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Review: Indica
 
A WAY AWAY

Album:
 A WAY AWAY, 2010, Nuclear Blast

Stil:
 Mystic Rock

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 A.K., 08.05.2012

Review:
 Als 2003 die Damen der finnischen All-Girl Band Indica ihren ersten Plattenvetrag unterschrieben und mit dem Debüt-Album IKUINEN VIRTA ihre Karriere begannen, hätte man kaum erwartet, dass die Band einst bei Deutschlands größtem Independent-Label unter Vertrag gehen würden. Doch nachdem die Ladies in ihrem Heimatland ihren Siegeszug mit 4 Longplayern und einer Compilation – alle in finnischer Sprache – angetreten waren, wurde niemand geringeres als Nightwish Mastermind Tuomas Holopainen auf die fünf „Feen aus Finnland“ aufmerksam und nahm sie unter seine Fittiche. So verwundert es nicht, dass eine der CDs der Ladies kurz darauf auf dem Schreibtisch von Label-Owner Markus Staiger selbst landete und sie unter Vertrag nahm. Zwar bei weitem (noch) nicht so bekannt wie die Band ihres "Zieh-Vaters" Tuomas, sollte man die hübschen Damen nicht unterschätzen.
Ihr internationales Debüt wurde schließlich A WAY AWAY, eine Compilation aus "alten" Songs in neuem Gewand und englischen Texten, welche Frontfrau Jonsu zusammen mit dem Lyriker und Autor Rory Winston geschrieben hat.

Eingangs macht der Titel "Island of Light" den Opener des Albums welcher ursprünglich als "Vuorinen taa" bekannt war. In Begleitung eines orchestralen Rahmens beweist Jonsu ihr Können an der Violine und stimmt den Zuhörer mit der stimmungsvollen Nummer auf das Album ein.
"Precious Dark" nennt sich der zweite Song dessen Text aus der Feder Tuomas Holopainens stammt und als zweite Auskopplung als Single an den Start ging. Im Original als "Pidä Kädestä" bekannt, beginnt der Mid-Tempo-Song sanft um sich im Verlauf in eine solide Rocknummer mit eingängigem Refrain zu entwickeln.
Wie es sich für ein gutes Debüt gehört, haben sich Indica für A WAY AWAY Song ausgesucht, welches Ihr Spektrum am besten Reflektiert, weshalb sie mit "Children of Frost" (aka. "Hiljainen Maa") eine epische Ballade gewählt haben, welche neben großer Orchestrierung einen Kinderchor aufweist und nicht ohne Grund als das gefühlvollste Stück bezeichnet werden darf.
"Ranalla" bezeichnet den original Titel des vierten Tracks "Lilja´s Lament", einer ruhigen Ballade, welche von Jonsu´s Stimme getragen wird.
Als erste Singleauskopplung, hatte die Damen "In Passing", im finnischen Original als "Valoissa" bekannt, gewählt und somit einen Ohrwurm geschaffen. Und auch wenn es sich hierbei um eines der langsameren Stücke des Longplayers handelt, haben es die finnischen Damen damit in die Charts geschafft und den ersten Schritt in die richtige Richtung getan.
Mit "Scissor, Paper, Rock", kehrt schließlich eine ordentliche Portion Rock zurück. Ursprünglich begannt als "Ikuinen Virta", verzichten die Ladies hier auf sinfonische Zusatzarrangements und demonstrieren ansehnlich, wo Ihre Wurzeln liegen und wie Indica klangen, bevor sich Master Holopainen der Band annahm. Ein gitarrenlastiger Track mit treibenden Drums und Refrain zum mitsingen.
Leider hält die peppige Seite der Band nicht lange an und mit "A Way Away" – auch bekannt als "Nukkuu Kedolla" wird es wieder sehr ruhig und bedächtig. Zwar erlaubt es der Track der rothaarigen Jonsu ihre Stimmqualitäten unter Beweis zu stellen, aber ein fetzigeres Stück hätte dem Gesamtbild des Album sicherlich besser getan.
Was mit "As if" – "Elä" dann auch geschieht und Indicas „härtere“ Seite zeigt. Im Gegensatz zum finnischen Original fehlt die Neuauflage leider etwas der Druck, aber alles in allem einer der Vorzeigetracks des Longplayers, mit orientalischen Einflüssen.
"Straight and Arrow", seiner Zeit als "Pahinta Tänään" auf dem finnsichen Album VALOISSA veröffentlicht, setzt den rockigeren Part des Albums fort und kann locker mit dem finnischem Pendant mithalten.
Als Ausklang haben die Damen das epische Stück "Eerie Eden" gewählt, welches auch als "Vettä vasten" bekannt ist. Das mit über acht Minuten längste Stück zählt zu den ausdrucksstärksten Songs des Albums. Ein sehr gelungenes Arrangement, sowie ein eingängiger Refrain, machen zum Schluss Lust auf mehr, auch wenn man meiner Meinung nach doch Tuomas führende Hand erkennen kann.

Fazit: Rein vom Aspekt des Debüts aus gesehen stellt A WAY AWAY ein durchaus gelungenes und empfehlenswertes Album dar, mit welchem die Ladies der Band einen soliden Grundstein für eine international Erfolgreiche Karriere gelegt haben. Wenn man bedenkt, dass es sich bei den Song nicht um neues Material handelt sondern um Wiederauflagen älterer Songs, bleibt zu sagen das Indica eine gute (Song)Wahl getroffen haben um sich ihrem zukünftigen Publikum vorzustellen. A WAY AWAY bietet dem Hörer einen gelungenen Querschnitt durch das musikalische Schaffen der nunmehr seit zehn Jahren bestehenden Band.
Langzeit Fans werden das Album mit gemischten Gefühlen empfangen, da man doch all zu sehr Holopainens "Handschrift" bei einigen Songs erkennt und sich das ein oder andere Arrangement doch stark nach Nightwish anhört.

Anspieltipps:
 "Island of Lights", "As if", "Straight and Arrow", "Precious Dark", "Eerie Eden"

Tipp:
 Um die Bandbreite der fünf Damen wirklich kennen zu lernen, empfiehlt es sich dann doch, sich mit den zuvor erschienenen finnischen Alben zu befassen . Auch wenn die finnische Sprache für uns Europäer manchmal etwas komisch oder auch lustig klingt, hat die Band so vieles mehr zu bieten, dass man es auf ihrem (internationalen) Debüt A WAY AWAY nicht belassen sollte. Mein Tipp: Das Album VALOISSA.

Titel-Liste:
 
  1. Island of Light
  2. Precious Dark
  3. Children of Frost
  4. Lilja´s Lament
  5. In Passing
  6. Scissor, Paper, Rock
  7. A Way Away
  8. As if
  9. Straight and Arrow
  10. Eerie Eden

Laufzeit:
 46:21 Min.

Band-Infos:
 
  • www.indica-music.com 

  • Probehören und Kaufen:
    Indica: A WAY AWAY

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