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Review: In Dread Response
 
FROM THE OCEANIC GRAVES

Album:
 FROM THE OCEANIC GRAVES, 2009, Deadboy

Stil:
 Melodic Death Metal

Wertung:
 4 von 7
4 von 7 Punkten
 U.B., 05.08.2009

Review:
 Es passiert nicht oft, dass musikalische Grüße genau von der anderen Seite des Erdballs bei mir eintrudeln. Aber nun so geschehen mit dem ersten kompletten Album der Band In Dread Response aus Auckland der Hauptstadt von Neuseeland. FROM THE OCEANIC GRAVES lautet der Titel des Albums das von einem Cover geschmückt wird wie ein Gemälde mit großen Segelschiffen. Ja, ja die Zeit der romantischen Windjammer seiner Entbehrungen und Gefahren. Ein Thema was sich bei einer Heimat wie New Zealand aufdrängt, besteht das Land doch aus zwei Inseln. Auf die Musik übertragen segeln In Dread Response in rauem Melodic Death Metal Fahrwasser mit voll geblähten Segeln. Sean OŽKane Connolly Vocals, Andy Chandler Gitarre und Vocals, Trajan Schwencke Gitarre und Vocals, Steve Boag Bass und Alex Bird Drums lautet die Besetzung.

Auf dem Opener "Vital Grounds" erwartet einen ein mächtiges Klanggewitter mit harten Drums und schneidenden Gitarren. Über dem wütenden Gebolze dominieren die heiseren Death Metal Shouts.
"I paint the World in Solitude" ist beinahe eine Kopie des vorangegangenen Stücks jedoch mit einem kurzen ruhigen Einschub und eine Spur melodischer ist es auch geraten. Höhepunkt sind die wieselflinken Gitarreneinlagen.
Auch "Cannons at Dawn" bringt nichts Neues. Viel Drum Getöse, hohes Tempo, alles wie gehabt.
Auch "Scarecrows in the Sky" lässt Abwechslung vermissen. Nur der Anfang mit wie aus weiter Ferne erklingender Gitarre hebt sich wohltuend ab bevor erneut das Tempo nach oben schießt. Die Soundkulisse ist richtig fett wenn nur nicht das ständig heisere Kreischen der Vocals die Atmosphäre stören würde.
"Concrete Sanctuary" mag kurze epische Momente haben doch das Uptempo Speed Gehämmer beschert mir ein ums andere mal ein Deja Vu Erlebniss alles schon gehört zu haben. Das trifft auch auf "Rememberance" zu.
Mit "Lost Avenues" tritt endlich ein Wandel ein. Nachdenkliche, melancholische Gitarrenakkorde läuten das Stück verhalten ein bevor der aufbrandende Instrumenten Orkan über den Hörer herein bricht. Das hier die Vocals sparsamer zum Einsatz kommen empfinde ich als angenehm bleibt so doch mehr Raum für die Gitarren und die sind ausgesprochen gut. Nach einem harten Schnitt klingt die Nummer mit der leisen Gitarre vom Anfang aus.
Ein Anflug von Bombast zeichnet "Call of the Carrion" aus. Tempo und Rhythmus variieren mehrfach und da die Drums etwas weniger hektisch zu Werke gehen und die Gitarren mehr betont sind, kommt der Track spürbar abwechslungsreicher rüber.
Auf "Stillborn Kingdom" gibt es wild kaotisches Geschepper bevor im weiteren Verlauf die Sache mit schönen Gitarrenläufen deutlich an Kontur gewinnt.
"The Begotten" ist ein Aufguss der ersten drei Songs des Albums. Nichts Neues von den Kiwis.
Zum Schluss wartet "Black Soterion" mit unerhört kräftigen Gitarrenriffs auf, beide Gitarren ergänzen sich gut. Das Tempo ist deutlich langsamer bis unvermittelt wieder Vollgas, bei Segelschiffen spricht man wohl von Vollzeug, das Motto ist. Die Vocals setzen erst spät ein und sind nur in einer kurzen Passage zu hören. Ein ganz ruhiger Abschnitt mit deutlichem Bassspiel und dezenten Gitarren prägen den getragenen und stimmungsvollen mittleren Teil mit einem traurigen Unterton. Das Ende bildet dann nochmals die volle Death Metal Dröhnung.

Fazit: Auf den ersten Blick erscheinen Melodic und Death zwei unvereinbare Attribute beim Metal zu sein. Aber schon lange haben besonders finnische Bands, speziell Children Of Bodom bewiesen, dass das durchaus zusammen passt. So harmonisch wie bei den Finnen gelingt die Angelegenheit der New Zealand Truppe leider nicht. Der melodische Anteil ist bei In Dread Response eher klein ausgefallen. Besonderen Abwechslungsreichtum erwarte ich bei diesem Genre nicht aber etwas mehr Variationen dann doch. Zugegeben bei den Songs "Lost Avenues" und "Black Soterion" bricht man aus dem engen Korsett aus und variiert den Song in gelungener Manier. Leider setzt man beim Rest viel zu sehr auf monotones Knall- Bum- Peng Gebolze. Bei vielen Stücken werde ich an den Sketch von Loriot erinnert, der mit der Weinprobe. "Der Wein schmeckt wie der erste." "Falsch, der schmeckt wie der zweite und der schmeckt wie der erste." Mehr Abwechslung und häufigere Midtempo Passagen bitte. Dabei beherrschen die Jungs ihre Instrumente vorzüglich. Die Drums versuchen zwar sich ständig selbst zu überholen und hämmern mit nicht enden wollenden Blastbeats sorgen aber für fette Power und die Gitarren präsentieren sich in toller Spiellaune. Die Soundkulisse ist bei mehreren Stücken beeindruckend und alles andere als ein laues Lüftchen. Auch die ausgedehnte Spielzeit von über eine Stunde schlägt positiv zu Buche. Wenn ich da an die obligatorischen 35 Minuten der Kinder von Bodom denke. Leider wird Potenzial verschenkt in dem gleich drei Shouter mit ihrem heiseren Gekrächze vieles zudecken. Die Growls klingen als wäre der Betreffende direkt aus der Hölle entsprungen so wütend und aggressiv wird das Mikro angeschrieen. Manchem Liebhaber dieser Stilrichtung mag das ja gefallen, mir ist es zu viel des Guten. Die Mischung macht's, Melodie und Härte. Auf dieser Scheibe dominiert ganz klar der harte Aspekt.

Anspieltipps:
 "Lost Avenues", "Call of the Carrion" und "Black Soterion"

Tipp:
 Nur die harten kommen in den Garten. So Jungs und Mädels der stahlharten Salami Knackwurst Fraktion wenn ihr auf viel Geknüppel und Geballer steht, hier ist ein Album was euch gefallen dürfte, besonders wer auf ultra bösen Gruft Töne liebt was die Vocals betrifft, wird reichlich bedient.

Titel-Liste:
 
  1. Vital Grounds
  2. I paint the World in Solitude
  3. Cannons at Dawn
  4. Scarecrows in the Sky
  5. Concrete Sanctuary
  6. Rememberance
  7. Lost Avenues
  8. Call of the Carrion
  9. Stillborn Kingdom
  10. The Begotten
  11. Black Soterion

Laufzeit:
 61:46 Min.

Band-Infos:
 
  • www.myspace.com/indreadresponce 


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