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Review: Kickhunter
 
LITTLE MONSTERS

Album:
 LITTLE MONSTERS, 2007, Rockphone Records

Stil:
 Rock

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 J.G., 24.07.2007

Review:
 Ganz gegen den Trend von Black und Nu Metal stellen sich die Hamburger Kickhunter. Sie frönen mit ihrem zweiten Album LITTLE MONSTERS lieber ihrer Leidenschaft am Rock der ersten Stunde. Ihr buntes Potpourie umfasst Heavy Rock-Songs ebenso wie Blues-lastige Southern Rock-Stücke oder gar Gospel-angehauchte Hymnen.

Dabei ist ihr Rezept ganz einfach: Man nehme griffige mitreisende Melodien und garniere diese mit klassischen Elementen, wie einer Hammond-Orgel und fetten Frauen-Chören, wie sie zu Zeiten der legendären Lynyrd Synyrd angesagt waren. Dies alles wird mit purer Spielfreude gewürzt, die fast mit jeder Note spürbar Emotionen verursacht. Und genau so funktioniert Rock - Melodie, Spielfreude und Emotion in perfekter Einheit.

Mit dem Opener "Shame on Love" gelingt der richtige Einstieg in ein abwechslungsreichens Album. Heavy Rock Fans werden sicherlich ihre Freude haben und sich angesichts der warmen Hammond-Orgelklänge, der groovenden Frauen-Chöre und dem flotten Rhythmus genüsslich im Sessel räkeln.
Die Reise führt uns mit "Ain't got nothin' better" in die Southern Rock Gefielde und wir wandeln auf den stürmischen Spuren von Größen wie Molly Hatchet & Co..
So ruhig und harmlos der Start von "Heaven knows" auch sein mag, offenbart sich ziemlich schnell die Besonderheit dieser Rock-Ballade. Schon lange gab es kein gelungeneres und gefühlvolleres Duett, als das von Jörg Wesenberg und der Background-Sängerin Ela. Andächtig lauschend vergisst man kurzweilig seine Umgebung und lauscht dem Paar, welches seine Instrumental-Mitstreiter fast zur Nebensache degradiert.
Wir bleiben mit "Walls" in den südlichen Rock-Gefilden und versetzen mit der rockigen Gospel-Hymne "(Good to be) Alive" dem Ganzen noch einen gehörigen Schuss Black Music. Aber keine Angst, so schwarz wie es James Brown mit den Blues Brothers treibt, wird es dann wohl doch nicht.
Bevor die ersten Zuhörer befürchten sich beim nächsten Song schließlich noch in einer Südstaaten-Holzkirche wiederzufinden, schafft Kickhunter mit dem schwer rollenden "King of Life" die Kurve. Hier beherrschen eindeutig Gitarren-Riffs die Hooklines und keine Kirchen-Chöre.
Schade das mit "Let it Shine" bereits der nächste Slow Rock-Southern Rocker wieder die fahrt aus dem Album nimmt. Ungeachtet der Qualitäten hätte ich mir hier einen flotteren Reißer gewünscht.
Schnörkellos, geradlinig und genau in die Seele eines Rockers zielt den fröhliche Rock-Song "Water". Es ist sicherlich nicht der innovative Quantensprung, jedoch innerhalb des Albums ein willkommener Gast.
Wer den Titel "Roll over Beethoven" wird sicherlich zuerst an den flotten Chuck Berry-Kracher denken und hat damit zur Hälfte auch recht. Es handelt sich tatsächlich um Chuck Berry's Song, jedoch als sieben Minuten dauernde melancholische Ballade umgesetzt. Die ist durchaus hörenswert, wenn auch zunächst gewöhnungsbedürftig.
Den Ausstieg meistern die Hamburger ebenso wie ihren Einstieg mit dem flotten Heavy Rocker "Pimp up your Life" und bieten damit nochmals Rock'n'Roll zum abtanzen, bis die Wirbel knirschen. Dabei werfen sei alles in den Kessel, was einen Klassiker ausmacht - treibende Riffs, fette Chöre und Ohrwurm-Melodien.

Fazit: Einzeln betrachtet gibt es an den Songs und deren Umsetzung absolut nichts zu meckern. Die Musiker versehen ihr Handwerk und liefern eine bunte Mischung erstklassiger Rock-Songs ab. Angesichts der Song-Qualitäten und deren druckvolle Umsetzung braucht man sich auch kaum besorgt zeigen, liest man doch Dennis Ward und Stefan Aurel als Produzenten.
Aber (das hat schließlich kommen müssen), ich sehe Probleme bei der Zielgruppe, wenn auch aus meiner persönlichen Sicht. Entweder habe ich Lust auf ein derbe, mitreißende Rocker-Scheibe oder auf ruhigere Southern Rock-Kost und melancholische Balladen, jedoch kaum auf beides gleichzeitig. Wer sich also nur für die jeweils eine Seite der Rock-Medaille interessiert, bekommt hier auch nur 50% geliefert. Für den Allrounder also eine klasse Scheibe und für den Sparten-Liebhaber vermutlich zu wenig.

Tipp:
 Von Southern Rock über Heavy Rock bis hin zu Gospel-Klängen wird hier ein ultrabreites Rock-Feld beackert.

Titel-Liste:
 
  • Shame on Love
  • Ain't got nothin' better
  • Heaven knows
  • Walls
  • (Good to be) Alive
  • King of Life
  • Let it Shine
  • Water
  • Roll over Beethoven
  • Pimp up your Life

  • Laufzeit:
     53:52 Min.

    Band-Infos:
     
  • www.kickhunter.com 


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