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Review: Iconcrash
 
ENCHONIAN DEVICES

Album:
 ENCHONIAN DEVICES, 2010, Dynasty

Stil:
 Dark Wave, Industrial Gothic Rock

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 A.K., 06.06.2012

Review:
 Was bitte sucht eine Band deren Musik doch eher im Synth-Rock Bereich einzuordnen ist bei einem Magazin wie HardHarderHeavy? Zugegeben, eine berechtigte Frage. Aber mit dem Release des zweiten Longplayers der finnischen Dark Waver rund um Singer/Songwriter Jaani Peuhu, warteten die Jungs mit einem Album auf, welches mit sattem Gitarrensound, treibenden Beats und einer gelungenen Atmosphäre brilliert. Und? Jetzt doch gespannt darauf, was die hierzulande noch recht unbekannte Band aus Helsinki zu bieten hat? Gut! Dann mal rein in die Sauna, die Lautstärke aufgedreht und gut hingehört... äh, gelesen.

Mit der Aussage "I hear Voices" stimmt das Intro "Initium" mit bizarren Geräuschen, flüsternden Stimmen und Effekten in das Album ein um mit dem erstem Song "Strange, Strange Dark Star" direkt in die Vollen zu gehen. Eine satte Bass-Line gepaart mit einem eingängigem Riff und Jaani´s zwar melancholischer nichts desto trotz guter Stimme machen den Track definitiv zu einem Ohrwurm.
"Mission" schimpft sich der nun folgende Song, welcher vom Soundbild her mehr an Iconcrash´s Industrial-Wurzeln anknüpft und von Synthesizern getragen wird. Dies setzt sich auch beim Song "Lullaby for Nicole" fort den man eindeutig als eines der Highlights des Albums bezeichnen kann. Zwar lassen sich kommerzielle Einflüsse nicht leugnen, doch das Arrangement und Thema des Tracks sind durchaus sehr gelungen.
Mit "Everlasting" wird es schließlich wieder etwas rockiger. Eine steady Drumline gepaart mit Synthy-Bass-Passagen und einer catchy Melodie zeichnen den Song aus. Vielleicht gerade deshalb entschieden sich Iconcrash dazu, diesen Song als Single-Auskopplung samt Video zu wählen.
Mit dem ruhigerem Track "Chaos" setzen Iconcrash wiederum auf den Einsatz von Synthesizeren und zaubern mittels teils bizarrer Soundkreationen eine nette Ballade. Dies wird gefolgt von dem beinahe Mainstream Track "Never Ever" und dem Mid-Tempo-Track "Sleeper" welcher durch eine groovy Bassline hervorsticht.
Einen fast epischen Touch bietet der Song "Eye of the Storm", während "Fiery Serpents", der recht synthie-lastig daher kommt versucht an den Vorgänger anzuknüpfen, mich aber nicht so wirklich überzeugen konnte.
Mit "The River" hält schließlich eine von akustischen Gitarren begleitete Ballade Einzug und bedient sich synthetischer Elemente und "herkömmlicher" Instrumentierung.
Abschließend spielen sich Iconcrash mit dem Song "Faith" einmal quer durch die Genres ihres Könnens. Die langsam aufbauende Spannung des Songs entlädt sich in sattem Gitarrensound und knackigen Beats, was den Longplayer gelungen abrundet.

Fazit: Wie schon eingangs erwähnt mag es verwirrend erscheinen, dass eine Band welche man eher dem Industrial Darkwave zuordnen würde es zu einer Review bei unserem geliebt metallastigen Magazin bringt. Doch in Anbetracht dessen, dass meiner einer – bekennender Liebhaber von halsschmerzerzeugendem Gekreische, maschinengewehrartigen Schlagzeugpassagen und um gnadewinselnden Gitarren – vom Sound der Finnen überzeugt wurde, rechtfertig meiner Meinung nach dieses Sakrileg. Atmosphärisch, wie auch Klangtechnisch liefern Iconcrash ein wirklich bemerkenswertes Album ab, welches mit der gelungenen Mischung aus Gothic Rock-Elementen und aus dem Industrial nicht wegzudenkenden Synthesizern zu bestechen vermag.
Wer also gerne mal das Massaker aus verzerrten Gitarren und gequälten Stimmbändern gegen eine atmosphärische Klangkulisse aus dem Gothic-Bereich eintauschen möchte, ist mit diesem Longplayer meiner Meinung nach gut beraten.

Anspieltipps:
 "Strange, Strange Dark Star", "Lullaby for Nicole", "Everlasting".

Tipp:
 Eher unerwartet, schaffen es Iconcrash selbst bei rein akustischen Gigs ihre Songs eindrucksvoll zu präsentieren, was einen Besuch ihrer Gigs empfehlenswert macht.

Titel-Liste:
 
  1. Initium
  2. Strange, Strange Dark Star
  3. Mission
  4. Lullaby For Nicole
  5. Everlasting
  6. Chaos
  7. Never Ever
  8. Sleeper
  9. Eye Of The Storm
  10. Fiery Serpents
  11. The River
  12. Faith

Laufzeit:
 52:08 Min.

Band-Infos:
 
  • www.iconcrash.com 


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