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Review: Kiss
 
SONIC BOOM

Album:
 SONIC BOOM, 2009, Roadrunner

Stil:
 Hard Rock

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 S.M., 02.12.2009

Review:
 Kiss waren meine Favourite-Band, als ich so 13,14 Jahre alt war und bevor ich durch die ganzen NWoBHM-Bands letztendlich beim Heavy Metal landete. In den mittleren bis späten 70ern waren Kiss wohl auch die prominenteste Hardrock-Band. Und selbst wenn manchem Album ab Mitte der 80er nicht gerade das positivste Feedback zukam, blieben die amerikanischen Schock-Rocker irgendwie immer präsent.
Eine richtig lange Auszeit nahmen sie sich seit dem letzten Studioalbum PSYCHO CIRCUS, das 1998 erschien. Ich hatte fast vermutet, dass sie wohl kein Album mehr veröffentlichen. Doch plötzlich ist es da das neue Werk: SONIC BOOM.
Die Urmitglieder Paul Stanley (Gesang, Rhythmusgitarre) und Gene Simmons (Gesang, Bass) sind nach 36 Jahren Bandbestehen immer noch an Bord. 2009 gehören außerdem Tommy Thayer an der Leadgitarre und Drummer Eric Singer zum Line-Up.

Essentielle Änderungen gibt es beim Sound von Kiss nicht, und das ist auch gut so. Aber gemäß der Vorankündigung sollte es ja auch back to the roots gehen, und Stücke wie "Never enough", "Yes I know (Nobody's perfect", "Russian Roulette" oder "I'm an Animal" stehen in der Tat für das, was Kiss schon seit den Frühzeiten auszeichnete: geradlinige, mitunter recht simple Konstrukte, ohrwurmartige Melodien, ordentlichen Groove und hervorragend ausgearbeitete Höhepunkte, die zumeist im Wechsel von Stanley und Simmons gewohnt intensiv und ausdrucksstark performed werden (von Paul Stanley zugegebenermaßen etwas besser).
Aus diesem Rahmen fallen das leicht bluesrockige, etwas mehr an Aerosmith-Hits angelehnte "Stand" und das an eine typische Lordi- oder The-Poodles-Hymne erinnernde und von Eric Singer am Mikro durchaus interessant performede "All for the Glory". Doch das soll nicht negativ ins Licht gerückt werden. Im Gegenteil: etwas Variation tut ja jedem Album gut. Moderne und durchaus richtig kraftvolle Klänge gibt es außerdem beim Opener "Modern Day Delilah".
Eigentlich ist SONIC BOOM ein Album mit tollen Rock-Songs, die Feeling, Groove und Melodie haben. Bei einem durchgehend recht hohen Level können nur das ziemlich belanglose "Hot and cold" und das zu ausgelutscht wirkende "Danger Us" nicht ganz mithalten. Bei Letzterem finde ich auch das Solo recht nervig.
Die Live-Nummer schlechthin und den genialsten Chorus haben sich Kiss dann bis zum Schluss aufgehoben: "Say Yeah" wird in den Arenen bestimmt nach Herzenslust und Stimmbandmöglichkeiten mitgegrölt werden.

Fazit: Ist SONIC BOOM nun das beste Album seit DESTROYER wie Mr. Simmons großspurig meinte? Jaein! Es ist zweifelsohne ein gutes Hardrock-Werk, doch haben Kiss in ihrer langen Karriere noch zwei, drei Alben veröffentlicht, die zumindest ich persönlich davor platzieren würde.
Insgesamt haben Kiss nach dem durchwachsenen PSYCHO CIRCUS mit SONIC BOOM aber mehr als angenehm überrascht. Das zurück-zu-alter-Stärke hat auf jeden Fall funktioniert. Und es ist schön zu sehen, dass die alten Hasen es noch können. So kann man das Album Hardrock-Fans jeden Alters durchaus empfehlen.

Titel-Liste:
 
  1. Modern Day Delilah
  2. Russian Roulette
  3. Never enough
  4. Yes I know (Nobody's perfect)
  5. Stand
  6. Hot and cold
  7. All the Glory
  8. Danger us
  9. I'm an Animal
  10. When Lightning strikes
  11. Say Yeah

Laufzeit:
 43:17 Min.

Probehören und Kaufen:
Kiss: Sonic Boom

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