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Review: Ivory Night
 
MACHINE

Album:
 MACHINE , 2007, Eigenvertrieb

Stil:
 Heavy Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 S.J., 05.01.2008

Review:
 MACHINE ist das zweite Album der aus Kaiserslautern stammenden Ivory Night. Wie schon der Vorgänger 7-DAWN OF NIGHT ist es in Eigenregie aufgenommen und präsentiert vorrangig klassischen Heavy Metal, woraus die Truppe auch von vornherein keinen Hehl macht. Allerdings lässt sich von Anfang an feststellen dass das zweite Album deutlich vielseitiger ausgefallen ist. Klang das Debütalbum an manchen Ecken doch ein wenig abgeschmackt und einfallslos, so überrascht MACHINE immer wieder mit neuen Wendungen. Doch der Reihe nach.

Los geht's mit "Capping Day", einem zu Recht als Opener gewähltem Track. Langsam und gleichmäßig begonnen, steigert sich der Song allmählich bis er kurz vor dem Refrain kräftig aus den Boxen dröhnt. Der Refrain selbst ist melodisch und gar ein wenig atmosphärisch gehalten, Sänger Tilmann Ruby glänzt mit einer guten Gesangsleistung.
"The Shelf" beginnt mit einem besinnlich akustischen Zwischenspiel welches kurz darauf brachial von abrupten, Break-geprägten Riffs zersägt wird. Ein Song der gewaltig Druck macht, auch die mehrstimmigen Gesänge im Refrain unterstreichen dass. Leider entfaltet die Album-Produktion nicht genügend Druck, aber dies ist ein Problem unter dem Eigenproduktionen öfter leiden. An Kreativität mangelt es Ivory Night jedenfalls nicht, wie auch der kurze, eingespielte Rock/Swing Teil belegt der gegen Ende von "The shelf" fließend in ein paar Iron Maiden ähnliche, zweistimmige Gitarrenmelodien übergeht.
Der Titeltrack beginnt daraufhin überraschend elektronisch, ein paar Industrial Einflüsse werden laut, "Machine" klingt überhaupt durchgehend stark nach dem was der Titel ankündigt. Das knallt insgesamt ziemlich und ist auch nicht grundsätzlich verkehrt, kann mich aber nicht ganz überzeugen.
"Fallen Father" klingt schon eher wieder nach dem, wie man Ivory Night kennt: Melodischer Refrain, Powerchords und ein Bass der in klassischer Heavy Metal Manier wahlweise durchgehend Achtel hämmert oder auch mal auf Galopp-Triolen ausweicht. Vielleicht nicht so neu und originell wie "Machine", insgesamt aber auf jeden Fall schön anzuhören.
Mit "Oblivia" folgt ein akustisches Zwischenspiel das stark an klassische Gitarristen erinnert, nur dass diese ihre hohen Stakkatomelodien nicht mit dem Plektrum schreddern.
"Keeping the Lie" klingt schon wieder mehr nach Metal, hat man die unnötige Effektspielerei zu Beginn erst mal hinter sich gebracht. Dann geht's aber auch ordentlich nach vorn, abwechslungsreich, melodiös und ab und zu auch ein klein wenig verspielt ohne die eigentliche Struktur aus den Augen zu verlieren. Das macht Spaß zu hören!
"Charon of Styx" ist ähnlich wie schon "Fallen Father" ein wieder eher dem klassischen Heavy Metal angelehnter Song. Nicht so originell eben, in meinen Ohren aber einfach besser.
"Breath of the Innocent" ist eine Ballade die zwar gefühlvoll rüberkommt, aber irgendwie doch keinen wirklichen Höhepunkt hat. So plätschert der Song am Rande zum Kitsch vor sich hin ohne den Hörer wirklich mitreißen zu können.
"Mr. H's BBQ" ist ein ebenso belangloses Drums/Bass Instrumental, gefolgt vom doomig angehauchten "Emperor" was seine Heavy Wirkung leider auch irgendwie verfehlt, was aber auch an der besagten Produktion liegen kann. Viel fraglicher finde ich allerdings die Idee, wieder ein mal die berühmte Berliner Sportpalast Rede in einen Metalsong einzubauen. Nicht dass ich der Band jetzt (un)politisches unterstellen möchte, aber auch die Idee allein ist einfach zu alt als dass man noch ein weiteres Mal davon Gebrauch machen sollte - meine Meinung.
"The End" ist (wer hätte's gedacht?) der letzte Song des Albums, welcher abgesehen von der Melodie im Refrain mich leider auch nicht überzeugen kann. Schade, so gut begonnen, verläuft sich das Album zum Ende hin irgendwie in Bedeutungslosigkeiten.

Fazit: MACHINE ist ein gutes Album, welches allerdings auch den einen oder anderen Füller-Song beinhaltet. Schade, den Potential haben Ivory Night an sich. Sollte man auf die unnötigen Stellen nächstes Mal verzichten, sich auf die eigenen Stärken besinnen und eventuell auch einen Produzenten zu Hilfe nehmen könnte Ivory Night in Zukunft noch einiges gelingen.

Titel-Liste:
 
  1. Capping Day
  2. The Shelf
  3. Machine
  4. Fallen Father
  5. Oblivia
  6. Keeping the Lie
  7. Charon of Styx
  8. Breath of the Innocent
  9. Mr. H's BBQ
  10. Emperor
  11. The End

Laufzeit:
 47:24 Min.

Band-Infos:
 
  • www.ivorynight.de 


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