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Review: Jimmy Hotz
 
BEYOND THE CRYSTAL SEA

Album:
 BEYOND THE CRYSTAL SEA, 1979/2010, Born Twice

Stil:
 Progressive Rock, Psychedelic/Space Rock

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 J.G., 03.06.2010

Review:
 Es kostet etwas Mühe, sich gedanklich wieder in die Welt des Jimmy Hotz anno 1979 hinein zu versetzen. Damals war auf unseren Partys eher Led Zeppelin und AC/DC angesagt, klar Abba und ein Beatles-Blues alá "Hey Jude" durfte auch nicht fehlen. Wie kam man sonst den Mädels näher, außer vielleicht mit "Hiroshima" von Wishful Thinking?
Jimmy Hotz hatte sich damals zumindest recht gut im aktuellen Zeigeist bewegt. Manch abgedrehtes, drogenschwangeres Riff, wie es Led Zeppelin drauf hatten, einige progressive Ausritte Marke Genesis und viele zähflüssige Passagen die auch Wishful Thinking oder Pink Floyd zelebrierten.
Anlässlich des 30-jährigen Album-Jubiläums wurde das Scheibchen BEYOND THE CRYSTAL SEA mit zwei Bonus Tracks versehen und neu aufgelegt. Jetzt muss man sich natürlich fragen, wen der alte Zopf noch interessieren mag? Sind denn heute die spacigen Songs überhaupt noch angesagt? Und geht der Genuss der christlichen Lyrics auch ohne entsprechendes "Gras" (am besten gedreht und glimmend) in Ordnung?
Da waren bei mir schon ein paar Zweifel angesagt, obwohl ich noch heute immer wieder mal alte Scheibchen von Pink Floyd oder Alan Parsons Project auflege.

Trotz filmreichem Intros, man denke nur an die Ära des Raumschiff Enterprise, ist man erstaunlich schnell wieder bei der Sache und kann den Opener "Observations of a larger Reality" mit seinen ruhigen und doch kraftvollen Riffs recht entspannt genießen.
Psychedelic Fans werden wenig Probleme haben das instrumentelle "Night Passage" was es auch immer darstellen soll (Ein sich öffnendes kosmisches Tor? Ein startendes Raumschiff? Eine kaputte Hammondorgel?) gut zu verdauen.
Es wartet mit "The Vision Ship" ein melodisch ruhiger Song mit führendem Gesang und üppigen jedoch dezent gesetzten Effekten, die schnell das Gefühl eines gewissen Losgelöstseins vermitteln.
Etwas strafferer Space Rock gefällig? "Teton" mit seinen ausschweifenden progressiven Gitarrenausritten kann sicherlich jeden Instrumental-Gitarrenfan aus dieser Zeit freundlich stimmen, bevor bei "Beyond The Blues" auch wieder einmal gesungen wird - sogar zweistimmig. Wie immer legt der Meister Jimmy Hotz trotzdem Wert auf eine gewisse Bodenständigkeit.
Akustik-Gitarre und Flöte verleihen dem Instrumental "Alpine Magic" die richtige räumliche Klarheit und Größe zum entspannen.
"From Love Life did begin" mit weiblicher Chor-Unterstützung und klaren E-Gitarren dürfte besonders Pink Floyd bedienen. Das Tempo ist ruhig sanft schmeichelnd und doch nachdrücklich gestaltet. Bedenkt man dass damit das ursprüngliche Album schon beendet wäre so war es eine durchaus weise Entscheidung noch zwei gleichartig gestaltete Bonus-Songs anzuhängen, wobei "Long, long ago" durchaus auf Kuschelkurs mit Genesis zu Peter Gabriels Zeiten geht und "The Gates of Time" neben den bisher vertrauten Elementen auch vor orchestralen Komponenten nicht halt macht. Eine Jubiläumsergänzung die mit Bedacht gewählt wurde und sich trotz etwas anders gearteter musikalischer Ausrichtung hervorragend in das bereits gehörte Klangmuster einfügt.

Fazit: Die inzwischen wohl etwas in die Jahre gekommenen Zeitzeugen der ersten großen Progressive Rock-Bewegung werden sicherlich ihre Freude an dieser doch recht zeitlosen Scheiben haben. Auch wenn es durchaus anspruchsvollere Kost aus dieser Zeit geben mag, so ist das Werk doch solide und ausgewogen komponiert. Randvoll mit positiver Energie, ist es genau das Richtige für besinnliche Stunden, wenn der eigene Akku wieder einmal ein bisschen Energiezufuhr braucht.
Mit den beiden Bonus-Tracks hat man es zumindest geschafft, die Spieldauer in heutzutage übliche Regionen anzuheben.

Titel-Liste:
 
  1. Observations Of A Larger Reality
    a. March of the dead Souls
    b. Hand of the most High
  2. Night Passage
  3. The Vision Ship
  4. Teton
  5. Beyond The Blues
  6. Alpine Magic
  7. From Love Life did begin
    - - - Bonus Tracks - - -
  8. Long, long ago
  9. The Gates of Time

Laufzeit:
 42:38 Min.

Band-Infos:
 
  • www.jimmyhotz.com 

  • Probehören und Kaufen:
    Jimmy Hotz: BEYOND THE CRYSTAL SEA

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