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Review: Infinite Horizon
 
SOUL REDUCER

Album:
 SOUL REDUCER, 2008, Black Bards

Stil:
 Progressive Melodic Metal / Progressive Power Metal

Wertung:
 4,5 von 7
4,5 von 7 Punkten
 S.M., 22.08.2008

Review:
 Bereits zwischen November 2004 und Juli 2005 wurde das mir vorliegende Album SOUL REDUCER von Infinite Horizon eingespielt. Offenbar verhinderten seitdem unklare Rechte-Fragen die Veröffentlichung. Laut richterlichem Beschluss, darf es nun aber endlich veröffentlicht werden. SOUL REDUCER ist der dritte Longplayer der sechs Jungs aus Nordrhein-Westfalen.
Das Line-Up setzt sich zusammen aus Marc Lemler (Vocals), Bastian Fuchs (Keys), Armin Schmidt (Bass), Christian Schmidt (Drums) und den Gitarristen Thomas Bäcker und Jens Hahn.

Eingeleitet von etwas nervigen Synthie-Klängen, entwickelt sich "Children of Tomorrow" zu einer straighten Melodic Metal-Nummer mit eingängigem Refrain. Nur der Synthesizer, der auch immer wieder in der Untermalung und zum Refrainausklang zu hören ist, wirkt in dem Song irgendwie deplatziert. Wesentlich besser wird das beim Leadsolo mit einer Piano-Begleitung gelöst.
Das Keyboard erzeugt zu Beginn von "Burning Bridges" eine mystische Atmosphäre. Es folgt ein erst verhaltener Aufbau, der sich dann stetig intensiviert, um in einen sehr harmonischen Höhepunkt zu münden. Danach startet die Hookline von vorne. Diese etwas geheimnisvolle Stimmung bleibt aber das ganze Stück über erhalten - auch während des Solo.
"The thin Line" ist eine emotionale Halbballade, die gekonnt die Atmosphäre des Vorgängertracks weiterführt. Auch "Facing Mr. Hyde" beginnt erst balladesk, entwickelt sich mit zunehmender Spieldauer dann zu einem progressiv angehauchten Mid-Tempo-Groover. Zum Konzept der Song-Lyrics passen die Wechsel zwischen ruhigeren und aggressiveren Abschnitten natürlich bestens.
Auch "Tears over Jerusalem" ist zum Teil progressiv arrangiert, aber trotzdem wesentlich eingängiger. Das ist auch besser so, denn zwei sperrige Stücke nacheinander wäre etwas zu viel des Guten. Beim Refrain kann Sänger Marc Lemler den gefühlvollen Unterton seines Timbre gut ausreizen. Überhaupt hat Lemler eine recht beeindruckende Stimme mit sehr vollem Klang in mittlerer Tonlage. Aber auch Ausbrüche in tiefere und höhere Regionen meistert er.
"Under bloodred Skies" ist eine großteils akustische Ballade, die sehr emotional performed wird, aber auch extrem schnulzig rüberkommt.
Teilweise wieder mit diesen an 80er-Jahre-Computer-Spiele erinnernden Synthie-Klängen kommt"Re-evolution". Ansonsten ist der Song recht druckvoll. Ich würde ihn stilistisch in den Progressive Power Metal stecken. Aber dieses C64-Geplänkel zwischendurch könnten Infinite Horizon sein lassen. Dass ein Keyboard viel bessere Möglichkeiten aufbietet, zeigt doch erneut der längere Instrumentalabschnitt.
Auch "Into the Void" hat die Wechsel zwischen druckvollen und verhalteneren Abschnitten und gehört in die Schublade des Progressive Power Metal. Neue Akzente kann er indessen nicht setzen, da sich letztendlich die Phasen wiederholen.
Der Schlusstrack "The dark Side of the Sun" ist schön düster und dynamisch. Von der Ausrichtung erinnert er mich an entsprechend geartete Stücke von Queensryche (nur ohne den Kastratengesang natürlich). Und der melodische Refrain thront sehr gelungen über der Komposition.

Fazit: Gute Ansätze werden teilweise von noch vorhandenen Schwächen zunichte gemacht. Gerade dieses billig-Synthie-Gedudel sollte die Band schnellstmöglich abschaffen und es Truppen wie Machinae Supremacy überlassen, ihre Songs damit zu verhunzen.
Auch im Songwriting wechseln sich noch Licht und Schatten ab. An manchen Stücken hätte noch gefeilt werden müssen. An Abwechslung fehlt es allerdings nicht. Die Instrumentalleistung finde ich in Ordnung und der Gesang von Marc Lemler fällt meiner Ansicht nach sogar in den herausragenden Bereich, da er den Songs einen eigenen Stempel aufdrückt und Wiedererkennungswert hat.
Mit SOUL REDUCER können Infinite Horizon noch nicht im Reigen der Großen mittanzen. Aber das Potential ist vorhanden, und da das Material ja bereits von 2005 ist, könnte man vielleicht bald nachlegen und dabei hoffentlich einige Fehler ausmerzen.

Anspieltipps:
 "Burning Bridges", "Tears over Jerusalem" und "The dark Side of the Sun".

Titel-Liste:
 
  1. Children of Tomorrow
  2. Burning Bridges
  3. The thin Line
  4. Facing Mr. Hyde
  5. Tears over Jerusalem
  6. Under bloodred Skies
  7. Re-evolution
  8. Into the Void
  9. The dark Side of the Sun

Laufzeit:
 47:05 Min.

Band-Infos:
 
  • www.infinitehorizon.de 


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