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Review: Infestus
 
EX/IST

Album:
 EX/IST, 2011, Debemur Morti

Stil:
 Black Metal, Funeral Black Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 R.J., 09.01.2012

Review:
 Aus den Resten von Dunkelfront entstand 2003 Infestus. Neben einem Demo und einer Split-CD wurden bisher bereits zwei Alben veröffentlicht. Nachdem der Gitarrist Wackerbarth bereits 2006 die Band verlassen hatte, stieg auch der vormalige Sänger Dagon 2010 aus. Der einzig verbliebene Andras ist somit für das komplette vorliegende Werk verantwortlich.

Das 2008 erschienen Album CHRONIKEN DES ABLEBENS bekam in der Metalszene ziemlich gute Kritiken. Dabei zeichnete bereits Andras für sämtliche Arrangements und Instrumente verantwortlich. Beschäftigt haben sich die Dunkelfürsten mit der nur Sekunden andauernden Phase des Sterbens.
In dem nun vorliegenden Werk EX/IST möchte der Autonom seine persönliche Hölle, wie er es selber nannte, vertonen um damit abzuschließen.

"Akoasma" heißt das erste Stück. Nun wortwörtlich sollte man den Titel nicht nehmen, denn was man vernimmt, ist alles andere als eine akustische Halluzination. Der Song beginnt mit einem sanften Tönen, ehe sich langsam, aber immer vehementer Gitarre und Schlagzeug dazu gesellen. Der Song wird bestimmt durch eine wiederkehrende Melodie, die mit typischen schwarzmetallischen Gitarren konfrontiert wird und sich in kurzen Soli verwandelt. Das Ganze verbreitet eine tiefschwarze und kalte Atmosphäre.
Mit "Down Spiral Depersonificaton" wird das Tempo etwas angezogen, aber nur gemächlich. Der Faden der finsteren Stimmung wird sofort aufgenommen. Im ersten Teil des Songs wird Wut und Verzweiflung transportiert, und zwar so zwingend, dass man sich sofort angesprochen fühlt. Immer wieder werden die genretypischen Riffs untermalt mit Melodie in epischer Anmut. Im Mittelteil übernehmen atmosphärische Gitarren für einen Moment diese Melodie ganz und lassen dem Song scheinbar stillstehen, ehe dann die schwarzen Gitarren den Song wieder übernehmen und das mittlere Tempo unterstreichen. Zum Ende des Songs gewinnt aber doch die Akustikgitarre und lässt den Song ruhig ausklingen.
"Darkness blazing in the Flame of Fire" beginnt mit akustischem Gitarrenspiel, das fast ein wenig spanisch klingend wirkt. In gemäßigtem Tempo und mit flüsterndem Gesang steigert sich der Song langsam in einen tiefschwarzen Wutbrocken, der aber immer ein zwar düsteres und kaltes Fluidum versprüht und niemals distanziert oder fantasielos wirkt. Die kalte Flamme der Finsternis lässt sich förmlich spüren.
Langsame ruhige Gitarren und wieder ein eher flüsternder Gesang stimmen "Torn Observer" ein. Der Song verbleibt in seinem ruhigen Fluss. Ein wunderschönes Solo führt den Song zum Ende hin. Die Stimme von Andras erinnert mich in dem Song zuweilen an Tom G. Warrior.
Anklagender Gesang und schwarze Gitarren dominieren in "Mirror Mind Reality". Im Song wird frei übersetzt vom schwarzen Feind gesungen, von Zerstörung, dunklen Mächten und verzweifelten Stimmen, die aus dem Innersten zu Hilfe rufen. Und all dieses vermittelt Infestus akustisch sehr anschaulich und nachvollziehbar.
Dunkel erhabene Stimmung verbreitet der Beginn von "Der Blick hinaus". Verzweiflung? Hoffnung? Wut? Zwei von den drei Worten trifft es. Der Blick hinaus verheißt nichts Gutes.Von Hoffnung ist weit und breit nichts zu spüren, pure Hoffnungslosigkeit wird hier vertont, aber nicht monoton, sondern mit Ups and Downs im Tempo und dieser gleichbleibenden frostigen Dunkelheit.
Auch "Descend Direction Void" ändert Nichts. Pure Depression in glänzendem Schwarz.

Fazit: Der Musiker gibt in diesem Album einen tiefen Einblick in seine Gefühlswelt. Das Ergebnis wird dem Hörer unheimlich eindrucksvoll und authentisch vermittelt. Den Hörer erwartet eine trostlose, dunkle Verzagtheit. Der Cocktail aus depressivem Black Metal, der immer wieder mit düsteren und frostigen Melodien durchsetzt ist und gequältem Gesang erzeugt einen emotionalen Sog, der mich beeindruckt hat.

Anspieltipps:
 Einzelne Songs herauszuheben aus diesem Depressionsmonument halte ich für nicht sinnvoll. Das Album sollte man sich komplett geben.

Tipp:
 Für Freunde der anspruchsvollen schwarzen Musik, die sich gern in hoffnungslose, finstere und kalte Sphären ziehen lassen.

Titel-Liste:
 
  1. Akoasma
  2. Down Spiral Depersonification
  3. Darkness Blazing in the Flame of Fire
  4. Torn Observer
  5. Mirror Mind Reality
  6. Der Blick Hinaus
  7. Descend Direction Void

Laufzeit:
 51:49 Min.

Band-Infos:
 
  • www.infestus.com 

  • Probehören und Kaufen:
    Infestus: EX/IST

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