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Review: Ill Niņo |
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Album:
| | DEAD NEW WORLD, 2010, AFM |
Stil:
Wertung:
| |  4,5 von 7 Punkten | | M.U., 14.11.2010 |
Review:
| | Lange Zeit war es recht still um diese amerikanische Band. Seit dem Erscheinen des letzten Albums ENIGMA im Jahre 2008 hat man von Ill Niņo nichts mehr gehört. Man spekulierte sogar, dass sich die Band aufgelöst haben muss, denn es kaum irgendwelche Informationen. Auch, dass ein neues Album in Arbeit ist, war nur wohl wenigen bekannt. Und dann... wie aus heiterem Himmel platzt vor kurzem das neue Album und damit das fünfte Studioalbum DEAD NEW WORLD in die Plattenläden und CD-Abteilungen.
Los geht es mit "God is for the Dead". Schon nach den ersten Klängen wird einem sofort klar, dass Ill Niņo sich sehr geändert haben. Nicht mehr der knallharte Sound sondern eher weichgespült, poppiger und kommerzieller. Kein gutes Omen, auch wenn der Song schon eine gewisse Stärke ausstrahlt. Doch da helfen auch spanisch angehauchte Klänge nicht viel.
"The Art of War" schwebt auch der gleichen Welle weiter. Zwar klingt der Song ein bisschen härter und brutaler, aber im Großen und Ganzen dem Opener doch sehr ähnlich. Positiv fällt die immer noch kraft- und ausdrucksvolle Stimme des Sängers auf. Das ist schon fast wie ein Markenzeichen.
Mit dem Song "Against the Wall" sollte man sich wirklich gegen die Wand stellen. Denn sonst fällt man um. Hier bleibt von Ill Niņo nicht viel übrig. Der Song klingt eher wie Linkin Park aus den letzten Alben. Sehr poplastig und irgend man vermisst schon die Nu-Metal Schiene.
Dagegen klingen "Mi Revolución" nicht wirklich wie eine Revolution. Musikalisch fühlt sich eher an Soulfly erinnert. Ein starker und ausdrucksvoller Song mit viel Gefühl. Wovon wir bei diesem Album genug beileibe genug abbekommen werden.
Bei "Serve the Grave" blitzen die ersten Wurzeln der alten Ill Niņo hervor. Da kommen einem richtig gute Gefühle hoch. Ein sehr kraftvoller Song, der seine Anleihen aus dem Album REVOLUTION REVOLUCÍON nimmt (übrigens dem bestem Album von Ill Niņo). Da kommt so richtig Freude auf. Und da merkt man auch an der fabelhaften Spielweise.
Leider ist mit dem nächsten Song "If you were me" schon wieder Schluss mit der Herrlichkeit. Man verfällt schlagartig in die Pop-Schiene zurück. Einfach zu viel Gefühl und zu viel Sentimentalität. Das sind einfach nicht Ill Niņo.
Und nun wird es richtig spanisch. Mit entsprechenden akustischen Klängen beginnt der Song "Ritual". Nach einem kurzen Intermezzo bei dem glauben könnte, endlich geht es los, wird man wieder relativ kurzfristig auf den Boden Tatsachen zurückgeholt. Wieder so ein weichgespülter und gefühlvoller Song.
"Killing you, killing me" ist eine Mischung aus akustischer Gitarre mit spansichen Einflüssen, die allerdings exzellent und extrem aggressiv gespielt wird. Dazu kommt der ebenso aggressive Gesang. Mit dem Song können sie bei den Fans viel Boden gut machen. Das ist ein Song, wie man ihn eben von Ill Niņo erwartet. Hart, schnell, aggressiv und brutal. Schade, dass so etwas so rar auf diesem Album ist.
"How could I believe" liegt irgendwie zwischen beiden hier vertretenen Stilrichtungen Auf der einen Seite diese poppige Musik und aus der anderen Seite diese harte Schiene aus Nu- und Heavy Metal. Abgemischt mit einem Spritzer spanischer Folklore á la Breed 77.
Vollkommen anders erscheint einem "Bullet with Butterfly Wings". Sprechgesang untermalt vom Schlagzeug und ein bisschen Gitarre. Man geht mit musikalischen Elementen sehr spärlich um.Im weiteren Verlauf drifted der Song stark in Richtung des Alternative Metal ab und klingt wie Bullet For My Valentine gemischt mit Linkin Park und einem Schuss Syonic Syndicate.
Das erste was einem zum letzten Song "Scarred" einfällt ist der Gedanke, dass es doch noch Gerechtigkeit gibt. Wenigstens zum Schluss präsentieren Ill Niņo noch einmal das, was man man von ihnen erwartet. So kraftvoll hätte das ganze Album sein sollen. Aber es sollte nicht so sein.
Fazit: Zweieinhalb Jahre mussten Fans von Ill Niņo auf dieses Album warten. Zweieinhalb lange Jahre und dann das! Wer sich das Album angehört hat wird wohl dieses ins CD-Regal stellen und es wohl für den Rest dort belassen. Weichgespülte und poppig klingende Songs, die eher an Linkin Park oder Bands dieser Richtung erinnern als an Ill Niņo. Man wird sich wehmütig an die die Songs aus den Alben REVOLUTION REVOLUCÍON oder ONE NATION UNDERGROUND zurückerinnern. Denn die beiden Alben sind mit Abstand die Besten gewesen. Hier haben wir definitiv ein Album, welches einfach zu kommerziell ausgerichtet ist. Schade! |
Anspieltipps:
| | "God is for the Dead", "The Art of War", "Serve the Grave", "Killing you, killing me", "How could I believe" und "Scarred".. |
Titel-Liste:
| | - God is for the Dead
- The Art of War
- Against the Wall
- Mi Revolución
- Bleed like you
- Serve the Grave
- If you were me
- Ritual
- Killing you, killing me
- How could I believe
- Bullet with Butterfly Wings (Smashing Pumpkins Cover)
- Scarred
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Laufzeit:
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