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Review: Lana Lane
 
RED PLANET BOULEVARD

Album:
 RED PLANET BOULEVARD, 2007, Frontiers

Stil:
 Melodic Symphonic Rock

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 U.B., 26.11.2007

Review:
 Eines kann man Lana Lane der Lady des Symphonic Rock und der Band mit ihrem Namen sicher nicht vorwerfen, untätig zu sein. Nachdem vor etwa einem Jahr mit GEMINI eine reine Cover CD erschienen ist, steht jetzt mit RED PLANET BOULEVARD die nächste Scheibe in den Startlöchern. Diesmal jedoch mit Songs ausschließlich aus ihrer eigenen Feder oder der ihres Ehemanns Erik Norland. Nach den durchweg guten Kritiken für LADY MACBETH einem Album von 2005 durfte man gespannt sein, ob die hohen Erwartungen der Fans erfüllt werden. Um die Antwort vorweg zu nehmen, ein klares ja. Wieder mit an Bord auf der musikalischen Reise zum roten Planeten sind, wie bereits auf der LADY MACBETH, Erik Norlander (der das Album auch produziert hat) Keyboards und Bass, Peer Verschuren Gitarre und Ernst van Ee Drums. Eine sehr kleine aber eingespielte Formation mit ausnahmslos exzellenten Musikern, die es verstehen auch mit dieser Minimalbesetzung einen Melodic Symphonic Rock zu zelebrieren, der begeistert. Dass dabei auch die eine oder andere Nummer spürbar härter ausfällt und die Grenze zum Hard Rock überschreitet empfinde ich als sehr angenehm. Die Lyrics erzählen dazu eine interessante Geschichte.

Der Opener "Into the Fire" startet gleich fulminant mit unerwarteter Härte. Die Nummer hat ganz schön Dampf unter der Haube. Hier wird sofort klar, Keyboards, Bass, Gitarre und Drums werden alle von Meistern ihres Fachs bedient. Zu erwähnen, dass Lana Lane eine herausragende Stimme hat hieße Eulen nach Athen, oder besser, nach Rock City tragen. Ich habe es hiermit dennoch getan. Gitarren- und Keyboardsoli, tolle Melodie und über allem schwebt eine Stimme die nicht nur schmeicheln sondern auch aggressiv klingen kann ohne je etwas von ihrer Souveränität einzubüßen. Was für ein Auftakt! Auch "The frozen Sea" lässt nichts anbrennen. Dynamisches Drumming wechselt mit gefühlvollen Vocals, bis gegen Ende die Gitarre die dominante Rolle übernimmt.
"Capture the Sun" glänzt mit einer super Melodie. Ein Ohrwurm, besser kann ein Song in diesem Genre wohl kaum klingen. Keyboardklangteppiche werden abgelöst durch Peer Verschurens gekonntes Gitarrenspiel, Symphonic Rocker was willst du mehr. Gänsehaut pur. Nach so einem Highlight kann es eigentlich nur bergab gehen, sollte man meinen. Doch das anschließende "Jessica" macht genau da weiter, wo "Capture the Sun" aufhört, eine wunderbare Ballade mit Power in den Knochen, nie kitschig aber atmosphärisch sehr dicht. Was für eine Gitarrenarbeit zum Schluss. Wow.
"Stepford USA" klingt sehr frisch, abermals spürt man die Spielfreude aller Beteiligten. Das Lied handelt von einer Kleinstadt die nach außen einen beschaulichen Eindruck macht, aber ein dunkles Geheimnis birgt. Da Lana Lane als ihre Lieblings TV Serie Desperate Housewifes nennt, liegt die Vermutung nahe, aus welcher Ecke die Inspiration stammt. Der Song braucht einige Durchläufe, er ist nicht so eingängig wie die vorangegangenen.
"Shine" hingegen ist wie Traubenzucker, er schießt sofort ins Blut. Treibende Drumbeats heizen die Nummer an. Verspielte Keyboardklänge, schnelle Gitarrenlicks, sehr modern die Sache.
"Lazy Summer Day" ist deutlich anders. Sehr ruhig, der Titel ist musikalisch gut umgesetzt. Man sieht sich förmlich in der Hängematte schaukeln und verträumt in den Himmel starren, wäre da nicht ein deutlicher Stimmungsumschwung zur Mitte. Die Gitarre schlägt härtere Töne an und man wird plötzlich aus seinen Träumen gerissen. Nach einem Break umfließt einen dann wieder die schmeichelnde, verträumte Melodie.
"No Tears left" ist ein Wolf im Schafspelz. Wird einem anfangs suggeriert hier kommt ein zartes, feinfühliges Lied, sieht man sich schnell getäuscht. Drums, Bass und Keyboards ziehen unvermittelt an und auch die Vocals klingen schärfer. Es folgt eine Zäsur und Lana Lane`s schmeichelnder Gesang und leise Gitarrenklänge bilden einen starken Kontrast, bevor der Song abermals an Tempo zulegt, Zuckerbrot und Peitsche.
"Save the World" ist stampfend und eindringlich, dem Titel angemessen. Während Drums und Bass für Druck sorgen hat Verschuren Gelegenheit zu zeigen zu was er am Sechssaiter fähig ist.
"Angels and Magicians" stellt in meinen Augen, oder besser: Ohren, die schwächste Nummer auf RED PLANET BOULEVARD dar. Der Na Na Na Refrain fällt doch deutlich ab zu dem was man bisher von Frau Lane hören durfte. Die Gitarrensoli entschädigen hingegen.
"The Sheltering Sorrow" zeigt beeindruckendes Gespür für tolle Melodien. Gitarrenklänge wie aus Seide, viele Emotionen und hingebungsvoller Gesang klingen episch durch die Gehörgänge.
Dass Lana Lane sich als Gruppe versteht und nicht als Sängerin mit Begleitband wird beim fast 8 minütigen Titelsong "Red Planet Boulevard" deutlich. Er ist rein instrumental und verarbeitet die Themen der vorherigen Songs, untermalt von Orchesterklängen, zu einer bombastischen Symphonic Hymne die den Hörer staunend zurücklässt. Aber wozu gibt es die Repeat Taste!

Fazit: Wer auch nur etwas für Melodic Symphonic Rock übrig hat, dem kann ich eine Reise zum roten Planeten nur wärmstens empfehlen. Marsbewohner wird er dort zwar nicht treffen, aber mitreißende Songs sind mir allemal lieber als kleine grüne Männchen.

Anspieltipps:
 "Into the Fire", "Capture the Sun", "Jessica", "Red Planet Boulevard".

Titel-Liste:
 
  1. Into the Fire
  2. The Frozen Sea
  3. Capture the Sun
  4. Jessica
  5. Stepford, USA
  6. Shine
  7. Lazy Summer Day
  8. No Tears Left
  9. Save the World
  10. Angels and Magicians
  11. The sheltering Sorrow
  12. Red Planet Boulevard

Laufzeit:
 69:02 Min.

Band-Infos:
 
  • www.lanalane.com 


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