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Review: Houston |
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Album:
Stil:
Wertung:
| |  4,5 von 7 Punkten | | V.R., 05.01.2012 |
Review:
| | Im klassischen AOR- und Melodic Rock-Sektor sah es für lange Zeit nicht sonderlich rosig aus. Es gab zwar hier und da durchaus ansprechende Veröffentlichungen, die aber an der breiten Masse komplett vorbeigingen. Fast hatte man das Gefühl, dass man diesen musikalischen Bereich kommerziell zu Grabe tragen müsste, doch glücklicherweise kehrt alles Gute einmal zurück und die alten Helden wie Journey, Foreigner oder Toto waren wieder da. Journeys Comeback-Album REVELATION gelang 2008 gar der Sprung auf Platz 1 in den US-Alben-Charts. Für die Plattenfirmen sollte dies also Grund genug darstellen, auch Newcomern aus dem AOR-Bereich eine Chance zu geben. Eine dieser Newcomer-Bands heißt Houston. Hinter diesem Namen verbirgt sich ein schwedisches Duo, bestehend aus Sänger Hampus Hank Erix und Freddie Allen, welches 2010 ihr selbstbetiteltes Debüt-Album HOUSTON veröffentlichte. Ein Jahr später wird genau dieses Album noch einmal mit schönerem Cover und zwei Bonus-Tracks neu aufgelegt. Diese Rezension wird sich nun eben dieser Neuauflage widmen. Schauen wir also mal, ob Houston musikalisch an die großen amerikanischen Vorbilder heranreichen können.
Mit dem Opener "Pride" gelingt dem Duo ein ordentlicher Start in das Album. Die Stimme des Sängers klingt durchaus einschmeichelnd und auch die musikalische Basis ist stimmig ausgefallen. Leider ist die Produktion aber ziemlich drucklos ausgefallen und die Melodien wirken stellenweise etwas einfallslos. Licht und Schatten sind hier somit recht gleichmäßig verteilt, für gutes Mittelmaß reicht es aber allemal.
Der zweite Song namens "Truth slips" ist dann schon ein ganzes Stückchen besser als der Opener. Die Produktion bleibt zwar logischerweise auf gleichem Niveau, doch kann dieser Titel das bieten, was dem ersten Song fehlte – nämlich Eingängigkeit, Mitsingfaktor und Ohrwurmmelodien. Sänger Hampus Hank Erix wird hier auch noch durch eine Frau verstärkt, die zwar nur ein durchschnittliches Gesangsorgan besitzt, aber durchaus Abwechslung ins Spiel bringt.
Doch auch mit dem zweiten Song war das qualitative obere Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht, denn "Hold on" ist noch mal eine ganze Ecke besser. Das Lied strotz nur so vor Ohrwurmmelodien und würde auch den alten Helden wie Journey oder Styx bestens zu Gesicht stehen. Auf diesem Level darf es gerne weitergehen.
Bei "I’m alive" schalten Houston härtemäßig sogar mal einen halben Gang nach oben und erreichen damit fast schon Hard Rock-Gefilde. Leider fällt gerade bei diesem Titel die schwache Produktion besonders schwer ins Gewicht, einige Keyboardpassagen klingen gar nach billigstem Casio-Sound. Das tut dem an sich durchaus ordentlichem Song leider gar nicht gut, so dass wir es hier letzten Endes leider doch mit einem Fall für die Skip-Taste zu tun haben.
Eben dieser billige Keyboard-Sound wirkt sich auch negativ auf "One Chance" aus, wo sich Houston eigentlich von ihrer ruhigen und romantischen Seite zeigen wollen, doch wenn das alles klingt wie die Heimorgeln, die man noch aus Kindertagen kennen dürfte, dann lädt das eher zum schmunzeln als zum träumen ein. In diesem Fall ist das besonders schade, da der Song durchaus Potential besitzt und einige sehr schöne Melodien enthält.
Wesentlich gelungener ist "Give me back my Heart" ausgefallen, welches zwar auch sehr keyboardbetont daherkommt, aber einfach wesentlich stimmiger klingt. Fast meint man, die Band hätte hier ihre Instrumente durch hochwertigere ausgetauscht, vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass die Keyboards nicht so sehr in den Vordergrund gemischt wurden wie bei den letzten beiden Songs. Hier kann jedenfalls das ordentliche bis gute Niveau der ersten Titel wieder erreicht werden.
Wer einmal eine ganz andere Facette der Band hören möchte, für den empfiehlt sich der siebte Song der Platte, welcher den Namen "Misery" trägt. Im Gegensatz zu den bisherigen Liedern wird der Titel nämlich hauptsächlich durch die Gitarren bestimmt, was ihm einen bluesigen bis rockigen Touch verleiht. Ausschließlich im Refrain gesellen sich die gewohnten Keyboardklänge dazu, ansonsten ist der Song angenehm trocken und erdig. Schön, auch mal etwas aus dieser Richtung hören zu dürfen, auf diese Weise beugen Houston nämlich dem Eindruck der Gleichförmigkeit vor.
Bei "She’s a Mystery" präsentieren Houston dem Hörer eine Mischung aus Melodic Rock und Hard Rock, und das gar nicht mal schlecht. Der Song bietet ansprechende Melodien, flottes Tempo und auch die Produktion wirkt hier irgendwie stimmiger, zumal die Keyboard hier angenehm im Hintergrund verharren. Schade, dass nicht das komplette Album dieses Niveau erreicht, dann hätten wir es hier mit einer richtig starken Scheibe zu tun.
"Now" ist dann wieder deutlich ruhiger ausgefallen und bewegt sich im gewohnten AOR-Spektrum, gehört aber ebenfalls zu den stärkeren Liedern der Platte. Der Refrain hält sogar die eine oder andere Ohrwurmmelodie parat und auch die Strophen sind als durchweg stimmig zu bezeichnen.
Weiter geht es mit "1000 Songs", einem melodischen Softrock-Song, welcher auf der ursprünglichen Fassung des Albums den Rausschmeißer verkörperte. So richtig schlecht ist der Titel zwar nicht, doch mehr als unteres Mittelmaß hat er irgendwie doch nicht zu bieten, ein typischer Plätscher-Song eben.
Im Anschluss folgen dann noch die beiden neuen Lieder, welche die Namen "Under your Skin" sowie "Chasing your Dream" tragen. Sofort fällt auf, dass die Produktion irgendwie einen Hauch professioneller klingt als bei den anderen, schon von der ersten Version des Albums bekannten Titeln. Auch sonst bieten die Lieder durchaus ansprechenden Rock im Spektrum zwischen AOR, Melodic Rock und Hard Rock. Insbesondere der zweitgenannte Song reiht sich in der Liste der Alben-Highlights ein. Somit hat die Platte durch diese beiden neuen Titel durchaus gewonnen, so dass man hier von einer lohnenswerten Neuauflage sprechen kann.
Fazit: Der Gesamteindruck dieses eigentlich sehr vielversprechenden Debutalbums fällt zwiespältig aus. Eigentlich wissen Houston schon ganz genau, wie man gelungene AOR-Songs aus dem Hut zaubert und sie präsentieren dem Hörer auf dem Album auch eine ganze Palette an wunderschönen Melodien. Auch ihre Instrumente beherrschen Houston und die Stimme des Sängers fällt ebenfalls nicht negativ ins Gewicht. Warum dann trotzdem nur eine Mittelmaß-Wertung von 4,5 Punkten? Dieses Faktum ist leider hauptsächlich der schwachen Produktion geschuldet, die den Gesamteindruck stellenweise deutlich nach unten zieht. Insbesondere die Keyboards tragen ihren großen Teil dazu dabei. Eine gelungene Melodic Rock-Platte mit schönen Ohrwurmmelodien darf einfach nicht nach einem Casio-Keyboard für 50 Euro aus dem Supermarkt um die Ecke klingen. Genau so ist es aber leider bei einigen Liedern der Platte und das ist richtig schade, denn auch die schwächeren, billig klingenden Songs besitzen durchaus Potential. Nun haben wir es hier ja mit einer Neuauflage des Albums zu tun, welche zwei neue Titel enthält, und eben jene neuen Songs klingen von der Produktion her schon etwas besser. Dies macht Hoffnung, dass das nächste Album professioneller ausfallen wird. Dann werden Houston die 5-Punkte-Marke ganz sicher überspringen, wenn nicht sogar mehr. Doch auch anno 2011 bietet die Band schon gute Anlagen und wer auf die Musik von Bands wie Asia, Journey, Foreigner oder Survivor steht, der sollte Houston einfach mal eine Chance geben. Musikalisch haben die beiden nämlich schon jetzt eine Menge drauf! |
Anspieltipps:
| | "Truth slips", "Hold on", "Give me back my heart", "Misery, She’s a Mystery", "Now", "Chasing your Dream". |
Tipp:
| | Melodic Rock-Fans, die sich an einer schwachen Produktion nicht zu sehr stören, sollten Houston eine Chance geben. Musikalisch hat das Album nämlich einiges zu bieten und einige der Lieder auf der Platte erreichen gar das Niveau der großen Vorbilder. |
Titel-Liste:
| | - Pride
- Truth slips
- Hold on
- I’m alive
- One Chance
- Give me back my Heart
- Misery
- She’s a Mystery
- Now
- 1000 songs
- Under your Skin
- Chasing your Dream
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.myspace.com/houstontheband  |
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