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Review: Korpiklaani
 
Korpiklaani - MANALA

Album:
 MANALA, 2012, Nuclear Blast

Stil:
 Folk Metal, Humpaa Metal

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 A.K., 11.08.2012

Review:
 Alter Finne! Zwar mögen die Bärte eine leicht gräuliche Färbung bekommen haben, aber zum "alten Eisen" gehören Korpiklaani noch lange nicht. Da steckt noch gehörig Saft in der Baumrinde, den man konzentriert, fermentiert und zu einem deftigen Gebräu namens MANALA gesammelt hat. Wie mir der folkoristische Vollrausch bekommen ist erfahrt ihr jetzt.

Mit ihrem nun mehr achtem Studioalbum, tauchen Korpiklaani in die Unterwelt der finnischen Sagen der "Kalevala" ein und bringen die Lavaflüsse der Unterwelt – Manala – zum kochen.

Mit "Kunia" geht es direkt ordentlich zur Sache. Ein schneller Beat mit folkloristischen Einflüssen heizt zu Beginn gehörig vor, während man thematisch über den Wert des Lebens sinniert.
Zwar verzichteten die Waldläufer auf MANALA auf die schon kultigen "Mit-sauf-und-mit-gröhl" Songs a la "Tequila", nichts desto trotz hat "Kunia" enormes Ohrwurmpotential und animiert (wenn auch nur phonetisch) mitzusingen.
Mit "Tuonelan Tuvilla" fahren Jonne und seine Jungs eine härtere Gangart auf. Dominiert von Gitarren und Beats ein Track der zum "mitbangen" anregt.
Mit dem dritten Track, der ersten Single-Auskopplung "Rauta" geht’s weiter. Auch wenn man anfänglich vom fast 20 sekündigem Wiederholen des Wortes "Iske" (schlagen) fast genervt ist, entwickelt sich der Song beim mehrfachen hören zu einem absolutem Favoriten. Selbstverständlich fehlen auch hier die folkloristischen Einflüsse nicht, begleitet von einem fast indianisch anmutendem Gesangfetzens.
"Ruumiinmultaa" kommt schon beinahe düster daher mit einer packenden Hook. Wie Jonne in einem Interview mit uns berichtete, handelt der Track von einen altem Aberglauben, nach welchen man mittels Friedhofserde einen Pakt mit dem Teufel eingehen konnte um finanziellen Wohlstand zu erhalten.
"Petoeläimen Kuola", in welchem Korpiklaani die Legende der Entstehung des Bieres als textlichen Grundstein nutzen ist ähnlich gitarrenlastig und definitiv der "Headbanger"-Fraktion zuzuordnen. Es verwundert auch nicht, dass es die Finnen nicht ganz schafften ohne eine Songtext rund ums Trinken auszukommen. Aber was wäre auch ein Korpiklaani Album ohne eben solch einen Track?
Mit "Synkkä" kehren schließlich akustisch folkloristische Töne auf MANALA ein und erinnerte mich ein wenig an "With Trees" aus dem Debüt-Album der Band. Nichts desto trotz ein gefühlvoller und eigenständiger Track.
"Ievan Polkka" bringt wieder Schwung in die Holzhütte, Humpaa Metal wie man ihn von Korpiklaani kennt und mag.
"Huskey Sledge" bietet als einer von zwei Instrumental-Tracks des Albums, eine Palette an traditionellen Instrumenten und erinnert vom Soundgewand auch stark an den Ritt auf einem Hundeschlitten.
Instrumental geht es auch weiter mit "Doloruos" bei dem man wieder auf Gitarren und Violine aufgebaut hat.
Beim Track "Uni" warten Jonne und Co. mit gehörig Tempo und Double-Beats auf. Mit schnarrendem Bass – der mich etwas an Korn denken ließ, auch wenn der Song selbst nichts mit dieser Band gemeinsam hat – in meinen Augen eines der Highlights des Albums.
Gefolgt vom temporeichem "Metsälle" bleiben Korpiklaani dem Folkmetal treu und runden den Longplayer schließlich mit dem Mid-Tempo-Track "Sumussa Hämärän Aamun" ab. Vom Stil her schon fast ein Metallica-würdiges Stück mit einem fettem Riff im Vordergrund, ein gelungener Abschluss.

Fazit: Man mag getrost sagen, dass Korpiklaani nicht unbedingt durch eine innovative, musikalische Entwicklung auffallen, aber wenn man auf ein grundsolides, typisches Album der Finnen gehofft hat ist man mit MANALA nicht enttäuscht worden. Durch eine gute - gewohnte - Mischung aus Metal, Folklore und Tradition, kam ein Album heraus, welches nicht nur Fans der Band sondern auch "Frischlinge" begeistern kann. Da braucht sich der Klan des Waldes keinen Moss von den Klamotten klopfen. Standhaft wie eine uralte Eiche liefern sie erwartungsvoll ab. Eine mythologische Reise durch die finnische Folklore in metallischen Gewändern.
Die bei der Special-Edition enthaltene Bonus CD, auf welcher man die Tracks mit englischen Texten vorfindet ist zwar ein nettes Extra, doch stellt man viel zu leicht fest, dass die Texte sehr holprig erscheinen und Jonne sich dabei nicht wirklich wohl gefühlt hat. Verständlich. Da alle Tracks ursprünglich auf Finnisch geschrieben wurden, ist es schwer diese in eine andere Sprache zu übertragen.

Anspieltipps:
 "Kunnia", "Rauta", "Uni", "Sumussa Hämärän Aamun"

Titel-Liste:
 
  1. Kunnia
  2. Tuonelan Tuvilla
  3. Rauta
  4. Ruuminmultaa
  5. Petoeläimen Kuola
  6. Synkkä
  7. Ievan Polkka
  8. Husky Sledge
  9. Dolorous
  10. Uni
  11. Metsälle
  12. Sumussa Hämärän Aamun
    Bonus CD
  1. Honor
  2. At the Huts of the Underworld
  3. The Steel
  4. Soil of the Corpse
  5. The Predator's Saliva
  6. Dismal
  7. Ieva's Polka
  8. Husky Sledge
  9. Dolorous
  10. Dream
  11. Off to the Hunt

Laufzeit:
 49:20 Min.

Probehören und Kaufen:
Korpiklaani: MANALA


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