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Review: Impellitteri |
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Album:
| | WICKED MAIDEN, 2009, Metal Heaven |
Stil:
Wertung:
| |  4,5 von 7 Punkten | | S.M., 09.04.2009 |
Review:
| | Impellitteri, die US-amerikanische Truppe um Bandleader, Ausnahmegitarrist und Namensgeber Chris Impellitteri, gibt es schon seit 1987 und hat bislang acht Studio-Alben veröffentlicht. Trotzdem konnte sie im europäischen Raum nicht so wirklich ins Rampenlicht treten. Viel mehr werden die Erfolge in Japan und dem übrigen Asien gefeiert. Warum ist das so?
Mir sind Impellitteri jetzt nicht so bekannt, dass ich diese Frage beantworten könnte. Allerdings glaube ich, dass das asiatische Publikum High-Speed-Shredder und Gitarrenvirtuosen mehr verehrt, als wir Mitteleuropäer. Oder leichter von diesen beeindrucken lässt. Und Chris Impellitteri kann man wohl schon als solchen ansehen, er hat auch ensprechende Auszeichnungen wie den Best Rock Guitarist Award in der Tasche. Wie auch immer, Impellitteri legen mit WICKED MAIDEN nun Album nummero neun vor. Veröffentlicht wird es über Metal Heaven.
Chris Impellitteri, die einzige Konstante in der Truppe, ist natürlich alleine für das Gitarrenspiel zuständig. Für den Gesang konnte mit Rob Rock ein weiterer Ausnahmekünstler auf diesem Gebiet gewonnen werden. Die weitere Besetzung besteht aus James Pulli (Bass) und Brandon Wild (Drums).
Der Titeltrack "Wicked Maiden" startet sehr knackig mit einem versierten Riff und druckvollem Groove. Der Aufbau ist zielgerichtet und mündet nach recht kurzer Zeit in den Refrain, der eingängig ist, aber vielleicht noch ein wenig deutlicher als Höhepunkt hätte hervorstechen sollen.
Seine Shredder-Fähigkeiten stellt Impellitteri bei "Last of a dying Breed" unter Beweis. Aber auch der Aufbau mit seinem hymnischen Konstrukt kann punkten. Den Refrain kann Rob Rock mit seinem Timbre schön ausreizen. Dem Solo würde dagegen etwas weniger Griffbrettgewichse gut tun.
Für die Eingangsriffs lässt sich der Bandleader immer etwas einfallen, denn auch "Weapons of Mass Distortion" startet mit interessanten Tonfolgen. Dafür nervt das verzerrte Spiel während des Aufbaus etwas. Bridge und Refrain sind gelungen und Rob Rock holt aus seinem Organ wieder das Maximum heraus.
Wie nicht anders zu erwarten beginnt "Garden Of Eden" mit einem wohlklingenden Riff, dass sich mit leichten Abänderungen dann auch durch den Song zieht. Trotzdem fällt bereits hier auf, dass WICKED MAIDEN wenig Abwechslung bietet. Alle Stücke sind nach demselben Prinzip: Intro-Strophe-(Bridge)-Refrain-Strophe usw. und nicht zu vergessen ein obligatorisches profilierungssüchtiges Solo. Kein Song war bislang schlecht, die Melodien gehen auch ins Ohr, werden aber eben vom nächsten ähnlich strukturierten Track auch gleich wieder verdrängt. Aber Impellitteri hat ja noch einige Stücke lang Zeit, mehr Vielfalt aufzufahren.
Bei "The Vision" zeigt Impellitteri schon zu Beginn sein virtuoses Können. Danach wird der Rhythmus erstmal schleppend, fast doomig und zieht erst zum Höhepunkt hin an. Na, wer sagtīs denn. Schonmal ein Ausbruch aus dem Standard-Prinzip.
Das Intro von "Eyes of an Angel" verzaubert die Ohren und auch der hymnisch-epische Refrain ist das bisherige Highlight der Scheibe. Mit Rob Rock hat Impellitteri aber auch einen Sänger an Bord, der solche Höhepunkte perfekt vertonen und stimmlich ausreizen kann.
Mit "High School Revolution" bringen uns Impellitteri den guten alten rebellischen Rock'n'Roll näher. Ähnlichkeiten zu Alice Coopers ""Schools out" sind sicherlich nicht zufällig. Natürlich klingt der Song nicht wie ein Abklatsch des Klassikers, sondern bekommt vom Bandleader schon sein ganz eigenes Gewand verpasst. Rockt und grooved ordentlich und auch das Solo ist hörenswert.
"Wonderful Life" hat schön Drive und ein sehr intensives Konstrukt. Erneut sind Bridge und Refrain hymnisch arrangiert, was auf diesem Album ein funktionierendes Rezept ist. Schon wegen dem Kontrast zum knackigen (und manchmal etwas ausufernden) Gitarrenspiel.
Bei "Holyman" haben wir es dann mit einem unerwartet düsteren und tiefgründigen Konstrukt zu tun. Der Song geht teilweise in gothische Gefilde und hat auch erstmals sehr viel Piano- und Keyboarduntermalung. Auch wenn das Stück etwas sperrig ist, wird es von mir als kompositorische Abwechslung gewürdigt.
Mit dem abschließenden "The Battle rages on" greift Meister Impellitteri dann leider nochmal ordentlich daneben. Anstatt eine solide Scheibe mit einem Highlight zu beenden, fehlt es dem Song an Melodie, an einem Spannungsbogen und jeglichen Momenten mit Wiedererkennungswert. Sogar Rocks Gesang schließt sich dem Eindruck an und klingt teilweise disharmonisch als würde er neben den Tönen liegen. Schwacher Ausklang! Schade...
Fazit: Insgesamt kann man sagen, dass WICKED MAIDEN ein bodenständiges Album geworden ist. Mehr allerdings auch nicht. Dazu wirken manche Songs einfach kompositorisch nicht optimal ausgearbeitet. Das Werk ordnet sich im vorderen Mittelfeld des klassischen Heavy Metal ein, zur Spitzengruppe fehlt aber noch viel. Ich wage zu prognostizieren, dass Impellitteri auch mit WICKED MAIDEN nicht in den Blickpunkt der europäischen Metal-Szene treten werden. Da gibt es einfach deutlich bessere Alben.
Auch der Blick auf die Spieldauer ist recht ernüchternd. Über drei Jahre erstreckten sich die Arbeiten an der Platte (erzählt die Promo-Info) und dann kommt nicht mal eine dreiviertel Stunde Spielzeit heraus. Das ist enttäuschend. Ich denke, mit seinen Lead-Gitarren-Eskapaden wird Chris Impellitteri auch weiterhin japanische Fans verzaubern können. In Europa läuft der Hase anders. Doch Reinhören kann nicht schaden und einige gute Songs gibt es ja. |
Anspieltipps:
| | "The Vision", "Eyes of an Angel", High School Revolution" und "Wonderful Life". |
Tipp:
| | Die Freunde flinker Fingerfertigkeiten sollten durchaus mal ein Ohr riskieren. |
Titel-Liste:
| | - Wicked Maiden
- Last of a dying Breed
- Weapon of Mass Distortion
- Garden of Eden
- The Vision
- Eyes of an Angel
- High School Revolution
- Wonderful Life
- Holyman
- The Battle rages on
|
Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.myspace.com/impellitteriofficialsite  |
Empfehlen:
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