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Review: Icarus Witch |
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Album:
| | SONGS FOR THE LOST, 2007, Cruz Del Sur |
Stil:
Wertung:
| |  5 von 7 Punkten | | U.B., 15.07.2008 |
Review:
| | Aus Pittsburgh in Pennsylvania stammt die Band Icarus Witch die mit SONGS FOR THE LOST ihr drittes Album präsentiert. Bereits die EP ROSES ON WHITE LACE, was für ein romantischer Titel, brachte den Amis viel Aufmerksamkeit so dass das Debüt CAPTURE THE MAGIC nicht lange auf sich warten ließ. Wie gesagt, nun liegt die dritte Scheibe vor die Gegenstand dieses Reviews sein soll. Während den Aufnahmen hat sich das Besetzungskarussell gedreht. So verließ der Drummer die Gruppe und Eric Klinger der Produzent übernahm vorübergehend den Platz an den Trommeln im Studio. Chris Batton heißt nun der neue Fellgerber. Icarus Witch sind stilistisch eine Schnittmenge aus Hard Rock und Heavy Metal, man huldigt den Achtzigern und klingt im besten Sinne schön Old School mäßig. Als Einflüsse lassen sich besonders Iron Maiden ausmachen mit einem Schuss Rainbow, Fates Warning und Savatage. Aber Icarus Witch haben neben diesen Anleihen durchaus auch ihren eigenen Stil.
Direkt der Opener "Out for Blood" startet mit Maidenriffs und den für die Jungfrauen so typischen Breaks und Rhythmuswechseln. Kraftvoll und melodisch geht man zu Werke wobei besonders der Chorus sofort zündet.
"Written in the Stars" kann das hohe Niveau zwar nicht halten, ist aber dennoch nicht schlecht. Auffällig der starke Bass von Jason Myers. Der Mann weiß zu gefallen. Sein Spiel ist abwechslungsreich und deutlich stärker im Vordergrund als üblich. Das trifft übrigens auf fast alle Songs dieses Albums zu. Sänger Matthew Bizilia verweilt durchweg in mittleren Höhen, die Stimme hat etwas schneidendes und an einigen Stellen auch was kauziges an sich. Aber immer passt sie ausgezeichnet zum betreffenden Stück und unterstreicht die Atmosphäre.
Mit "The Sky is falling" folgt einer der Glanzpunkte des Albums. Die akustischen Gitarren klingen ein wenig mittelalterlich bis es dann nach einem Break richtig zur Sache geht. Auch hier findet sich der betonte Bass. Die Vocals sind eine Spur schrill und häufig mit aggressivem Unterton. Besonders auffällig ist der stampfende Rhythmus. Die Twingitarren rücken erst spät in den Fokus übernehmen dann aber mit schnellen Solos die Führung. Der Song klingt leise aus mit einer Überblendung auf die akustischen Gitarren vom Intro.
Wer "Nature of the Beast" hört braucht den Titel des Songs gar nicht zu kennen (und damit die Nähe zu NUMBER OF THE BEAST) um sofort zu wissen, wem die Band hier musikalisch Tribut zollt. Der ganze Aufbau, die Breaks und Tempowechsel klingen dermaßen nach Maiden. Die sich ablösenden ruhigen Abschnitte und deftigeren Einlagen gestalten die Nummer recht interessant.
"Mirror Mirror" ist ein Cover des Def Leppard Klassikers. Als Gastsänger hat man sich keinen Geringeren als Joe Lynn Turner geholt. Habe ich oft bei Coverversionen so meine liebe Mühe, so zeigen hier beide Daumen nach oben. Die tolle Mischung aus Melodie und Power des Originals blieb erhalten und es gelang, der Nummer auch einen eigenen Stempel aufzudrücken. Das Lied ist wie Traubenzucker, es schießt sofort ins Blut oder besser, in die Beine, die wippen automatisch mit. Echter Ohrwurm. Schöne Riffs, klasse Refrain.
Auch "Queen of Lies" ist bassbetont mit kräftig riffenden Gitarren. Etwas behäbig im Midtempo Bereich wie die meisten Songs der Scheibe. Drums und teils schreddernde Gitarren sorgen für den nötigen Druck, es muss gar nicht schnell sein und es klingt dennoch richtig fett.
Ähnlich ist "Devilīs Hour". Guter Old School Metal ohne Experimente mit einer gehörigen Portion Gitarren und ohne Keys fühlt man sich in die guten alten Zeiten versetzt. Bodenständig und ehrlich, was braucht man mehr?
"House of Usher" wartet mit vielen Tempo- und Rhythmusvariationen auf. Die doomige Atmosphäre wie man sie von Black Sabbath kennt ist das hervorstechende Merkmal der Nummer. Das Bedrohliche der Edgar Ellan Poe Geschichte kommt sehr gut rüber, dazu passt auch die Klassikeinlage am Schluss mit den Piano in Moll.
Bass und Gitarren dominieren auf "Afterlife". Der dumpfe Bass gibt einen dunklen Anstrich, eine Phase mit akustischen Gitarren ist dagegen fast heiter. Die facettenreichen, dynamischen Gitarrensoli sind das Besondere an diesem Song.
Zum Schluss überrascht man uns mit "Smoke and Mirrors", einer Ballade. Dass man diesen Track ans Ende gesetzt hat liegt bestimmt daran, dass er doch aus dem Rahmen fällt. Der mit Abstand ruhigste Song mit Streichern zeigt, man beherrscht auch dieses Gebiet. Geschickt vermeidet man den bei Balladen oft anzutreffenden Schmalz. Hier liegt mehr ein melancholischer Unterton vor, von süßlicher Melodie keine Spur.
Fazit: Klassischer Heavy Rock und Metal, gute Musiker, starker Bass und Twingitarren und die prägnante Stimme von Matthew Bizilia sind das Markenzeichen von Icarus Witch. In so große Höhen wie der (zum Teil) namensgebende Held der Antike schwingt sich die Truppe musikalisch nicht und läuft damit auch nicht Gefahr der Sonne zu nahe zu kommen um dann tief zu fallen. Aber gefälligen Old School Metal der besseren Sorte kann man hier zweifellos bescheinigen. Die Produktion ist gut, der Sound kernig und knackig. |
Anspieltipps:
| | "The Sky is falling", "Mirror Mirror" und "House of Usher" |
Tipp:
| | Wer nicht ständig dem neusten Trend hinterher hechelt und den Rock/Metal der frühen Achtziger zu schätzen weiß, dem wird Ikarus Witch gefallen. Für Freunde der Bassgitarre schon ein Pflichtkauf, nicht nur weil der Basser ein Könner ist, sondern auch weil das Instrument was sonst so oft ein Schattendasein fristet hier so richtig aufspielt. Iron Maiden Fans werden hier viele Aha Erlebnisse haben ohne das die Songs zu reinen Kopien verkommen, dafür sind die Einflüsse auch anderer Bands zu vielschichtig, gepaart mit durchaus eigenem Stil. |
Titel-Liste:
| | - Out for Blood
- Written in the Stars
- The Sky is falling
- Nature of the Beast
- Mirror Mirror
- Queen of Lies
- Devil`s Hour
- House of Usher
- Afterlife
- Smoke and Mirrors
|
Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.icaruswitch.com  |
Empfehlen:
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