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Review: Iced Earth |
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Album:
| | FRAMING ARMAGEDDON, 2007, Steamhammer |
Stil:
Wertung:
| |  4 von 7 Punkten | | J.G., 16.09.2007 |
Review:
| | Endlich haben es die Recken um die inzwischen einzige Konstante in der Band Jon Schaffer, fertig gestellt, das neue Werk FRAMING ARMAGEDDON. Der Zusatz SOMETHING WICKED PART 1 deutet darauf hin, dass die ursprüngliche Idee bereits 1998 zu Zeiten des Albums SOMETHING WICKED THIS WAY COMES geboren wurde. Man möchte in einem mehrteiligen Epos 12.000 Jahre Meschheitsgeschichte aufarbeiten - eine Aufgabe, die es zunächst zu bewältigen gilt. Aber wie das nun mal mit Ideen so ist, kann sich bis zu ihrer Realislierung einiges verändern.
Da macht Iced Earth keine Ausnahme. Beginnen wir beim noch damals im Einsatz befindlichen Sänger Matthew Barlow, der kurz darauf die Band verlassen hatte um lieber als Polizist seine Brötchen zu verdienen. Ein herber Verlust, den die Band eigentlich bis zum heutigen Tag nicht vollständig kompensieren konnte. "Ripper" Tim Owens ist wohl inzwischen in der Band angekommen und akzeptiert, aber gesanglich liegen seine Qualitäten nicht dort, wo Iced Earth früher seine Stärken besaß. Der Ausspruch Jon Schaffers "Wir treffen uns alle sechs Monate, werfen unsere Namen in einen Hut und ziehen jemanden, der dann aus der Band geworfen wird", gibt auch kaum Grund zur Freude, was die Stabilität der Band betrifft, denn Matthew Barlow ist nicht der Einzige, der seit der Erfolgszeit der Band den Rücken gekehrt hatte.
Und dann waren da noch die durchaus erfolgreichen Nebenprojekte von Tim, Beyond Fear oder auch Jons Demons & Wizards, an denen sich der Neuling messen muss. Wird das Album den hohen Ansprüchen gerecht und kann es allen Unkenrufen zum Trotz bestehen?
Es beginnt mit einer standesgemäßen "Overture", die thematisch passend eine Überleitung zum eigentlichen Opener "Something wicked Part 1" schafft. Hier wird jedoch wenig Neues geboten, erscheint es wie eine Weiterführung des Vorgängers THE GLORIOUS BURDEN. Egal ob Riffing, das Gitarrenspiel oder Tims Gesangslinie. Noch hin kommt, dass der Song sich nicht gerade als der genial eingängige Brüller vor dem Herrn präsentiert und als Operner einfach fehlplatziert wurde.
Warum man dann gleich nochmal mit "Invasion" ein quasi zweites Intro folgen ließ, entzieht sich meiner musikalischen Vorstellung. Wenn es der Versuch sein sollte, dem Album einen epischen Charakter aufzuzwingen, so hätte es bessere Möglichkeiten gegeben. Geschichetn werden nicht unbedingt besser durch den Einsatz von Sprechern oder kurzen Instrumental-Bridges. Das verstehen nur wenige Bands, wie Rhapsody (on Fire) perfekt und in sich schlüssig umzusetzen. Nicht genug, setzt man mit dem 94-sekündigen Zwischenstück "The Motivation of Man" dem ganzen noch die Krone auf.
Und so ist es eigentlich der Song "Setian Massacre", der das Album endlich richtig durchstarten lässt. Neben druckvollem und variantenreichen Power-Drumming ist es diesmal gelungen, die Gesangslinien perfekt an Tims Fähigkeiten anzupassen. Jedoch befindet man sich auch hier mehr im Fahrwasser der THE GLORIOUS BURDEN-Ära, als in der guten alten Zeit von THE DARK SAGA.
"A Charge to keep" mit dominanter Gesangslinie gibt das erste mal dem Frontmann genügend Raum zur Entfaltung. Die harten Gitarrenriffs nur angedeutet und das Drumming nicht zu überfrachtet, fehlt jedoch eine tragende Melodielinie und eine genügend starke thematische Anbindung. Da helfen auch die fetten Chöre im Refrain nichts oder auch das etwas zu kurz und lieblos ausgefallene Gitarrensolo.
Noch eine Stufe sanfter mit dezenten Gitarren begleitet, folgt "Reflections", eine weiterethematische Bidge. Spätestens jetzt fehlt mir etwas das Verständnis für diese Vorgehensweise. Auf drei "Nutzsongs" hat man immerhin vier Intros/Bridges gepackt. War das wirklich nötig? Zumindest man es geschafft, dem Album gänzlich den Schwung auszutreiben...
"Ten thousand Strong" bringt endlich wieder Leben in die Bude und schafft es erstmals mit einem gewissen Ohrwurm-Charakter länger in den Gehörgängen zu verweilen, wenn auch der exzessive Gebrauch von Chören im Refrain nicht unbedingt nötig gewesen wären.
Klar, der geneigte Leser hat es schon erwartet. "Execution" ist ein weiteres Zwischenspiel, welches sich wohl zum Ende seiner 87 Sekunden zu steigern vermag, aber kaum das hält, was der Titel verspricht.
Und dann ist es endlich wieder so weit. Mit "Order of the Rose" wird die Reise durch die menschliche Zeitgeschichte fortgesetzt. Man kann jedoch kaum einen Unterschied zum Vorgänger "A Charge to keep" erkennen, was auch an der Zerhackstückelung des Albums liegen mag. Klar, manchen mag es gefallen und ich wäre als großer Fan dieses kompositorischen Vorgehens der letzte, dem dies nicht zusagen würde. Ich bin jedoch auch Iced Earth-Fan der ersten Stunde und finde mich einfach nicht mehr so gut aufgehoben, wie zu früheren Zeiten.
Ich erspare mir des halb auch einen Kommentar zum nächten Intermezzo "Cataclysm" und wende mich gleich dem längsten Stück auf der Scheibe zu. "The Clouding" mit dem Charme von Pink Floyd oder auch Alan Parsons Project, lässt sich viel Zeit um endlich auf den Punkt zu kommen. Man gibt sich dabei viel Mühe, aber gäbe es noch kein Album THE DARK SAGA, so wäre auch kein Vergleich mit "A Question of Heaven" möglich. Und dabei zieht der neuling eindeutig den Kürzeren - auch mit deutlich mehr (und eigentlich überflüssiger) Spielzeit im Gepäck.
Wer nun noch immer auf die entscheidende Wende auf diesem Album hofft, der wird wohl vergebens warten, denn bis zur letzten Note wird sich nicht mehr viel Neues ergeben. Zwar bietet der Titel-Song "Framing Armageddon" gehörig Schwung und auch der Nachfolger "When Stars collide" einen zwingenden Groove, aber wirklich herumreißen kann man das Ruder nicht mehr.
Fazit: Es fällt mir schwer meine Power Metal-Götter abzustrafen, aber auch nach unzähligen Hörversuchen kann mich das Album nicht wirklich überzeugen. Es hat sicherlich auch seine Stärken, die einerseits in der Realisierung einer überaus komplexen Story liegen mag und andererseits endlich einen überzeugend agierenden Tim Owens am Mikro präsentiert.
Aber wo sind die Gitarren geblieben? Und warum habt ihr dem Drummer eine solch komplexe Aufgabe auf's Auge gedrückt und ihm nicht mehr Spiel-Fluss und Freiheit gegeben, anstatt ihm mit überfrachteter Komplexität zu überfordern?
Und war es wirklich nötig, das Schema "Epic-Story" mit den üblichen Zwischenstücken um jeden Preis über das Album zu stülpen? Wäre es nicht auch ohne den oftmals nervenden Ballast möglich gewesen eine richtige "Story" zu erzählen? Andere Bands haben es doch auch geschafft - ich denke nur an Savatage & Co..
Ob mich mich nun wirklich auf die Fortsetzung freuen sollte, weiß ich nicht. Sicherlich wird das Album nicht einfach bei mir im Regal verschwinden, aber ob ich jemals den Zugang finden werde? |
Tipp:
| | Iced Earth Fans werden sicherlich zugreifen und auch einige gute Songs finden. Ob man sich jedoch mit dem Konzept anfreunden kann, muss jeder selbst entscheiden. |
Titel-Liste:
| | - Overture
- Something wicked Part 1
- Invasion
- The Motivation of Man
- Setian Massacre
- A Charge to keep
- Reflections
- Ten thousand Strong
- Execution
- Order of the Rose
- Cataclysm
- The Clouding
- Infiltrate and assimilate
- Retribution Through the Ages
- Something wicked Part 2
- The Domino Decree
- Framing Armageddon
- When Stars collide
- The Awakening
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Laufzeit:
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