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Review: Lem Motlow
 
Lem Motlow - LEM MOTLOW

Album:
 LEM MOTLOW, 2013, Office For Music

Stil:
 Southern Rock, Hard Rock

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 U.B., 24.04.2013

Review:
 "Mir san a Bayrische Band" heißt ein bekannter Titel der Spider Murphy Gang und das trifft auch auf Lem Motlow zu. Die fünf Jungs kommen aus dem Freistaat, aus Dachau und Umgebung, was man bei dem Bandnamen eher nicht vermutet. Und da wir gerade beim Bandnamen sind, Lemuel (Lem) Oscar Motlow war ein Neffe von Jack Daniel, dem Gründer der berühmten Whiskey Brennerei aus dem US Staat Tennessee. Lem Motlow gelang es sogar zum Senator von Tennessee aufzusteigen und nach Ende der Prohibition eröffnete er mit Sondergenehmigung 1938 die ehemalige Whiskey Destillerie seines Onkels wieder, die während der Zeit des Alkoholverbots geschlossen war.
Nach einer EP mit dem Titel BEER, BIKES AND BITCHES (Na, na, was die Jugend so im Kopf hat, den Zeigefinger hebe) liegt nun das selbst betitelte Debüt Album vor. Noch jung an Jahren können die beiden Gitarristen schon beachtliche Erfolge vorweisen. So wurde Michael Wagner, der inzwischen Musik studiert, in 2011 Sieger beim Robert Johnson Guitar Award, einem bundesweiten Musik Wettbewerb für Rock- und Blues Gitarristen. Jakob Betke wurde ein Jahr später vierter. Neben der Gitarren Fraktion wird die Band durch Antonio Sarcinella Vocals, Erwin Kulinyak Bass und Julian Schmitzberger Drums komplettiert. Das Album wurde bereits vor mehr als einem Jahr im November 2011 aufgenommen, ist aber erst jetzt erschienen. Das Whiskey über Jahre reifen muss ist klar, aber bei CDs war mir das neu. Dann mal her mit Old No.7 und lasst krachen Jungs.

"The President's Call" ist ein pfiffig gemachtes Intro. Nach einigen Eröffnungsriffs hört man das Telefon klingeln. Der Präsident der Vereinigten Staaten ist am Hörer und sagt, dass die Lem Motlow Scheibe dermaßen hart ist, dass sie eine Bedrohung für die innere Sicherheit darstellt. Und dann wird der Präsident noch deutlicher: "itīs so hard I could fry my eggs on it", haha.
Mit "Mojo Man" geht es dann richtig los. Typischer Southern Rock mit Blues Einschlag wartet auf den Hörer. Auffällig ist die knackig, rauchige Reibeisenstimme von Sänger Antonio Sarcinella. Der schmirgelt einem glatt beide Ohren ab. Die beiden Gitarren geben klar den Ton an aber auch die Rhythmusinstrumente haben ihren Platz. Das Stück walzt in gebremstem Tempo, schwer wie flüssige Lava. Im letzten Drittel gibt es flitze- flinke Gitarreneinlagen. Ich empfehle das Video auf YouTube, stilecht in schwarz weiß und mit sehr guter Klangqualität.
Bei "Crying Eye" startet man mit einem leisen Gitarrenintro bis urplötzlich alle Instrumente fulminant los rocken. Geschickt wechselt die Band zwischen ruhigen und ungemein energischen Passagen. Ein sehr emotionaler Song mit tollem Gitarrensolo, yeah!
Dem steht "All I need" in nichts nach. Klasse das Zusammenspiel der beiden Gitarren, streng getrennt auf dem jeweils linken und rechten Kanal der Lautsprecherboxen. Drums und Bass meistern ihre Aufgabe mit Bravour, was bei dem besonders Rhythmus betonten Track nicht unerheblich ist. Gegen Ende gibt der Sänger noch mal alles und schont seine Stimmbänder wahrlich nicht.
Bei "I can see" werden die Emotionen beim Hörer noch gesteigert. Bei diesem schleppenden Tempo und den rauen Vocals sieht man förmlich einen Mann in glühender Sonne schuften. Beim Whiskey werden häufig verschiedene Brände gemischt hier verbinden sich Rock und Blues. Das Stück ist noch kantiger und ungeschliffener als die Vorgänger. Wenn die Snare Drum spielt fühlt man sich an die Trommler im amerikanischen Bürgerkrieg erinnert, die die Soldaten in die Schlacht führten. Besonders gut gefallen mir die "schwebenden" Gitarrenklänge bevor die beiden Sechssaiter gegen Ende an Tempo und Härte deutlich zulegen.
Gefühlvolle, leise Gitarrenakkorde eröffnen das Lied "Blankets". Der leicht klagende Gesang macht die Sache dann so richtig bluesig. Nach diesem verhaltenen Auftakt blasen die Gitarren einem dann den Staub aus den Ohren. Diese harten Attacken wiederholen sich noch mehrfach. Ein geiles Gitarrensolo rundet alles ab.
Schnell und hart mit mächtigen Gitarrenwänden das sind die Attribute von "Far from Home". Die Vocals erhalten eine Ho-Ho Chor Unterstützung aus dem Hintergrund. Nach einem kurzen ruhigen Intermezzo schlagen die Gitarren zu und starten zu wirbelnden Solos.
Bei "Girls don't like Guitars" ist es der ansteckende Rhythmus der einem sogleich in die Beine fährt. Das Boogie Rock Stück hat viele AC/DC Gene mit mächtig bollerndem Bass und herrlichen Gitarren die gekonnt zusammen jammen. Beim Text kann man getrost davon ausgehen, dass die Musiker eigene Erfahrungen mit ihren Freundinnen verarbeitet haben. Klar die Mädels sind halt eifersüchtig wenn sich die Männer mehr ihren Gitarren widmen als ihnen. Girls don't like Guitars, aber ich!!
Zum Schluss servieren uns Lem Motlow mit "Rolling Thunder" viel Gitarren Power mit galoppierendem Rhythmus. Da passt die Textstelle "I'm running free" wie die Faust aufs Auge. Was für ein urgewaltig pumpender Bass, was für treibende Drums. Nach zahlreichen Tempowechseln endet der Song. Doch jetzt bitte nicht die CD aus dem Player nehmen, sondern einfach schnellen Vorlauf wählen. Denn nach drei Minuten Pause haben die bayrischen Südstaaten Rocker noch eine Nummer versteckt und was für eine. Es beginnt langsam mit Schwerpunkt auf den Vocals und den begleitenden Gitarren. Das Stück ist sehr melodiös, später zieht das Tempo richtig an und die umwerfenden Gitarren sorgen für wohliges Gänsehautgefühl. Da steckt Herzblut drin.

Fazit:Man muss sich kein Glas Jack Daniels hinter die Binde kippen um die Musik von Lem Motlow gut zu finden. Schön saufen ist hier überflüssig dafür sind die Jungs zu gut. So ein Gläschen schadet aber auch nicht während man der Musik lauscht. Das klingt rau, dreckig, hart, mit Ecken und Kanten und vor allem sehr ehrlich und authentisch. Ja, die Mucke hat mächtig Eier in der Hose. Wüsste ich es nicht besser so würde ich sofort auf die Südstaaten der USA als Herkunftsort der Band tippen. Der teilweise Blues getränkte Hard Rock der Bayern ist dermaßen im Southern Rock beheimatet, da denkt man sofort an Lynyrd Skynyrd, Outlaws und Molly Hatchet. Durch die markante Reibeisenstimme von Antonio Sarcinella (gurgelt wahrscheinlich täglich mit Jack Daniels, Reißnägeln und Glasscherben) hat das Ganze aber auch einen AC/DC Touch. Und so nennt die Band dann auch AC/DC neben Led Zeppelin als größte Vorbilder. Retro ist ja wieder sehr angesagt und nicht immer findet das Ergebnis meine Zustimmung. Als Hard Rock Methusalem habe ich die Siebziger ja selber miterlebt und bin entsprechend anspruchsvoll. Nicht so bei Lew Motlow, obwohl die Truppe im Schnitt erst Mitte Zwanzig ist spielt sie so souverän als seien hier gestandene Rock Dinosaurier aus eben den späten Siebzigern am Werk. Hier hechelt man ganz bewusst nicht einem neuen Trend hinterher sondern besinnt sich auf alte Rock Zeiten. Schön, dass es Bands gibt die sich in unserer schnelllebigen Epoche auf gute, alte Werte besinnen. Selbst das schlichte Cover und das Innenfoto strahlen viel nostalgisches Flair aus. Aber viel wichtiger, aus jeder Note merkt man die Musiker von Lem Motlow lieben Musik und sind mit Begeisterung bei der Sache. Um den Sound so authentisch hin zu bekommen sollen auch ältere Instrumente zum Einsatz gekommen sein, was ich aber noch bei einem Interview mit den Musikern genauer klären werde. Der gute Jack Daniel soll schon im zarten Alter von 13 (!) Jahren die ersten Brennversuche gemacht haben, früh übt sich....da haben Musik und Whiskey Brennen wohl eine Gemeinsamkeit. So, ich schiebe mir jetzt noch mal die Lem Motlow in den Player und gönne mir ein Glas von Lemmy Kilmisters Lieblingsgetränk, genau, dass aus der eckigen Flasche, prost.

Anspieltipps:
 "Crying Eye", "All I need", "I can see", "Far from Home", "Girls don't like Guitars" und "Rolling Thunder"

Tipp:
 Ihr steht auf nostalgischen Hard Rock mit kräftiger Blues Note der mit viel Hingabe gespielt so was von authentisch ist, dass er jeder Band aus den Südstaaten zur Ehre gereicht, dann ist das Album genau das Richtige für euch. Wer schon immer wissen wollte wie AC/DC klingen würden wenn sie in den Dixie Staaten aufgewachsen wären, genau so!

Titel-Liste:
 
  1. The President's Call
  2. Mojo Man
  3. Crying Eye
  4. All I need
  5. I can see
  6. Blankets
  7. Far from Home
  8. Girls don't like Guitars
  9. Rolling Thunder

Laufzeit:
 51:39 Min.

Band-Infos:
 
  • www.facebook.com/lemmotlowrock 

  • Probehören und Kaufen:
    Lem Motlow: LEM MOTLOW


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