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Review: Hungryheart
 
ONE TICKET TO PARADISE

Album:
 ONE TICKET TO PARADISE, 2010, Tanzan/Fastball

Stil:
 AOR, Melodic Hard Rock

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 S.M., 13.07.2010

Review:
 Hungryheart sind auch nicht gerade neu im Geschäft, doch erst 2008 brachten sie ihr Debütalbum unter die Leute, das zumeist gute Kritiken erhielt. Zwei Jahre später haben die Italiener den Nachfolger ONE TICKET TO PARADISE am Start. Auffällig bei Hungryheart ist, dass sich zwei Vokalisten den Sängerjob teilen.
Das Line Up setzt sich zusammen aus Sänger Josh Zigetti, Gitarrist und Sänger Marco Percudani, Bassist Steve Lozzi und Drummer Paolo Botteschi. Ihr durch verschiedene AOR-Projekte schon sehr bekannter Landsmann Alessandro Del Vecchio und Nicolo Fragile (Gotthard) wirkten als Gastmusiker mit, und "Mr. Melodic Rock" Michael Voss kümmerte sich um die Produktion und Mastering der Scheibe. Angesichts dieser Koryphäen des Melodic Rock/AOR kann da ja fast nichts schiefgehen.

Der Opener "Stand up" klingt gleich unheimlich vertraut. Ich bin nicht sicher, ob es daran liegt, dass er vielleicht einem anderen bekannten AOR-Song ähnelt, oder ob das einfach eine Nummer ist, die sich augenblicklich in die Gehörgänge einschmeichelt. Auf jeden Fall ist die Melodie klasse, der Refrain schön eingängig und ein Einstieg in solch ein Album könnte kaum besser gewählt sein.
"One Ticket to Paradise" grooved etwas mehr und ist auch eher eine Blues-Rock/AOR-Mixtur. Dafür ist der Höhepunkt nicht ganz so ohrcatchend aber mit dem harmonischen Refrain dennoch schön eingängig und auch ein wenig emotional.
Richtig gefühlvoll wird es bei der Ballade "Let somebody love you", wobei die Italiener mit der Grundmelodie schon wieder ordentlich punkten können.
Der bis dato härteste Track heißt "Boulevard of Love" (was nicht unbedingt zur Musik passt, da man da mehr Gefühle erwartet). Dafür rockt der Song eher und bringt auch vergleichsweise energetische Riffs ins Spiel, lediglich der Höhepunkt ist harmonischer. Ich habe aber den Eindruck, dass diesmal nicht alle Elemente so harmonieren.
"A Million Miles away" ist der nächste emotionale Song, der insgesamt gelungen ist, aber nicht mit der ersten Ballade mithalten kann.
Ein typischer AORler mit viel Melodie, mehrstimmigen Passagen und dezenterer emotionaler Note ist "Angela". Etwas sperrig ist hier das Solo, bei dem wieder die intensive Seite ausgepackt wird, die sich dann leicht mit dem Rest des Songs beißt.
Ganz im Zeichen des Blues Rock steht "Love is the right Way" und erinnert mich ein bisschen an Musik von Glenn Hughes oder Jeff Healey, und wenn es praktisch fast übergangslos bei "Let's keep on tryin'" deutlich kraftvoller zur Sache geht dann auch an Aerosmith oder sogar ZZ Top. Es ist aber ein sehr interessanter und wohlklingender Kontrast zum bisherigen Melodic Rock.
Mit "Just a little closer" kehren Hungryheart in ihr übliches Genre zurück und wecken Erinnerungen an Bands wie Journey, Chicago oder Survivor und die großartigen Kompositionen der 80er.
Nochmal eine Ecke härter und knackiger präsentiert sich "Get lost", der, abgesehen von dem sehr harmonischen, mehrstimmigen Refrain, mehr zum traditionellen Hard Rock tendiert.
"Man in the Mirror" ist dann tatsächlich ein Michael-Jackson-Cover, das man aber eigentlich nur beim Refrain wirklich raushört. Ansonsten haben die Italiener den Song ziemlich gelungen nach ihren Melodic-Rock-Belangen umfunktioniert. Dass das Stück dadurch einen einwandfreien AOR-Touch bekommt, finde ich eine beeindruckende Leistung.
Zum Ende wird es noch mal ganz gefühlvoll: "You won't be alone" ist größtenteils akustisch gehalten und setzt komplett auf die emotionale Melodie und den warmen Klang der etwas rauchigen Stimme von Mario Percudani, der hier auch genau das passende Feeling reinsetzt und die richtigen Töne trifft.

Fazit: ONE TICKET TO PARADISE ist ein insgesamt gelungenes Melodic Rock-Album. Das Songwriting ist vielseitig und gut durchdacht. Und auch technisch kann man nichts bemängeln. Im Gegenteil: mit zwei Sängern zu agieren bringt weitere Abwechslung ins Spiel und hebt die Truppe auch von der Konkurrenz ab.
Hungryheart können sich mit diesem Werk endgültig etablieren und werden die Anhänger der Spielart zweifellos zufrieden stellen.

Titel-Liste:
 
  1. Stand up
  2. One Ticket to Paradise
  3. Let Somebody love you
  4. Boulevard of Love
  5. A Million Miles away
  6. Angela
  7. Love is the right Way
  8. Let`s keep on tryin`
  9. Just a little closer
  10. Get lost
  11. Man in the Mirror
  12. You won`t be alone

Laufzeit:
 56:30 Min.

Band-Infos:
 
  • www.hungryheart.it 

  • Probehören und Kaufen:
    Hungryheart: ONE TICKET TO PARADISE

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