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Review: Last One Dying
 
THE HOUR OF LEAD

Album:
 THE HOUR OF LEAD, 2009, Mokambomusic

Stil:
 Metalcore, Thrash Metal

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 J.G., 03.09.2009

Review:
 Wir schreiben das Jahr 2006 als Last One Dying ihre erste 4-Track-EP ANTHEMS OF THE LOST auf den Markt gebracht haben und damit jede Menge Staub aufwirbelten. Nach so viel Lorbeeren schlägt nun für das Kölner Quintett um Sänger Jan Müller, den Gitarristen Thorsten Wambach und Andreas Gül, dem Bassist Ralf Conrad und Drummer Bodo Stricker, die Stunde der Wahrheit, denn nun muss das Debüt THE HOUR OF LEAD beweisen, dass die Hoffnungen nicht unbegründet waren. Gespannt darauf, welche Metal-Perlen Produzent Patrick Karwatka der Band entlocken konnte, drücke ich "Play".

Nach dem obligatorischen "Intro" dröhnen bereits die Hooklines des Openers und Titel-Songs "The Hour of Lead" aus den Boxen. Dabei legen Last One Dying schon mal ein gesundes Tempo an den Tag ohne gleich zu überziehen. Abgesehen vom durchschnittlich aggressiven Gesang ist der Titel-Song besonders in den choral unterstützten clean-Voice-Passagen melodisch und eingängig.
Auch die folgenden Songs "Darkness on my Trail" und "Anthem of the Lost" schlagen kompromisslos in die gleiche Kerbe und lassen kaum ein Shirt wirklich abtrocknen.
Noch etwas derber geht es bei "Annabel Lee" zur Sache, das zunächst mit melodisch epischem Touch beginnt, bevor der große Hammer aus dem Werzeugkasten geholt wird. Danach herrscht Knüppelgewalt bis zum Abwinken, ohne die melodischen Grundzüge aus dem Fokus zu verlieren.
Wer auf Tempo steht, der wird mit "Legacy" seine wahre Freude haben. Hier feuern sich Gitarren und Schlagmann immer wieder gegenseitig an und bis zu Letzt ist nicht klar, wer der Gewinner sein wird - oh doch, mit Sicherheit der Zuhörer.
Schon fast balladesk erscheint das anschließende "All this Time" mit seinen überwiegenden Clean-Voice-Anteilen, dem gediegenen Tempo und dem hohem melodiös-gefälligen Grundtonus.
Nach "so viel" Kuschel-Metalcore ist klar, das kann und wird nicht so weiter gehen. Und richtig, nicht zuletzt der ex-Venom-Mann Mantas lässt den Song "Hate me" zu einer richtig coolen Mosh-Party mutieren, Prügel-Riffing bis zum Abwinken und nicht zu Vergessen die Gitarren-Soli.
Unter Volldampf wird mit "Far away" die nächste High-Speed-Runde eingeläutet, die lediglich in ihren Clean-Voice-Refrain-Passagen ein wenig an Tempo einbüst.
So stark wie "Exclude me from your Prayer" mit seinem thrashigen Power-Drumming und vollfetten Gitarren-Riffs startet, so enttäuschend fällt für mich der Rest aus. Hier beraubt mir die Gesangspassage viel zu viel vom anfänglichen Fluss. Schade denn immer dann, wenn die Gitarrenfront wieder los legt oder der Refrain aus den Boxen dröhnt, ist die Welt eigentlich in Ordnung.
"My own Machine" bringt nicht wirklich neues, aber dafür das sehr variable "Until we meet again", das schon fast in Richtung Crossover tendiert, bedenkt man den starken Kontrast zwischen aggressiven Shouts und "zuckersüßen" Clean-Voice-Abschnitten.
Klar, für die Schlussrunde muss es schon wieder etwas deftiger sein, denn schließlich will man nicht als "Softies" (na ja, für Thrash- und Metalcore-Verhältnisse) abtreten. "Into the Deep" räumt noch einmal kräftig alles ab, was auf der Bühne nicht niet- und nagelfest verankert war, bevor einem nach einer guten Dreiviertel Stunde die Entscheidung leicht gemacht wird, dem Scheibchen eine weitere Runde zu spendieren.

Fazit: Enttäuschung sieht anders aus und so kann man Last One Dying nur bescheinigen, dass sie mit ihrem Debüt THE HOUR OF LEAD durchaus zu überzeugen verstehen. Mit Sicherheit wird es einigen Die-Hard-Metallern schwer fallen, die Mischung aus Hardcore und verschiedensten Metal-Einflüssen sofort zu verdauen. Interessant ist die Mischung in jedem Fall und besonders beim Gesang merkt man den Hang zur Perfektion, denn kaum eine der großen Vorbilder beherrscht die Übergänge von Metalcore-Shouts zu cleanem Gesang so perfekt, wie Jan Müller.

Titel-Liste:
 
  1. Intro
  2. The Hour of Lead
  3. Darkness on my Trail
  4. Anthem of the Lost
  5. Annabel Lee
  6. Legacy
  7. All this Time
  8. Hate me (Feat. Mantas)
  9. Far away
  10. Exclude me from your Prayer
  11. My own Machine
  12. Until we meet again
  13. Into the Deep

Laufzeit:
 47:33 Min.

Band-Infos:
 
  • www.myspace.com/lastonedying 


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