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Review: Incubus
 
MORNING VIEW

Album:
 MORNING VIEW, 2001, Smi Epc

Stil:
 Alternative Rock

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 U.C., 10.07.2007

Review:
 Vielen mag es eine Frage sein, was Incubus denn nun für eine Musik machen- doch weder die Band selbst, noch die Hörerschaft scheint sich da einig zu werden- wozu auch, wenn man es auch schon die Alben zuvor ohne konkrete Stilrichtung weit gebracht hatte?

Den Anfang macht "Nice to know you", das ich als ein Willkommen in der Vielfalt des Albums nennen würde, denn ruhigere sowie schnellere Passagen erhalten Eintritt in das Lied. Auch mag es das Lied mit den lautesten Gitarrenklängen sein, die genauso schnell wieder verschwinden, wie sie aufgetaucht sind.
Weitergehen tut es mit "Circles", das mit einem instrumentalen Intro anfängt und bei Einsatz des Gesang den Rhythmus auf einen Schlag verändert - doch durch den gleichzeitig einsetzenden Gesang ist dieser Schnitt recht gut überspielt und. Brandon Boyd´s Gesang passt zum Lied sowie zur Musik, alles scheint in einem Fluss durchzugehen, was ein großer Pluspunkt ist.
Es folgt "I wish you were here", welches ein gesundes Mittelding zwischen ruhigen und nicht ruhigem Lied darstellt. Die Klänge, die durch die Turntables erzeugt wurden, werden passende in das Gefüge eingesetzt; auch Musik und Gesang schmelzen zu einem zusammen und passen daher sehr gut zusammen. Die Übergänge von Strophe und Refrain werden geschickt in den Hintergrund gestellt, was leider zu den Ausnahmen gehört.
"Just a Phase" fängt mit einer Mischung aus Akustikgitarren, elektronische Klänge und Streichern an- das faszinierende daran ist wohl, dass es scheinbar zusammenpasst. Im Hintergrund beginnt der Gesang, der nach und nach langsam in den Vordergrund geschoben zu werden scheint, jedoch bis zur zweiten Liedhälfte im Nirvana steckengeblieben zu sein scheint. Erst einmal im Vordergrund angekommen, kommt der wunderschöne Klang seiner Stimme erstmals in diesem Lied zur Geltung. Leicht zerstörerisch wirkt der schnellere Endteil auf das Lied, denn er passt sehr wenig zu dem hervorgegangenen Minuten.
"11am" beschreibt scheinbar den Tagesablauf einer Person - eine durchaus lustige Idee, jedoch überzeugt mich weder die gesangliche Leistung noch die musikalische - denn beides erscheint mir nur al Mittelmaß, und daher kann ich sagen, dass man von Incubus durchaus mehr erwarten kann!
Bei "Blood on the Ground" geht der Gesang nach einem kurzen Anfangsteil in der überlauten Musik unter, was sich aber glücklicherweise nach dem ersten Refraindurchgang verbessert. Auch wenn es sich teils immer noch so anhört, als müsste gegen die Musik angeschrieen oder angesungen werden (was sich nicht wirklich lohnt), passen wenigstens Musik und Gesang rhythmisch mehr oder weniger zusammen.
Darauf folgt ein akustischer Song namens "Mexico", welcher ganz auf der ruhigen Schiene fährt. Brandon Boyd schafft es wieder einmal, dass man in eine andere Welt abdriftet und melancholisch wird- oder einfach nur abschalten kann. Großartig erwähnenswerte musikalische Stellen gibt es kaum, außer dass ein wenig mit Streichern gearbeitet wird (was die nachdenkliche Stimmung durchaus noch verstärkt)- ansonsten reicht der Gitarrenklang und Gesang vollkommen aus.
Das totale Gegenteil folgt mit "Warning". Mehr oder minder flacher und schwer verständlicher Gesang, der zumindest anfangs seine enorme Ausdrucksstärke verloren zu haben scheint, was sich im Verlauf des Liedes nur geringfügig verändert. Ein Lied, dem der Fluss fehlt, denn ein paar Übergänge sind leider wieder einmal zu arg gesetzt und auch einige Turntable-Einsätze passen nicht in das Gesamtbild.
"Echo" gehört wieder zu der ruhigeren Sorte, der Sorte mit Melancholie in des Frontmanns Stimme. Sich fallen lassen und den Gedanken freien lauf lassen, das geschieht hier schon fast von alleine. Instrumentalpassagen, die hervorragend zum Lied passen und die allgemein sehr passende musikalische Untermalung.
Einen größeren Unterschied zwischen zwei Liedern kann es kaum geben, als zwischen dem Vorgänger und "Have you ever" - auf ruhig folgt rockig. Die weiche und melancholische Stimme wurde von der Rockigen verdrängt, und macht sich mit den leicht zu dominant geratenen Instrumenten recht gut. Auch wenn es das Lied vertragen hätte, den Gesang ein wenig mehr in der Vordergrund zu setzen, sodass man nicht nach einiger Zeit das Gefühl hat, man achtet mehr auf Bass und Hintergrundmusik als auf den Gesang.
"Are you in?" beginnt mit einem Gewirr aus Gesprächen, aus denen dann quasi der Sprechgesang heraussticht. Eine teils für meinen Geschmack zu hoch geratene Stimmlage macht das Lied leider nicht sonderlich hörenswert- da macht auch der unpassende Backgroundgesang oder die musikalische Gestaltung keine Ausnahme.
Mit "Under my Umbrella" folgt dann wieder ein rockigeres Lied, welches Anfangs sehr elektronisch gesteuert ist- die Stimme sehr verändert, was aber gut passt. Auch der Übergang zu dem Hauptteil des Liedes, wo Stimme und Instrumente wieder normal klingen, gelingt recht gut. Jedoch hätte man auf den ständigen Wechsel zwischen diesen beiden Zuständen absehen sollen, denn auf die Dauer, wirkt es ein wenig zusammengeschnitten und nicht gerade zusammenpassend.
Den Schluss macht "Aqueous Transmission". Mit leicht asiatisch klingendem Intro leitet man den Hörer in das Lied hinein, welches recht bald auch Gesang dazubekommt. Gesang und Musik ergänzen sich gegenseitig sehr gut - jedoch hätte ich mir ein wenig mehr Aussagekraft in der Stimme gewünscht.

Fazit: Ein Album, das durch seine eigentlich schon voraussehbaren Wechsel zwischen ruhigen und schnelleren Liedern, bestimmt ist. Diese Aussage muss nicht zwingend eine Wertung enthalten, in diesem Falle jedoch sehe ich es als sehr positiv, auch wenn man vielleicht darauf hätte verzichten können, die Sprünge zu groß zu gestalten.
Alles in Allem ein Album, dass ich jedem empfehlen würde, da wohl für jeden, der Incubus Musik oder diese Richtung von Musik mag, etwas dabei ist.

Tipp:
 "Nice to know you", "Just a Phase", "Mexico", "Echo"

Titel-Liste:
 
  1. Nice to know you
  2. Circles
  3. I Wish you were here
  4. Just a Phase
  5. 11am
  6. Blood on the Ground
  7. Mexico
  8. Warning
  9. Echo
  10. Have you ever
  11. Are you in?
  12. Under my Umbrella
  13. Aqueous Transmission

Laufzeit:
 58:22 Min.

Band-Infos:
 
  • www.incubusonline.com 

  • Weitere Reviews:
     
  • Incubus - MAKE YOURSELF


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