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Enjoy it! |
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Review: Led Zeppelin |
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Album:
| | THE SONG REMAINS THE SAME, 2007, Atlantic |
Stil:
Wertung:
| |  6,5 von 7 Punkten | | J.G., 16.02.2008 |
Review:
| | Egal wie man über Neuauflage alter Alben denken mag, so sind sie oftmals nicht nur ein Fluch, sondern durchaus auch ein Segen. Manchmal fördern Re-Releases, Re-Issues oder wie sie auch alle heißen mögen, bisher unveröffentlichte Schätze zu Tage oder helfen einfach die stellenweise total überzogenen Preise des "Gebrauchtmarktes" wieder auf ein gesundes Maß abzusenken. Ähnlich wie Pink Floyd's Doppel-Album THE WALL gehörte bisher auch THE SONG REMAINS THE SAME zu den Silberlingen mit saftigem Preis, sodass ich damals sehr oft die Mark (ja, so lange ist das schon her) zweimal herumgedreht hatte, bevor ich dann doch meine Vinyl gegen CDs ersetzt hatte. Mir wurde dann auch erst bewusst, dass meine Vinyl bereits von 1977 stammte und digitaler Ersatz durchaus angemessen wäre.
Und nun liegt mir die Re-Releases des Led Zeppelin-Live Albums vor auf das man noch einige zusätzliche Songs aus dem Live-Set zum gleichnamigen Film gepresst hat. Es sind immerhin gleich fünf neue bisher unveröffentlichte Songs, was 67% Zuwachs bedeutet.
Auch wenn viele Kritiker behaupten und das sicherlich nicht ganz zu unrecht, dass mit diesem Album bereits der Niedergang der Band in greifbare Nähe gerückt ist, so zeigt es doch Led Zeppelin von seiner besten Seite. An dieser Stelle sei auch die DVD, egal ob die alte oder neu aufgelegte zu empfehlen, die eindrucksvoll die charismatische Wirkung des Frontmanns Robert Plant auf der Bühne zeigt oder auch die Gitarrenarbeit seines Kollegen Jimmy Page an der Double-Neck.
Glücklicherweise entfalten die meisten Songs ihre teilweise hypnotische Wirkung auch ohne zusätzliche visuelle Stimulation und ein entspanntes Zurücklehnen im bequemen Sessel ist für den vollen Genuss ausreichend.
Als Opener der CD 1 hat man sich für einen flotten Hard Rocker "Rock and Roll" entschieden und kann damit gleich punkten. Hier gibt es kein 70er Jahre Retro-Flair, hey Leute, das waren die 70er!.
Und gleich im Anschluss setzt "Celebration Day" noch eins drauf bevor man mit dem neu hinzugekommenen "Black Dog" das erste richtige Groove-Monster auf die Leute los lässt. Hier präsentieren sich die vier Zepps in bester Spiellaune und lassen sich auch immer wieder tatkräftig vom Publikum unterstützen.
Mit dem etwas sperrigen und ausufernden "Over the Hills and far away", dem unvergleichlichen "Misty Mountain Hop" und seinem mitreißenden Orgel-Intro und dem schon fast an eine Hard Rock-Jazz-Jam-Session erinnernde "Since I've been loving you" gibt es erneut drei Neulinge zu vermelden. Warum gerade "Misty Mountain Hop" damals nicht seinen Weg aufs Doppelalbum gefunden hatte, bleibt mir bis heute schleierhaft. Umso erfreuter bin ich natürlich, dass es jetzt das Live-Album komplettiert.
Bevor der längste Song "No Quarter" der ersten CD startet, stellt Robert Plant seine Mitstreiter vor, denn immerhin spielt man als Europäische Band in Amiland und bekanntlich klappt bis zum heutigen Tag der Informationsaustausch nicht immer 100%ig. Gerade dieser Song lebt von seinem Wechselspiel zwischen John Paul Jones Orgel und Jimmy Pages Gitarre als Gegenpart.
Endlich ist es dann so weit und der Titelsong "The Song remains the same" wird auf die Meute losgelassen. Gerade hier vermisse ich etwas die visuellen Eindrücke der DVD, kann sie mir jedoch bei geschlossenen Augen gut vorstellen. Musikalisch wird nicht unbedingt neues geboten, deshalb ist er trotz Titelanspruch auch nicht in den Anspieltipps gelandet.
Ähnlich wie das spätere "Stairway to Heaven" lädt nun "The Rain Song" zum Träumen ein. Etwas weniger eingängig und auch nicht gerade tanzbar, erfreut er vielmehr durch viel Gefühl, wenn man sich etwas entspanntes Zuhören gönnt.
Mit dem neu hinzugefügten "The Ocean" endet die erste CD genau dort, wo sie vor einer Stunde begann, bei einem waschechten 70er Hard Rocker und ich kann mich ohne Probleme beim ersten Zwischenfazit zu einem anerkennenden Kopfnicken hinreißen lassen.
Die CD 2 beginnt mit dem rekordverdächtigen "Dazed and Confused", das uns für ganze 29:18 Minuten an den Sessel fesselt und alle psychedelischen Register des Led Zeppelin typischen Stils bietet. Stellenweise bewegen sich die Riffs als wären sie in zähflüssigem Honig gefangen, nur um im nächsten Moment bei rasenden Gitarren-Solis mühelos die süße Masse abzuspülen und davon zu galoppieren. Hier schlägt das Herz eines jeden höher, der Tempowechsel braucht um nicht durch langweiligen Einheitstakt, so schnell er auch sein mag, wegzunicken, denn wenn man gerade meint, nach 21 Minuten sei nun endgültig die Luft raus, der wird sein blaues Wunder erleben. Und wer schon immer ein Fable für Gitarreneffekte hatte, wird hier ebenfalls bestimmt auf seine Kosten kommen.
"I think, this a Song of Hope", genau das sind Roberts Worte, die den Led Zeppelin-Klassiker schlechthin einleiten. "Stairway to Heaven" hat auch nach über 30 Jahren nichts von seiner emotionalen Wirkung eingebüßt und für alle, die nahe am Wasser gebaut sind, ein Grund mehr, gerade hier den eigenen Emotionen freien Lauf zu lassen. Tanzfans, die nun meckern werden, dass man bei den Tempowechseln beim Blues nicht richtig kuscheln kann, seien beruhigt, es geht und das schon seit dem ich es bei einer Klassenfete in der 5. Klasse zum ersten Mal ausprobiert hatte - vor 31 Jahren.
Wenn bei "Dazed and Confused" die Stunde des Jimmy Page geschlagen hat, dann ist es bei "Moby Dick" eindeutig die Stunde des Drummers John Bonham, der hier minutenlang sein Gefühl und Können unter Beweis stellen darf. Ich denke auch, dass die 11 Minuten locker für mehr als ein durchgeschwitztes T-Shirt gereicht hätten.
Als Neuling tummelt sich nun "Heartbreaker" auf der 2. CD und kann gerade durch seine eingängigen Riffs sofort jeden Zuhörer mühelos in seinen Bann ziehen. Der nur 6:19 Min. lange und damit bei weitem kürzeste Song hat sicherlich seine Längen und damit Schwächen, sodass es verständlich war, für damalige Vinyl-Verhältnisse in nicht drauf zu packen. Im digitalen Zeitalter ist es jedoch schon angebracht, denn so schlecht ist er nun wirklich nicht.
Und dann geht es schon in die letzte fast 14 Minuten lange Schlussrunde. Das was "Stairway to Heaven" für alle Kuschelfreunde bedeutet, ist "Whole lotta Love" für alle Hard Rock-Fans. Gerade bei diesem Song wird einem bewusst, was die Herren damals musikalisch geleistet haben. damit meine ich weniger die spielerische Raffinesse, sondern vielmehr das Prägen stilistischer Elemente, die bis in die moderne Zeit überlebt und eine Vielzahl jüngerer Band beeinflusst haben. In jedem Fall ein Ausstand, wie man ihn erwartet und ein über zweistündiges Live-Hörvergnügen würdig beendet. Und wie Robert Plant so schön sagt: "New York, good night!"
Fazit: Wer Led Zeppelin schon von älteren Alben kennt, wird sicherlich an einigen Stellen teilweise übertriebene Längen feststellen, die sich bei der Live-Performance damals einfach ergeben hatten. Hier fehlt sicherlich etwas die visuelle Ablenkung des Films. Wenn man jedoch nach Jahren eine Scheibe schon neu auflegt, dann ist dieser Weg genau der richtige. Bereits bekanntes Material digital aufpolieren und bisher unveröffentlichte Songs mit drauf. Glücklicherweise gab es noch einige Songs, die damals gespielt wurden und dann macht es auch Sinn, diese drauf zu packen. Vollfüllen um jeden Preis ist jedoch auch der falsche Weg. Viele übereifrige Bands schaffen es immer wieder aus irgend welchen Schubladen Material auszugraben und um jeden Preis unters Volk zu mischen. Das wirkt dann aber auch so, nämlich aufgesetzt, ganz zu schweigen von der musikalischen Qualität. Ok, zugegeben es sind auch bei THE SONG REMAINS THE SAME nicht die Brüller vor dem Herren, aber sie sind wenigstens aus dem gleichen Umfeld und 100%ig passend.
Und warum gibt's keine volle Punktzahl? Nun, vielleicht bin ich einfach etwas pingelig aber ich hätte mir schon etwas mehr als eine Papp-Verpackung gewünscht. Wer hier die CDs entnehmen möchte, braucht das richtige Fingerspitzengefühl und nach ein paar "Rein und Raus" gibt es auch die unvermeidbaren ersten Kratzer auf den Scheiben. Ja liebe Leute, auch Papier in Verbindung mit Staub kann hart sein - und das wäre mit einem Jewel-Case vermutlich nicht passiert. |
Anspieltipps:
| | "Rock and Roll", "Black Dog", "Misty Mountain Hop", "No Quarter", "The Rain Song", "Stairway to Heaven" und natürlich das schlüpfrige "Whole lotta Love" |
Tipp:
| | Also lieber wankelmütige oder sparsame Fan und 70er Jahre-Musikinteressierte, hier lohnt es sich wirklich zuzugreifen, wenn man den Spirit dieser Epoche im heimischen CD-Player wieder aufleben lassen möchte. |
Titel-Liste:
| | CD 1
- Rock and Roll
- Celebration Day
- Black Dog *)
- Over the Hills and far away *)
- Misty Mountain Hop *)
- Since I've been loving you *)
- No Quarter
- The Song remains the same
- The Rain Song
- The Ocean *)
CD 2
- Dazed and Confused
- Stairway to Heaven
- Moby Dick
- Heartbreaker *)
- Whole lotta Love
*) bisher nicht veröffentlicht |
Laufzeit:
| | CD1 60:30 Min. / CD2 71:25 Min. |
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