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Review: Korpiklaani
 
KARKELO

Album:
 KARKELO, 2009, Nuclear Blast

Stil:
 Folk Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 S.M., 14.08.2009

Review:
 Die Sippe des Waldes (Korpiklaani!) schlägt schon wieder zu. Die Truppe ging erst 2003 aus der Band Shaman hervor und wirft mit KARKELO trotzdem schon den sechsten Longplayer unters Volk. In dieser Hinsicht sind die finnischen Folk Metaller sicherlich der Traum eines jeden Labels.
Doch kann eine Band angesichts einer solchen Veröffentlichungswut - immerhin neben Touren, Festivals und Privatleben - überhaupt den eigenen Standard auf Dauer halten? Nun, KARKELO wird mir gleich die Antwort geben.

Stimmungsvoller als mit "Vodka" kann ein Album wohl kaum anfangen. Auf einem kräftigen Groove sind es vor allen Dingen das Akkordeon und die Fidel, die für die Melodieführung - unterstützt natürlich von der Leadgitarre - zuständig sind. Der Rhythmus mit seinen deutlichen Humppa-Anleihen geht sofort ins Blut und der Refrain animiert zum Mitgrölen. Der perfekte Sauf- und Feiersong!
Auch " Erämaan Ärjyt" ist ein Stimmungsmacher, wenn auch nicht ganz so straight wie der Opener. Hier wechseln sich flotte und verhaltenere Phasen etwas ab. Die Melodie geht wieder gut ins Ohr.
Bei " Isku Pitkästä Ilosta" wird noch etwas mehr metallische Dynamik in den Sound gelegt. Auch die Stimmung ist während des Aufbaus nicht ganz so fröhlich. Beim Refrain dominieren dann aber wieder die Folk- und Humppa-Parts.
Fast etwas schwermütig wirkt die Melodie von " Mettänpeiton Valtiaalle". Hier wird wohl eher eine nachdenkliche lyrische Seite verarbeitet. Mit " Juodaan Viinaa" folgt dafür wieder eine Nummer die perfekt für ein Saufgelage oder die wilde Party gemacht zu sein scheint. Sehr gut gefällt mir hier die Bridge mit ihrem Übergang zum Mitsing-Refrain.
Tiefgründig und fast ein wenig düster mutet " Uniaika" an. Da man die finnischen Texte nicht versteht, kann ich nicht sagen, wovon es handelt, doch Korpiklaani versteifen sich ganz offensichtlich nicht nur auf die Mitschunkel- und Partynummern, sondern agieren wesentlich vielschichtiger.
" Kultanainen" bringt nicht nur wieder die Humppa-Anleihen ins Spiel, sondern wartet auch mit einigen wirklich heavy Riffs auf. Der Höhepunkt verhungert aber so ein bisschen. Er hätte ruhig noch besser ausgearbeitet werden können. Zwar soll auch dieser Track keine reine Party-Stimmung machen, doch da es zudem der zweitlängste Song ist, fehlt einfach irgendwie der letzte zündende Funke.
Bei "Bring us Pints of Beer" sagt der Titel, wo der Hase läuft. Das ist eine Trink- und Partyhymne nach bester Manier in einem Mix aus Folk und sehr energetischem Metal fast thrashiger Art. Wer hier nicht automatisch mitwippt, befindet sich zweifelsohne schon im Delirium.
" Huppiaan Aarre" ist ein weiterer Beweis von Korpiklaanis Abwechslungsreichtum auf dieser Scheibe. In fast doomigem Tempo, aber mit einem mächtigen Beat und kräftigen Riffs wird hier eher eine melancholische und mystische Atmosphäre erzeugt. Erst zum Ende hin wird die Geschwindigkeit etwas angezogen, von ihrer locker-flockigen Art bleiben die Finnen hier aber weit entfernt.
Diese gibt es wieder beim straighteren und feuchtfröhlicheren " Vesaisen Sota", während "Sulasilmä" den Hörer in nordisch-epische Bereiche entführt.
Die Anfänge vom Schlusstrack "Kohmelo" wirken sehr indianisch-schamanisch, um mal den früheren Bandnamen ins Spiel zu bringen. Doch im weiteren Verlauf setzt sich eine tolle Melodie durch, die gleichermaßen von den traditionellen Instrumenten wie von der Gitarre geführt wird. Bis auf diese schamanischen, beschwörenden Gesänge, handelt es sich um ein Instrumental, das diese Scheibe ein bisschen spleenig aber trotzdem mit bezaubernden Klängen standesgemäß beschließt.

Fazit: Korpiklaani zeigen auch mit ihrem sechstem Full-Length-Album, dass sie im Folk Metal einfach eine Bank sind. Was mir gut gefällt, ist die Abwechslung, die sie auf KARKELO unterbringen. Sie machen nicht nur gute-Laune-Musik, sondern agieren vielfältig, wodurch sie auch verhindern, sich selbst zu kopieren.
Technisch gibt es nichts auszusetzen. Korpiklaani verbinden traditionelle finnische Folk-Waisen immer noch auf beeindruckende Weise mit Heavy Metal. Die Songs wirken frisch und gehen mit den tollen Melodien gut ins Ohr. Jonne Järvelä macht mit seiner rauchig-rauen Stimme, die einfach gut zur Musik passt, wieder einen prima Job. Aber auch alle Instrumentalisten setzen Akzente.
Korpiklaani halten weiterhin ihren hohen Standard, bzw. steigern sich gegenüber Korven Kuningas sogar noch etwas. Wenn die Finnen auf diesem Niveau weitermachen, können sie auch gerne jedes Jahr eine Platte herausbringen.

Anspieltipps:
 Ich bevorzuge besonders die stimmungsvollen Nummern wie "Vodka", "Erämaan Ärjyt", "Juodaan Viinaa" und "Bring us Pints of Beer". Oder auch das epischere "Sulasilmä".

Tipp:
 Korpiklaani bringen mit KARKELO ein abwechslungsreiches und hochklassiges Folk-Metal-Album heraus, dass sich kein Genre-Fan entgehen lassen sollte.

Titel-Liste:
 
  1. Vodka
  2. Erämaan Ärjyt
  3. Isku Pitkästä Ilosta
  4. Mettänpeiton Valtiaalle
  5. Juodaan Viinaa
  6. Uniaika
  7. Kultanainen
  8. Bring us Pints of Beer
  9. Huppiaan Aarre
  10. Vesaisen Sota
  11. Sulasilmä
  12. Kohmelo

Laufzeit:
 51:28 Min.


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