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Review: Hysterica |
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Album:
| | METAL WAR, 2009, Crong / Rough Trade |
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | S.M., 11.06.2009 |
Review:
| | Die 2005 in Stockholm gegründeten Hysterica fallen vor allen Dingen dadurch auf, dass ihre Besetzung komplett weiblich ist. Im Bereich des traditionellen Metal eher eine Ausnahmeerscheinung, sind doch andere Girls-Bands wie Girlschool, Rock Goddess oder Crucified Barbara mehr in den Bereichen des Hard- und Heavy Rock zuhause.
Nach einer Demo aus dem Jahre 2006, die im Metal-Underground gut ankam, sind die Mädels nun mit ihrem Debüt-Album METAL WAR am Start. Von der Band legt offenbar nur Sängerin Anne De Vil wert auf ihren richtigen Namen, ansonsten finden sich im Line-Up Bezeichnungen wie Bitchie (Gitarre), RockZilla (Gitarre), SatAnica (Bass) und Hell'n (Schlagzeug). Naja, nicht die innovativsten Künstlernamen, schauen wir mal, wie die Mucke rüberkommt.
Sie tut es auf jeden Fall schön druckvoll, um nicht zu sagen wuchtig. Dabei sind die Aufbauten schön zielgerichtet und die Höhepunkte gut herausgearbeitet. Die fünf Damen, die zu Beginn der 80er vermutlich noch nicht mal geboren waren, verbreiten dabei unheimlich viel Old-School-Feeling. Der geneigte Hörer erlebt eine gekonnte Zeitreise und fühlt sich mit Metal konfrontiert, der original aus der NWoBHM stammen könnte.
Durch die weiblichen Vocals liegen meine ersten Eindrücke bei Bands wie Warlock oder Zed Yago. Doch vom Sound her spielen da viel mehr Einflüsse mit. Anleihen bei Accept vermag ich zu vernehmen, Einflüsse von Judas Priest, von ganz frühen Helloween (als diese eher noch dem Speed Metal zugetan waren) und auch mal etwas getragener und epischer wie beispielsweise bei Warlord oder auch Black Sabbath.
Dabei gehen die Mädels recht abwechslungsreich vor. "We are the Undertakers" ist druckvoll, groovy und geradlinig, mit einer genialen Bridge und noch besserem Refrain. Sehr eingängig ist "Halloween" und den Höhepunkt gröhlt man bereits nach dem ersten Hören mit.
Als verhaltener, aber wuchtiger Stampfer entpuppt sich "Bless the Beast", während "Girls made of Heavy Metal" (wohl ein Song über die Band selbst) ein genialer, straighter Headbanger ist und live vermutlich die Halle rocken lässt.
Etwas an Girlschool-Kompositionen erinnert mich "Louder", doch die soundliche Ausrichtung ist noch kraftvoller. "Metal War" ist ein fast doomiger Stampfer, der die Einflüsse von Sabbath nicht ganz verleugnen lässt. "Wreck of Society" ist wieder geradliniger mit schön herausgearbeitetem Refrain.
Bei "The Bitch is back" zieht es Hysterica in Sachen Dynamik fast in thrashige Bereiche. Nur im Mittelteil wird es als Kontrast kurz epischer und hymnischer, ansonsten regiert pure Power.
Bisher spielten sich die Stücke nicht nur auf einem vielfältigen, sondern auch durchweg auf hohem Level ab. "Devil in me" finde ich kompositorisch nicht so stark. Er baut zum Teil auf wechselndem Tempo auf, was an sich ja nicht schlecht ist, weil es weitere Abwechslung bringt. Doch vermag der Track im Vergleich zu manchen Vorgängern nicht so recht mitzureißen.
"Heavy Metal Man" wird kontinuierlich mit langsamen Rhythmus aufgebaut, steigert sich zum Höhepunkt hin dann an Intensität und mündet über eine hymnische Bridge in einen kraftvollen Refrain, was gut passt. Der Rausschmeißer "Pain in the Ass" ist nochmal ein straighter Banger mit sehr gutem Mitkreisch- und Live-Potential.
Fazit: Hysterica liefern mit METAL WAR nicht nur ein geiles Metal-Album ab, Anni De Vil ist auch die beste weibliche Stimme, die ich seit langem gehört habe. Sie singt unheimlich variabel, wechselt nach Bedarf locker zwischen hellerer und tieferer Lage, kann ihrem Organ auch einen rauhen Unterton verpassen und hat niemals Mühe, gegen die doch kräftige Instrumentalmacht des Albums anzukommen. Meinen Infos zufolge ist sie erst 19. Welch große Karriere die junge Dame wohl noch vor sich hat.
Aber natürlich haben die anderen Musikerinnen durch ihre professionelle Performance ebenso ihren Anteil am Gelingen des Werkes, und auch die Leistung in Sachen Songwriting ist Spitze. Hysterica verbreiten Old-School-Feeling, klingen aber niemals angestaubt, sondern eher frisch und unverbraucht. Sie schlagen eine Brücke zwischen der NWoBHM und neuzeitlichen Produktionen. Hysterica legen gleich mit ihrem Erstling ihre eigene Messlatte unheimlich hoch. Ich bin sehr gespannt, was wir von den fünf Schwedinnen in Zukunft noch erwarten dürfen. Nächstes Mal darf das Album nur gerne länger sein als 40 Minuten. |
Tipp:
| | Ich empfehle, allen Fans des traditionellen Heavy Metal, das Album mal anzutesten. Speziell den Old-School-Fans, deren großen Helden zwischen den Spätsiebzigern und Mittachtzigern den Metal regierten, spreche ich eine astreine Empfehlung für METAL WAR aus. |
Titel-Liste:
| | - We are the Undertakers
- Halloween
- Bless the Beast
- Girls made of Heavy Metal
- Louder
- Metalwar
- Wreck of Society
- The Bitch is back
- Devil in me
- Heavy Metal Man
- Pain in the Ass
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.hysterica.se  |
Empfehlen:
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