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Review: Ivory Tower |
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Album:
| | IV, 2011, Dust On The Tracks |
Stil:
Wertung:
| |  3 von 7 Punkten | | U.B., 19.11.2011 |
Review:
| | Lange ist es her seit 1998 das erste Album der Kieler Prog Metaller auf dem Markt kam. Nach dem selbstbetitelten Erstlingswerk IVORY TOWER folgte 2000 mit BEYOND THE STARS der Nachfolger. Beide Alben sind in meiner Sammlung und wurden von mir viel gehört, spielte die Truppe aus dem hohen Norden doch wirklich guten, melodischen Prog Metal. Der dritte Longplayer aus 2008 SUBJECTIVE ENEMY ging leider spurlos an mir vorüber. Acht Jahre ohne neues Album sind im Musikgeschäft aber auch eine Ewigkeit. Umso gespannter war ich auf den neuen Silberling der auf den simplen Namen IV hört. Nach vielen Besetzungswechseln besteht das Line-Up nun aus: Andre Fischer Vocals, Sven Böge Gitarre, Björn Bombach Bass und Florian Tabbert Drums.
Nach dem Rauschen des Windes sind auf "Rape of Time" harte Riffs zu hören neben den wummernden Drums. Die Vocals sind aggressiv und im Chorus ansatzweise melodisch. Zwischen vereinzelten Drum Stakkatos gibt es wütende Shouts. Beim ersten Durchlauf hätte ich mir nicht träumen lassen, dass diese Nummer bereits das Beste und Eingängigste ist was das Album zu bieten hat.
"Expelled from Heaven" besitzt schneidende Gitarren und polternden Bass. Der wütend heisere Sprechgesang will aber auch so gar nicht passen. Was soll dass darstellen, Prog-Rap? Klar Prog darf und soll experimentierfreudig und stilübergreifend sein aber diese Mischung ist nicht Fisch nicht Fleisch.
Eine düster doomig walzende Gitarrenfront dazu viel Bass erinnern auf "Cataconic Sleep" an Alice Cooper. Doch der hat bessere Songs. Hier fehlt es klar am Songwriting. Deftige Powerriffs allein sind zu wenig, da bleibt auch nach mehrfachem Abspielen nichts hängen.
Auch "Hands to the Sky" fehlt eine gute Melodie. Die Gitarren und der Bass decken den uninspirierten heiseren Gesang fast komplett zu.
Etwas besser ist "Loss" ausgefallen. Zu den akustischen Gitarren ist der Gesang zwar störend monoton aber das Stück hat dann doch ein solideres Melodiegerüst. In der zweiten Hälfte wird die Intensität gesteigert und nun gehen die Vocals im Soundbrei endgültig unter. Das gilt auch für ein Gitarrensolo. Das Stück wirkt nur halb fertig.
Leider sind die Vocals auf "What if" nicht besser. Gut, das piano im Kontrast zu den Harten Gitarren gefällt, aber sonst ist die Nummer eintönig bis zum Erbrechen. Ein Gitarrensolo gegen Ende bringt Abwechslung aber wirkt irgendwie improvisiert, schwache Nummer.
"Wailling Wall" wird, im wahrsten Sinne des Wortes, mit Kirchenglocken eingeläutet. Nicht gerade neu die Idee. Und weiter gehts mit düsterem Gitarren Gerumpel. Die Gesangs Rap Einlagen kennen wir schon und passen auch hier wie die Faust aufs Auge. Einzelne Gitarrensoli retten den Song vor der völligen Belanglosigkeit.
Auf "Child of Burden" zeigt Andre Fischer endlich, dass er doch passabel singen kann und mit seiner Stimme nicht nur permanent in mittleren Tonlagen verharren muss. Störend ist die undifferenzierte Soundkulisse im Hintergrund.
Bei "We`re lost" keimte bei mir Hoffnung auf Ivory Tower kriegen noch die Kurve und finden in die alte Spur zurück. Schnelle Gitarren spielen melodisch auf. Leider nur kurz dann herrscht das bekannte monotone Riff Geraffel vor. Das Stück wirkt als wären zwei Songs übereinander gemixt, ziemlich chaotisch. Die High-Speed Gitarren am Ende versöhnen ein wenig.
"Moments of Delight" setzt auch keine Akzente. Das ist zu gleichförmig und lethargisch.
Fazit: Die IV nimmt bei mir in der Kategorie Enttäuschung des Jahres 2011 einen der vordersten Plätze ein. Was ist nur aus Ivory Tower geworden. Die beiden ersten Alben konnten mit gutem Songwriting überzeugen, das waren Melodien die ins Ohr gingen, mit Wiedererkennungswert. Davon ist so gut wie nichts geblieben. Die Songs sind sehr Thrash lastig mit wütendem Sprechgesang an manchen Stellen Rap artig. Die meisten Nummern ein dumpf düsterer Brei ohne Konturen, einfallslos, kein Vergleich zu früher. Wenn ich dann im Promo Blatt lese: "Mit IV liefern die Prog Metaller ihr bisheriges Meisterwerk ab",..."große Melodien,"...eingängige Hooks gibt es an jeder Ecke",..."die Soli sind von technischer Brillanz, die Melodien genial",..."wer auf Dream Theater steht wir hier seine Freude haben." Oh ja, ich stehe auf Dream Theater und das schon seit über 20 Jahren. Ich stehe auch auf Ivory Tower anno 1998 und 2000 aber was im Jahre 2011 präsentiert wird ist einfach nur enttäuschend. So richtig sauer werde ich wenn im Promoblatt Vergleiche mit Vanden Plas und Queensryche gezogen werden. Okay ein alter VW ist auch Ferrari ähnlich, beide haben vier Räder und einen Motor und dennoch liegen Welten zwischen beiden. Was das Album vor dem totalen Absturz bewahrt ist das unbestrittene Können was die Instrumentalfraktion betrifft. Die meisten Songs haben gehörig Druck die Produktion dagegen ist höchstens mittelprächtig. Alles in allem ein ernüchternder Auftritt. Stilistisch haben sich Ivory Tower total gewandelt, leider aus meiner Sicht in die falsche Richtung. Oder, um es mit dem Titel des letzten Songs auszudrücken, die "Moments of Delight" sind rar gesät. |
Anspieltipps:
Tipp:
| | Wer Ivory Tower von früher kennt sollte unbedingt in die Scheibe rein hören sonst erlebt man sein blaues Wunder. Für denjenigen, der auf aggressiven, düsteren, thrashigen Prog steht, der kann vielleicht mit dem Album glücklich werden. |
Titel-Liste:
| | - Rape of Time
- Expelled from Heaven
- Catatonic Sleep
- Hands to the Sky
- Loss
- What if
- Wailling Wall
- Child of Burden
- We´re lost
- Moments of Delight
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.ivorytower.de  |
Probehören und Kaufen:
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