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Review: Kilmara
 
DON'T FEAR THE WOLF

Album:
 DON'T FEAR THE WOLF, 2010, Maltido Digital

Stil:
 Heavy Metal

Wertung:
 6,5 von 7
6,5 von 7 Punkten
 V.R., 28.07.2010

Review:
 Im Land des momentan amtierenden Fußballweltmeisters erfreut sich Heavy Metal seit einigen Jahren großer Beliebtheit. In Deutschland nimmt von der spanischen Metalszene allerdings kaum Jemand Notiz. Möglicherweise rührt das daher, dass die erfolgreichsten spanischen Bands wie Tierra Santa oder Mägo de Oz in ihrer Landessprache singen. Natürlich gibt es dortzulande auch Ausnahmen, die die englische Sprache bevorzugen. Dark Moor zum Beispiel, die sich auch prompt einen gewissen Bekanntheitsgrad außerhalb ihres Heimatlandes erspielen konnten. Mit Kilmara wagt sich nun eine weitere Band aus Europas Süden, den Rest des Kontinents zu erobern. Nach einigen Demos und einem Album im Eigenvertrieb erscheint ihre neue CD DON'T FEAR THE WOLF bei einem Label. Sprachprobleme sollte es hier keine geben, denn alle Lieder wurden auf englisch eingesungen. Damit eine druckvolle Produktion gewährleistet ist, saß niemand anderes als Roland Grapow von Masterplan hinter den Reglern. Aber stimmt auch die Qualität der Songs?

Zu Beginn sorgt das düstere, mit Wolfsgeheul unterlegte Intro "Inside the Darkness" für Stimmung.
Direkt danach geht es gleich ordentlich los mit der Mitbangnummer "The Dark inside - Don't fear the Wolf". Eine fünfminütige saftige Portion klassischem Heavy Metals mit einer Prise amerikanischen Power Metals wird uns hier geboten. Die Mischung stimmt - der Einstieg ins Album könnte besser nicht sein. Im weiteren Verlauf des Albums erwarten den Hörer übrigens noch zwei weitere Lieder aus der Reihe "The dark Inside", da es sich dabei um ein dreiteiliges musikalisches Epos handelt.
In eine ganz andere Richtung geht aber erst mal der nächste Song namens "Rock the Night". Hier präsentiert sich die Band im Gewand des klassischen Hard Rocks, wie er in den 80er Jahren beliebt war. Und das äußerst vielversprechend, denn der Titel ist extrem eingängig und fesselt den Hörer dank eines chorunterlegten Ohrwurmrefrains sofort.
Ein Rettungswagen naht - zumindest im Intro von "All you need is Pray". Dabei wäre der gar nicht nötig gewesen, denn mit Körperverletzung hat dieser Titel nichts zu tun. Dafür ist dieser flotte Midtemporocker viel zu gelungen und überzeugt mit griffigen Gitarrenriffs und einem schönen Chorus.
Danach ist Entspannung angesagt. Wer ein bisschen kuscheln möchte, bekommt mit der Halbballade "Blindfold" jetzt die Gelegenheit dazu. Ganz ohne Kitsch und Schmalz zeigen sich Kilmara hier von ihrer romantischen Seite. Lediglich beim Gitarrensolo wird ein Gang hochgeschaltet.
Weiter geht es mit dem zweiten Teil des "The dark Side"-Epos. "The dark Side - You better run" fängt ruhig, fast balladesk an, um sich dann zu einer klassischen Heavy Metal-Nummer mit Iron Maiden-Einflüssen zu entwickeln. Leider ist der Refrain dieses Mal etwas belanglos geworden, so dass der Song nicht ganz das hohe Niveau der bisherigen Lieder erreicht. Mit knapp acht Minuten ist er auch ein bisschen zu lang geraten.
Der kleine Aussetzer sei Kilmara verziehen, denn bei "Vampire of Love" ist wieder alles im grünen Bereich. Hier gesellt sich zum klassischen Heavy Metal-Stil der Band neben den vom ersten Song schon bekannten amerikanischen Power Metal-Einflüssen auch noch eine Prise progressiver Klänge. Im weiteren Verlauf bekommen wir dünnen Frauengesang zu hören, der aber nicht weiter stört. In jedem Fall sorgt auch dieser Song dafür, dass DON'T FEAR THE WOLF ein extrem abwechslungsreiches Album geworden ist.
Als gelungene Mischung aus Hard Rock und Heavy Metal mit folkloristisch angehauchtem Intro sticht "Let Sadness be Destiny" heraus. Die Melodien zünden sofort und die traditionellen spanischen Klänge sorgen für Einzigartigkeit, so dass es auch an diesem Titel nichts zu kritisieren gibt.
Weitaus klassischer gehen Kilmara bei "You left me without Reason" zu Werke. Dabei haben wir es mit einer weiteren Halbballade zu tun, bei der auch die gewöhnungsbedürftige Frauenstimme wieder auftaucht. Kein schlechter Song, aber die erste ruhige Nummer des Albums war besser.
Erdigen Hard Rock bietet "You won't live forever", das dank extrem melodischer Gitarrenriffs sofort überzeugen kann. Spätestens beim Refrain und dem genialen Gitarrensolo wird auch der letzte Bewegungsverweigerer eifrig seine Mähne oder alternativ die luftige Kopfhaut schütteln.
Deutlich stärker in Richtung Heavy Metal tendiert dann die nächste Nummer namens "The Deceit". Darüber hinaus präsentiert sich die Band hier aber auch wieder von ihrer progressiven Seite. Der Balanceakt zwischen diesen beiden Richtungen ist Kilmara überaus gelungen. Mit seinen sechseinhalb Minuten gehört der Song zu den längeren Stücken des Albums, doch man wünscht ihn sich keine Sekunde kürzer.
"The Dark Inside" Teil drei - den Abschluss der Trilogie bildet "The dark Inside - Show me the Way". Die klassischen Heavy Metal-Klänge des Songs laden sofort zum Abrocken ein und besitzen zudem einen sehr hohen Ohrwurmfaktor. Besser hätte man diese musikalische Trilogie kaum beenden können.
Damit ist das Albenepos zwar zu Ende gegangen, doch auf die Hörer wartet noch ein weiterer Song, der die Platte würdig abschließt. "Dakujem Castle" ist zwar ein reiner Instrumentaltitel, aber ein recht ordentlicher Vertreter seiner Art. Nach gut drei Minuten ist der Spaß aber schon wieder vorbei, doch bitte noch nicht die CD abschalten. Es folgt nämlich noch ein Hidden Track in Form einer sehr ruhigen klavierbegleiteten Fassung der Ballade "You left me without Reason". Ein sehr gutes Heavy Metal-Album geht hiermit auf ganz traumhafte Weise zu Ende.

Fazit: Bis vor wenigen Tagen war mir die Band Kilmara völlig unbekannt. Jetzt weiß ich, was mir bisher entgangen ist, denn das neue Album DON'T FEAR THE WOLF ist ein kleines Juwel. Kilmaras eingängige Mischung aus klassischem Heavy Metal, Hard Rock, Power Metal und einer Prise progressiver Klänge bietet einen extrem hohen Ohrwurmfaktor. Fast das ganze Album hindurch wird das von Beginn an sehr hohe Qualitätsniveau gehalten. Wirkliche Aussetzer sind gar nicht auszumachen, lediglich ein bis zwei mittelmäßige Titel haben sich eingeschlichen. Alle anderen Songs sind derart genial, dass man die CD nach dem ersten Hören am liebsten sofort ein zweites Mal anmacht. Und trotz einer stattlichen Länge von fast 70 Minuten wird die Platte nie langweilig, da immer wieder für Abwechslung gesorgt wird. DON'T FEAR THE WOLF ist ein ansprechendes Album, das Jedem, der gerne klassischen Heavy Metal hört, empfohlen werden kann.

Anspieltipps:
 "The Dark Inside - Don't fear the Wolf", "Rock the Night", "Blindfold", "Vampire of Love", "Let Sadness be Destiny", "The Deceit"

Tipp:
 Viele könnten sich von Kilmara angesprochen fühlen, doch die Kerngruppe dürften die Hard Rock- und Heavy Metal-Fans sein.

Titel-Liste:
 
  1. Inside the Darkness
  2. The Dark Inside - Don't fear the Wolf
  3. Rock the Night
  4. All you need is Pray
  5. Blindfold
  6. The dark Inside - You better run
  7. Vampire of Love
  8. Let Sadness be Destiny
  9. You left without a Reason
  10. You won't live forever
  11. The Deceit
  12. The dark Inside - Show me the Way
  13. Dakujem Castle

Laufzeit:
 69:04 Min.

Band-Infos:
 
  • www.kilmara.com 

  • Probehören und Kaufen:
    Kilmara: DON'T FEAR THE WOLF

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