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Review: Karthago |
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Album:
| | SECOND STEP, 1973/2011, MIG |
Stil:
Wertung:
| |  6,5 von 7 Punkten | | M.A., 11.02.2012 |
Review:
| | Mit SECOND STEP legen MIG das zweite Werk der Berliner Band Karthago aus dem Jahr 1973, klanglich restauriert und mit zwei Bonus-Tracks versehen, neu auf. Die aus ausnahmslos erstklassigen Musikern – neben dem aus dem Jazzbereich kommenden Über-Drummer Norbert "Panzer" Lehmann - bestehende Band Karthago mussten sich für den Nachfolger ihres 1971 erschienenen Debüts KARTHAGO 1 notgedrungen mehr Zeit lassen, als Ihnen lieb war. Grund waren die üblichen Querelen mit Management, Plattenfirma und Produzenten. Schließlich konnte als Produzent der legendäre Thomas Kuckuck gewonnen werden, der gemeinsam mit der Band im Hamburger Windrose Studio an SECOND STEP werkelte.
Mit der an die frühen Yes und Deep Purple erinnernden instrumentalen Tour de Force "Pacemaker" geht die Scheibe los und stellt gleich zu Beginn die handwerkliche Meisterschaft aller Beteiligten unter Beweis.
Nicht minder famos ist der nächste Song "I don’t care" geraten, der mit seinem souligen Chorgesang und dem satten Groove von Bass, Drums und Hammond ein weiteres Ausrufezeichen setzen kann.
"Crosswords & Intermissions" zeichnet sich sodann durch seine vertrackten Rhythmus-Wechsel und die jazzigen Passagen aus, wohingegen der eingängige und swingende Track "Don’t send me your Money, send me your Love" vergleichsweise zurückhaltend instrumentiert wurde, von seinem jazzigen Mittelteil einmal abgesehen.
Als nächstes beweisen Karthago, dass neben souligen und jazzigen auch die lateinamerikanischen Klänge zu ihrem Repertoire gehören. "Wild River" ist eine interessante Mischung aus Santana und Miles Davis mit Soul-Chören.
Aber auch die auf den ersten Blick abenteuerlich wirkende Mischung aus Bossa Nova und Rock, wie auf "Lamento Juvenil" zelebriert, untermauert die Wandlungsfähigkeit der Band.
"California Gigging" hingegen zeichnet sich durch seinen straighten Beat und den Percussion-Teppich aus, der hier vor dem Hörer ausgebreitet wird bevor man mit "Oberbaum Bridge", einer von Orgel und Konzertflügel getragenen Rocknummer, schließlich den letzten Song des ursprünglichen Releases aus dem Jahr 1973 erreicht.
Als Bonus gibt’s zwei Coverversionen. Zum einen den Chuck Berry-Klassiker "Johnny B. Goode", zum anderen die nicht minder kultige Nummer "Going Down" von Don Nix, die das positive Bild von SECOND STEP abrunden.
Fazit: Und mal wieder ein Re-Release aus dem Hause MIG, das sich sehen lassen kann. Mit dem Zweitling der Berliner Krautrocker Karthago hat man sich ein großartiges Werk mit progressiven, hardrockenden, jazzigen und melodiösen Songs rausgepickt, die einfach jeden Musikkenner begeistern sollten, der ein offenes Ohr für eine Vielzahl von Stilen mitbringt. Anspruchsvolle, aufwendig arrangierte Songs sowie erstklassige Percussion treffen auf SECOND STEP auf eingängige, kraftvolle, und soulige Rocknummern. Aber auch gelegentliche Ausflüge in die Welt des Jazz und der lateinamerikanischen Klänge werden einem hier geboten. SECOND STEP ist daher ein überaus abwechslungsreiches Werk einer zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Band. |
Anspieltipps:
| | "Pacemaker", "I don’t care", "Califonia Gigging", "Wild River". |
Titel-Liste:
| | - Pacemaker
- I don't care
- Crosswords & Intermissions
- Don’t send me your Money, send me your Heart
- Wild River
- Lamento Juvenil (Start to Fight)
- California Gigging
- Oberbaum Bridge
- - - Bonus Tracks - - - - Johnny B. Goode
- Going Down
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.karthago.de  |
Probehören und Kaufen:
Empfehlen:
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