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Review: Jettblack
 
GET YOUR HANDS DIRTY

Album:
 GET YOUR HANDS DIRTY, 2010, Spinefarm

Stil:
 Hard Rock, Sleaze Rock

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 S.M., 25.07.2010

Review:
 Auf den Retro-Sleaze- und Glamrockzug springen immer mehr Bands auf. Hier versuchen sich vier junge Briten namens Jettblack in dem Metier, das eine unerwartete Renaissance erlebt. Ihr Debutalbum, mit dem sie auch etwas vom Kuchen des wiedererstarkten Sleaze Rock abhaben wollen heißt GET YOUR HANDS DIRTY.

Die Reminiszensen gehen anfangs ganz klar zu den tougheren Vertretern der Spielart, wie Mötley Crüe. Das eröffnende "Slip it on" und das folgende "Two hot Girls" sind knackige und kraftvolle Rocker, die sich auch schnell in den Gehörgängen breit machen. Besonders Zweiteres offenbart nach zwei, drei Durchgängen ordentliches Ohrwurm-Potenzial.
"When it Comes to lovin'" rockt zwar auch noch straight nach vorn, bringt aber auch deutlich melodischere Anteile ins Boot. Es erinnert mich in dem Moment stark an Skid Row.
Im Bereich von dynamischeren Guns N' Roses spielt sich "Fooled by a Rose" (ein Schelm, wer angesichts des Titels grinst) ab. Erstmals wird eine gehörige Portion Blues Rock in den Sound aufgenommen, was den Briten aber auch nicht schlecht zu Gesicht steht.
Das stark von Aerosmith inspirierte "War between us" ist ein kleiner qualitativer Einbruch, der angesichts des danach platzierten geradlinigen und dynamischen Titeltracks "Get your Hands dirty" schnell wieder beiseite gewischt wird.
Das emotionale, von einem klasse Mainriff geführte "Not even Love" bringt Erinnerungen an frühere Whitesnake mit sich. Was sich die Jungs allerdings bei "Mother Fucker" gedacht haben, erschließt sich mir nicht. Der Song rockt zwar schön rotzig, hat aber weder eine wirkliche Hookline noch einen Höhepunkt.
Bei dem ähnlich gearteten "Sleep" zeigen sie dann doch, dass sie es können und überzeugen mit einer eingängigen Hook und einem hymnischen Höhepunkt. Bei "Holding" rocken die britschen Nachwuchs-Sleazer nochmal nach gutem Mötley- oder Poison-Vorbild, bevor es mit "Innocence is mine" gleichermaßen gefühlvoll wie groovy, aber auch leider ziemlich akzentlos zu Ende geht.

Fazit: Eigentlich schade, dass sich ein paar wahre Filler einschleichen, denn im Großen und Ganzen hinterlassen Jettblack schon einen positiven Eindruck. Technisch präsentieren sie sich überzeugend, und der Gesang von Will Stapleton ist schön ausdrucksstark und hat auch Charakter.
Im Fazit ist GET YOUR HANDS DIRTY ein klar überdurchschnittliches Album, aber noch kein Spitzenwerk. Jettblack fehlt noch das Quentchen Erfahrung und Cleverness, das teilweise gezeigte qualitative Level über die gesamte Spielzeit abzurufen. Doch ich bin sicher, die Newcomer können zukünftig noch zulegen. Ein Anfang ist mit GET YOUR HANDS DIRTY auf jeden Fall gemacht.

Titel-Liste:
 
  1. Slip it on
  2. Two hot Girls
  3. When it comes to lovin'
  4. Fooled by a Rose
  5. War between us
  6. Get your Hands dirty
  7. Not even Love
  8. Mother Fucker
  9. Sleep
  10. Holding
  11. Innocence is mine

Laufzeit:
 47:44 Min.

Band-Infos:
 
  • www.myspace.com/jettblackuk 

  • Probehören und Kaufen:
    Jettblack: GET YOUR HANDS DIRTY

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