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Review: Inflammare
 
IN MEMORY OF

Album:
 IN MEMORY OF, 2010, Eigenvertrieb

Stil:
 Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 S.M., 01.08.2010

Review:
 Inflammare gründeten sich 1994 und waren bis Ende der 90er im Underground aktiv. Im Jahre 2000 lösten sie sich auf, ohne jemals etwas veröffentlicht zu haben. 2009 setzte sich dann in den Köpfen der ehemaligen Mitglieder die Idee fest, das alte Material endlich mal einzuspielen und ein Album zu releasen. So entstand das mir zur Rezension vorliegende Werk IN MEMORY OF.

Ich weiß nicht, was ich von dieser Vorgehensweise halten soll. Auch ohne solche Releases wird der Markt trotz angeblich so großer Probleme der Musikindustrie bereits jeden Monat von Albumveröffentlichungen überschwemmt. Vielleicht wollen Inflammare auch nochmal einen Neustart wagen, doch das geht auch auf der Bandwebsite nicht hervor. Momentan macht es auf mich dein Eindruck, als wollten Inflammare einfach endlich ein vorzeigbares Album haben. Warum sie damit aber in einer nicht gerade klein angelegten Promotion hausieren gehen, passt aber wiederum nicht ins Bild. Doch was sollen all diese Spekulationen, wenden wir uns lieber IN MEMORY OF zu.

Inflammare spielen einen Mix, den man nicht wirklich unter einem Genre zusammenfassen kann, es sei denn der Begriff ist schlicht Metal.
Die Grundlage des Sounds, die Songstrukturen enspringen dem traditionellen Heavy Metal. Die Energie und das Riffing sind klar vom Thrash beeinflusst. Die Melodien würde ich als gleichermaßen dem typisch schwedischen Melodic Death Metal und dem nordischen Pagan zuordnen. Die Vocals dagegen variieren zwischen sehr rauhem Cleangesang, Death-Metal-Growls und Black-Metal-Screams.
Ganz so wirr, wie sich da nun liest, klingt die Mucke glücklicherweise selbst aber nicht. Es gibt bei den Songs durchaus brauchbare Momente. Das lange "Shadowlands" kann ein paar Akzente setzen. Das etwas an Amon Amarth erinnernde "Hordes of Darkness" kann durch die leicht epische Melodie und die Arrangements sogar richtig punkten.
Beim deutschsprachigen "Nebel" setzen Inflammare auf Atmosphäre, die nordisch und naturverbunden wirkt. Eine Variation, die durchaus Lust auf mehr machen würde. Aber auch einem ebenso druckvollen wie hymnischen True Metal können Inflammare fröhnen, wie sie bei "Glory in Battle" beweisen. Mangelnde Vielfalt kann man ihnen wirklich nicht vorwerfen.
IN MEMORY OF gehört zu den Alben, die mit jedem Hören etwas besser werden und weitere Feinheiten offenbaren. Auch das thrashig-true "Meaning of Life" und das wuchtige "Deathbringer" gehen spätestens beim dritten Durchlauf gut in die Gehörgänge.

Fazit: Im Grunde ist es schon gut, dass Inflammare ihr Material auf diese Weise der breiten Bevölkerung (bzw. einem Teil davon, da das Release limitiert ist) zugänglich machen, denn qualitativ ist es durchaus solide. Es fehlen zwar ganz große Nummern, aber es gibt auch keine Ausfälle, und das Songwriting kann man als abwechslungsreich bezeichnen. Wenn man sich erst mal an die reichhaltigen Einflüsse gewöhnt hat - und das wird nicht beim ersten Hören der Fall sein! - gibt es einige interessante Stücke zu entdecken. Ich gebe zu, ich habe zu früh gemeckert und bedanke mich nun bei Inflammare zum späten Album-Release von IN MEMORY OF, das ich sonst niemals kennengelernt hätte.

Titel-Liste:
 
  1. Shadowlands
  2. Prelude to Winter
  3. Winter
  4. Hordes of Darkness
  5. Nebel
  6. Glory in Battle
  7. Meaning of Life
  8. Deathbringer
  9. Reise ins Nichts

Laufzeit:
 51:45 Min.

Band-Infos:
 
  • www.inflammare.net 


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