge absolut überzeugen. Leider schleicht sich danach immer mehr die Langeweile ein. Hier und da hätte man sich besser kürzer gefasst und einige Wiederholungen lieber ausgespart. Für Abwechslung sorgende interessante Spielereien wie die Hammond-Orgel-Klänge im dritten Song oder die Akustikgitarren im letzten Titel hätte die Band gerne häufiger einsetzen können, dann wäre das Gesamtergebnis eine ganze Ecke positiver ausgefallen. Doch auch so haben wir es mit einem immerhin mittel- bis gutklassigen Album zu tun, das die Fans tonnenschweren Doom Metals und dreckigem Sludge gleichermaßen ansprechen wird, solange sie sich darauf einstellen können, dass Abwechslung hier eher Mangelware ist.

Anspieltipps:
 "Speaking in Tongues", "Mass Burial Punishment", "Sovereign", "Crushed and dragged to the Swamp".

Tipp:
 Die Band spricht mehrere Fraktionen der harten Musik an, in erster Linie aber die Fans von Doom Metal und Sludge. Aufgeschlossene Alternative-Hörer, die gegen tonnenschwere Riffs und schleppendes Tempo nichts einzuwenden haben, dürfen auch mal reinhören.

Titel-Liste:
 
  1. Speaking in Tongues
  2. Mass Burial Punishment
  3. Sovereign
  4. Throats in Blood
  5. Weight of Coronation
  6. Southern Beast
  7. Brimstone Breath
  8. Crushed and dragged to the Swamp

Laufzeit:
 68:29 Min.

Band-Infos:
 
  • www.myspace.com/rhinomotherfuckers 

  • Probehören und Kaufen:
    Horn of the Rhino: WEIGHT OF CORONATION

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