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Review: Jorn |
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Album:
| | LONELY ARE THE BRAVE, 2008, Frontiers |
Stil:
Wertung:
| |  5,5 von 7 Punkten | | J.G., 04.06.2008 |
Review:
| | Kriegsthemen haben es dem Norweger Jorn offensichtlich angetan. Wer erinnert sich nicht an die Alben THE BATTLE und THE REVENGE, die er gemeinsam mit Sängerkollegen Russell Allen aufgenommen hatte. Aber auch seine Soloscheiben waren bisher nicht von schlechten Eltern uns so langsam mausert sich der Mann zu einem Dauergast in unserem Magazin. Das liegt jedoch weniger daran, dass wir hier jemanden zusätzlich Starthilfe geben. Nein, Starthilfe braucht er wohl kaum noch und den Dauerposten hat er sich mit unbeschreiblicher Produktivität hart selbst erarbeitet.
Für das neueste Werk LONELY ARE THE BRAVE hat er sich nach Dänemark in die Jailhouse Studios zu Tommy Hansen begeben um dem Scheibchen auch den richtigen Feinschliff zu verpassen. Als Line-Up hat er sich mit den Gitarristen Tore Moren und Jörn Viggo Lofstad, dem Bassist Sid Ringsby und dem Drummer Willy Bendiksen ein schlagkräftiges Team zusammen gestellt und die richtigen Voraussetzungen für ein erfolgreiches Album gesteckt. Ob sein Plan auch aufgegangen ist, das muss er jetzt im Test beweisen.
Mit dem Opener und gleichzeitigen Titel-Song "Lonely are the Brave" widmet sich Jorn gleich zu Beginn einer seiner Lieblinge. In bester Whitesnake-Manier schmettert er hier einen frisch klingenden Hardrocker mit unverkennbarem 80er-Jahre Gerüst. Genau so hat David vor 20 Jahren noch geklungen. Immerhin hat er in Jorn einen mehr als würdigen Nachfolger gefunden.
Einen Schuss Dio gibt's bei dem etwas schleppenden Mid-Tempo-Song "Night City", der besonders mit seinem Groove und der abwechslungsreichen Gesangslinie überzeugen kann. Ein passendes, aber fast etwas zu kurz geratenes Gitarren-Solo rundet die Sache prima ab.
Deutlich flotter und druckvoller geht es bei "War of the World" zur Sache. Hier gerät er fast etwas ins Fahrwasser von Sänger-Kollegen Nils Patrik Johansson. Für Abwechslung sorgt ein recht langes Break mit jeder Menge Instrumental-Einlagen und Tempowechsel.
Ein unverkennbares Tribut an Ronnie James Dio ist der Song "Shadow People", dass man im ersten Moment fast eine Coverversion vermutet. Aber weit gefehlt, nach eineinhalb Minuten beginnt Jorn Tempo aufzunehmen und einen ganz eigenen Song daraus zu bauen, wenn auch der Rhythmus an einen weiteren Dio-Song ("Killing the Dragon") erinnert.
Einen ungewöhnlichen Start hat sich Jorn für "Soul of the Wind" ausgedacht. Zunächst beginnt es spartanisch balladesk mit Gitarren und Gesang. Danach folgt ein Break und die restlichen musiker-Kollegen bauen Schritt für Schritt ein fast doomartiges Gebäude auf, bevor Jorn nach zwei Minuten wieder seinen Gesang fortsetzt. Nach einem weiteren Break wird kurzfristig das Tempo forciert, bevor man wieder in den bekannten Doom zurück fällt.
Mit "Man of the Dark" schließt sich ein weiterer etwas zäh galoppierender Mid-Tempo-Walzer an, der einmal mehr mit dem ausdrucksstarken Frontmann am Mikro glänzen kann. Diesmal hat man auch etwas mehr Zeit für ein geniales Doppel-Gitarren-Solo spendiert.
Endlich kann man die schon etwas steif gewordenen Beine bei "Promises" ausschütteln. Noch weit weg von einem flotten Rocker dominiert hier ein tierischer Groove und das gewisse angenehme Altmeister-Dio-Flair.
Der Groove bleibt bei "The inner Road" erhalten, jedoch wird endlich etwas mehr auf's Gas getreten, was schon längst überfällig war. Mit einem hart an der Ohrwurm-Grenze angesiedelten Refrain wird man das gehörte auch so schnell nicht wieder los.
Für den Abschluss des Albums hat Jorn mit "Hellfire" einen weiteren recht doomartigen Song gewählt. Will er denn in die Fußstapfen von Candlemass oder Grand Magus treten? Egal, was Jorn anpackt wird auch meistens recht überzeugen, wie auch in diesem Fall. Leider ist nach etwas mehr als einer Dreiviertel Stunde der Spaß schon wieder vorbei. Bedingt durch die meist langsam gestalteten Songs kommt es einem noch kürzer vor. Schade, aber...
...für alle, die noch etwas mehr inverstieren möchten, bietet sich eine Limited Edition mit zwei weiteren Bonus-Tracks "Stormbringer" und "Like Stone in Water" an. Ein paar Minuten mehr Jorn können nie schaden.
Fazit: Ein weiteres Mal ist es Jorn gelungen, nahezu alle Erwartungen zu erfüllen und jede noch so hoch gesteckte Messlatte spielend zu überbieten. Der Mann, der offenbar als Baby seinen Hunger an Mutter's Brust stillen durfte, als diese regelmäßig im Radio Musik von Deep Purple und Led Zeppelin hörte und später hat er dann unverkennbar seine Leidenschaft für Black Sabbath, Rainbow oder Whitesnake entdeckt und in seine eigenen Songs einfließen lassen. Wer Jorn kennt, weiß aber, dass sich der Mann nicht mit abkupfern zufrieden gibt. Das hat er auch gar nicht nötig, bei seinem feinen Händchen für griffige Hard Rock-Melodien und dem Goldkehlchen.
Einzig nicht zum ersten Mal bin ich von der Produktionsqualität enttäuscht. Hier fehlt eindeutig der Druck an der Basis. Die meisten Songs quellen recht saftlos aus den Boxen, als wären sie schlechte MP3s. Das hätte ich mir anders vorgestellt und gibt herbe Abzüge. Insgesamt betrachtet hätte auch etwas mehr Abwechslung beim Tempo der einzelnen Titel nichts geschadet. |
Anspieltipps:
| | "Lonely are the Brave", "Night City", "War of the World" und das über sechs Minuten lange "Hellfire". |
Tipp:
| | Jorn-Fans werden nicht enttäuscht - Pflichtkauf! Aber auch Fans von Coverdale und Dio werden ihre Freude haben, sofern sie Jorn nicht sowieso schon kennen. |
Titel-Liste:
| | - Lonely are the Brave
- Night City
- War of the World
- Shadow People
- Soul of the Wind
- Man of the Dark
- Promises
- The inner Road
- Hellfire
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.jornlande.com  |
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