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Review: Koritni
 
GAME OF FOOLS

Album:
 GAME OF FOOLS, 2009, Bad Reputation

Stil:
 Hard Rock

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 J.G., 15.05.2009

Review:
 Seit dem der australische Sänger und Songwriter Lex Koritni aus den Überbleibseln der Band Green Dollar Colour 2006 eine eigene Truppe formte, ist er ständig auf Tour, um die restliche Welt von seiner Musik zu überzeugen. Und was ein waschechter Aussie ist, der huldigt natürlich auch den "Halbgöttern" AC/DC. Im Gegensatz zu einigen Nachahmern, wie Rhino Bucket hat er jedoch deutlich mehr Abstand zu seinen Vorbildern und bringt dabei noch eine geniale Stimme mit, die zum Stil seiner Musik passt, wie der berühmte Arsch auf den Eimer.
Damit bei seinem inzwischen zweiten Album nicht schief geht, hat er sich als Mischer Mike Fraser geholt, der neben den Vorbildern AC/DC auch schon Aerosmith und Metallica verarztet hatte. Selbst beim Cover-Artwork lässt er nichts anbrennen und wählt ein Werk von Mark Wilkinson, der sich schon auf Iron Maiden- oder Judast Priest-Alben verewigt hatte.

Jetzt fehlt nur noch die passende Musik und die startet mit dem Opener "155" mit einem leichten Hauch von AC/DC in den Riffs.
Mit "Stab in the Black" folgt ein waschechter Mid-Tempo Arschtreter, der auch zum Headbangen älterer Herrschaften taugt, für all jene also, die nur noch im mittleren Nackenwirbel-Drehzahlbereich gesundheitliche Schäden vermeiden können.
Mehr Groove und Tempo bringt da schon wieder "Roll the Dice", besonders mit seinem kurzen aber genialen Gitarren-Solo auf die Bühne und noch etwas mehr Gas geben Koritni passender weise natürlich bei ihrem Song "V8 Fantasy". Beide Titel zeigen dabei einmal mehr deutliche AC/DC-Schlagseite, die jedoch keine Sekunde lang abgekupfert scheint.
Von ganz anderem Holz geschnitzt ist das langsam walzende und nachdrücklich intonierte "You vs Me", das ebenso gut aus der Feder von Nickelback oder Shinedown stammen könnte.
Der flotte Rocker "By my Side" kann mit seinen druckvollen und melodischen Riffs sofort punkten. Hier ist es vor allem der Ohrwurm-Refrain und der ausdrucksstarke Gesang von Lex, der für Dauerhaftung in den Gehörgängen sorgt. Und auch "Nobody's Home" steht seinem Vorgänger in nichts nach, sorgt er doch für gehörige Schweißflecken unter den Achseln.
Wer mehr auf tierischen Groove steht, bekommt mit dem bluesschwangeren "Deranged" genau das richtige Futter geboten, denn Mitnicken ist angesagt und nicht der Geschwindigkeitsrausch.
Und dann ist es soweit, AC/DC geben sich die Ehre... aber nein, es handelt sich zumindest bei der Eingangsstrophe wohl um ein astreines Tribut, das jedoch im weiteren Verlauf des Titelsongs "Game of Fools" zunehmend eine eigene Richtung einschlägt.
Ein bisschen Boogie gefällig? Na dann wird "Keep me breathing" schnell die Erfüllung bringen, bevor "Tornado Dreaming" und sein zweiter Teil wieder voll auf Up-Tempo Hard Rock setzt. Wer noch Puste hat, der kann abtanzen, bis zum Wadenkrampf, denn beim Schlusstrack "The Devil's Daughter" - was schon gleich wieder zu Ende? - lassen es die Australier etwas ruhiger angehen. Auch wenn immer wieder druckvolle Zwischenspurts eingelegt werden, so wird man mit überwiegend melodischem Mid-Tempo Hard Rock bedient, der in jedem fall einen würdigen Schlusspunkt darstellt. Mehr als 50 Minuten für ein Rock Album gehen voll in Ordnung.

Fazit: Auch wenn die Erfindung neuer Sounds und totale Eigenständigkeit nicht ganz oben auf der Checkliste von GAME OF FOOLS stand, so wäre es nicht fair, Koritni als schnöden AC/DC-Klon abzuqualifizieren. Wesentlichen Anteil hat dabei der Frontmann Lex Koritni der dem energiegeladenen Sound einen markanten Stempel aufdrückt. Das alleine ist natürlich noch etwas mager und deshalb darf man seine Instrumentalisten nicht vergessen, die für den nötigen Druck sorgten. Das Ergebnis lässt sich in jedem Fall hören und sehen, wenn ich mir auch an manchen Stellen einfach etwas mehr Langzeitwirkung gewünscht hätte. Na gut, dann starte ich eben eine neue Runde.

Anspieltipps:
 "155", "You vs Me", "By my Side" und "Game of Fools".

Tipp:
 Hard Rock-Freunde, die AC/DC und Co nicht aus dem Regal verbannen, werden an Koritnis neuem Album GAME OF FOOLS sicherlich ihre Freude haben und können auf der nächsten Party dem Publikum so richtig einheizen.

Titel-Liste:
 
  1. 155
  2. Stab in the Black
  3. Roll the Dice
  4. V8 Fantasy
  5. You vs Me
  6. By my Side
  7. Deranged
  8. Nobody's Home
  9. Game of Fools
  10. Keep me breathing
  11. Tornado Dreaming
  12. Tornado Dreaming II
  13. The Devil's Daughter

Laufzeit:
 51:37 Min.

Band-Infos:
 
  • www.koritni.com 


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