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Review: Kivimetsän Druidi
 
SHADOWHEART

Album:
 SHADOWHEART, 2008, Century Media

Stil:
 Folk Metal, Pagan Metal

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 S.M., 26.11.2008

Review:
 Die Finnen Kivimetsän Druidi haben sich 2002 zusammengefunden und präsentieren nun nach einigen Demos und EPs über Century Records ihr Debüt-Album SHADOWHEART. Der Bandname bedeutet in etwa "Druide des Steinwaldes". Dies wiederum ist eine Figur aus der Fantsy-Geschichte "The Land Of The Crystal Mountain", die der Gitarrist und Sänger Joni Koskinen verfasst hat.
Ursprünglich war Kivimetsän Druidi ein zwei-Mann-Projekt der Koskinen-Brüder und in der kurzen Zeit seit Entstehung der Band hat sich auch das Personalkarusell schon ordentlich gedreht. Aktuell besteht das Line-Up aus: Leeni-Maria Hovila (Vocals), Joni Koskinen (Guitar & Harsh Vocals), Antti Rinkinen (Guitar), Antti Koskinen (Keyboard), Simo Lehtonen (Bass) und Atte Marttinen (Drums).
Als größten Einfluss geben die Finnen ihre Landmänner Moonsorrow an. Zur Rezension liegt mir die limited Edition vor, auf der sich zwei Songs mehr befinden, als auf der Standardversion.

Wenn ich mir SHADOWHEART so anhöre, dann finde ich noch eine Menge mehr Einflüsse. Sicherlich sind die Anleihen bei Moonsorrow nicht zu überhören. Doch auch bei Turisas´ Sympho-Bombast hat man sich bedient. In typischen Humppa-Passagen kann man sich auch der Assoziationen zu Finntroll oder Korpiklaani nicht erwehren. Und der durchweg vorgetragene Gesangswechsel zwischen harschen Growls und hoher, weiblicher Elbenstimme erinnert doch stark an Finnlands Tolkien-Verfechter Nummer 1 Battlelore. Passagenweise erinnert mich Leeni-Marias Gesang sogar ein wenig an Tarja Turunen.
Eigenständigkeit wird im Hause Kivimetsän Druidi nicht sehr groß geschrieben. Man lässt sich ordentlich inspirieren. Zugute halten muss man den Finnen, dass bei all der Abkupferei großteils gelungene Kompositionen herauskommen.
Das fängt schon beim epischen Intro "Northwind" an, dass mich phasenweise an den Herr-der-Ringe-Soundtrack erinnert. Bei "Blacksmith" überrascht mich, wie gekonnt die Finnen Folkmelodien in ziemlich brachiale Black-Metal-lastige Instrumentenpower integrieren.
Gesanglich bekommt man in fast jedem Stück diese Wechsel zwischen Jonis Growls und dem hellen Gesang Leeni-Marias serviert. Hier hätte meiner Ansicht nach etwas mehr variiert werden können. Lediglich das balladeske " Tiarnách - Verinummi " bleibt growlfrei und zeichnet sich dadurch auch aus.
Einen cleanen Männerchor gibt es bei "Verivala" und hebt auch dieses Stück durch die dadurch erzeugte hymnische und epische Note durchaus ab. Auf die Growls wird aber nicht verzichtet und Instrumental hat man sich ordentlich von Turisas inspirieren lassen. Nach meiner persönlichen Ansicht, ist aber gerade dieser Einfluss nicht verkehrt. Dieser symphonisch-epische Keyboardbombast bringt frischen Wind in manche Songs. So auch bei "Pedon Loitsu" mit seinem gelungenen Pomp oder bei "Korpin Laulu", wenngleich hier der Bombast mehr als Untermalung eines an sich dynamischen Tracks dient.
Überhaupt fallen etliche Songs durch wirklich hervorragende Melodiebögen auf. Als Beispiele seien hier "Jäässä Verttunut", das fast Pagan-Speed-Metal-verdächtige "Burden" oder das von der Folkseite dominierte "Mutan Valtikan Aika" genannt. Letzteres ist übrigens auch durch die Humppa-Passagen, die sehr an Finntroll erinnern, geprägt.
Die Bonustracks können sich kompositorisch ebenfalls hören lassen. Einziger wirklich schwacher, weil völlig akzentloser Song, ist "Halls Of Shadowheart".

Fazit: Trotz der mangelnden Eigenständigkeit, muss ich Kivimetsän Druidi ein gelungenes Album bescheinigen. Frei nach dem Motto "lieber gut geklaut, als schlecht selbst gemacht" bedienen sie sich bei den Größen der Spielart, verwursteln wirklich interessante Anleihen miteinander und formen daraus starke Kompositionen mit teilweise herrlichen Melodien.
Neben dem Songwriting ist auch die instrumentelle Leistung zu würdigen, denn hier hat auf SHADOWHEART alles Hand und Fuß. Ein kleiner Knackpunkt ist vielleicht der Gesang, der mehr variiert werden könnte. Gerne weniger Growls und mehr männliche Cleangesänge und Chöre. Leeni-Maria Hovila hat zwar eine schöne und ausdrucksstarke Stimme, nach einer Stunde hat man von ihr aber auch erst einmal genug.
Ich bin nicht sicher, ob ich Kivimetsän Druidi empfehlen soll, mehr Eigenständigkeit zu entwickeln. Vielleicht geht gerade dann der Charme eines Werkes wie SHADOWHEART verloren. Ich denke, wir warten einfach mal ab, was uns die frechen Finnen das nächste Mal vorsetzen.

Tipp:
 Wer auf Moonsorrow, Turisas, Ensiferum oder Finntroll steht, sollte auch Kivimetsän Druidi eine Chance geben. Nur neue Aspekte darf man nicht erwarten.

Titel-Liste:
 
  1. Northwind - Prelude
  2. Blacksmith
  3. Jäässä Verttunut
  4. Halls of Shadowheart
  5. Pedon Loitsu
  6. Burden
  7. The Tyrant
  8. Tiarnách - Verinummi
  9. Verivala
  10. Korpin Laulu
  11. Mustan Valtikan Aika
  12. Viimeinen Peikkokuningas
  13. Leaves (The Gathering Cover Version)

Laufzeit:
 60:08 Min.

Band-Infos:
 
  • www.kivimetsandruidi.com 


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