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Review: Leverage |
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Album:
| | BLIND FIRE, 2008, Frontiers |
Stil:
Wertung:
| |  5,5 von 7 Punkten | | S.M., 22.12.2007 |
Review:
| | In Finnland verbirgt sich hinter jedem Baum eine Metal-Band, heißt es so schön. Nun, Leverage wagten 2006 mit ihrem Debüt TIDES den Sprung hinter ihrem persönlichen Baum hervor. Die Scheibe bekam in den Medien auch durchweg gute Kritiken. Mit BLIND FIRE erscheint nun bei Frontiers das Zweitwerk, bei dem sie offenbar die progressiven Anleihen des Erstlings weitestgehend abgelegt haben.
Das Line-Up der skandinavischen Melodic Metaler: Pekka Heino (Gesang), Tuomas Heikkinen (Gitarre), Torsti Spoof (Gitarre), Marko Niskala (Keyboards), Pekka Lampinen (Bass) und Valtteri Revonkorpi (Schlagzeug).
Endlich mal wieder eine Scheibe, bei der auf einen Intro-Track verzichtet wird. Leverage legen mit "Shadow in the Rain" direkt los - kräftig aber melodiös. Der Groove, den die Rhythmustruppe vorgibt, kommt mit richtig druck, während vom Keyboard die melodische Note eingestreut wird. Es wird auf einen Refrain hingesteuert, dem aber ein wenig der richtige Höhepunkt fehlt. Außerdem könnte die Stimme etwas mehr Ausdruck hineinlegen - die entsprechende Gesangspower ist nämlich durchaus vorhanden. Sehr gelungen kommt ein längeres Lead-Solo mit epischer Keyboarduntermalung. Ein durchaus passabler Opener.
Ein melodisches Keyboard-Intro läutet "King of the Night" ein. Der Song wird nicht ganz so druckvoll aufgebaut, spielt sich eher im Mid-Tempo ab, mit einigen Passagen einer Halbballade. Auch hier wird instrumental alles richtig gemacht. Lediglich dem einstimmigen Refrain fehlt wieder etwas Ausdruck. Warum versuchen es Leverage denn nicht mal mehrstimmig?
Diesmal ist es ein Keyboardsolo, dass eine besondere Note in den Track einbringt.
"Stormchild" beginnt mit mystisch mit tiefen Keyboardtönen, doch sobald Gitarre und Rhythmusfraktion einsteigen geht es ebenso kraftvoll wie melodisch voran. Der Aufbau stimmt und der gesangliche Höhepunkt macht seinem Namen diesmal alle Ehre. Mit einer starken Keys-Untermalung kommt der Refrain ebenso ausdrucksstark wie hymnisch.
Ein eingängiges Riff eröffnet "Sentenced", dann geht es im Low-Tempo weiter. Ein ruhiger Aufbau mit Piano und Streichern mündet in einen astreinen Halbballaden-Chorus, der von der Gitarre virtuos ummalt wird. Beim wiederholten Aufbau geht es dann etwas härter zu, doch der Refrain ist das absolute Mitsing-Highlight dieses Tracks. Auch ein verspieltes Lead-Solo mit der obligatorischen symphonischen Keyboarduntermalung ist einfach spitze.
Bei "Hellhorn" geht es erst ein wenig spacig zu, bevor Drums und Bass den Beat vorgeben und das Keyboard die Melodie in die Waagschale wirft. Im weiteren Aufbau fällt auch die Gitarre in die Melodieführung ein. Bei diesem Song gibt es ausnahmsweise mal keinen wirklichen gesanglichen Höhepunkt, hier wird vielmehr Augenmerk auf die instrumentale Seite gelegt, die auch durchaus zu überzeugen weiß. Aus meiner Sicht ist es dennoch ein eher schwacher Track.
"Mister Universe" ist Melodic Metal in Reinkultur. Ein Aufbau, der sich langsam im Tempo steigert und ein sehr harmonischer Refrain. Allerdings wirft die Gitarre gelegentlich zu tiefe, verzerrte Töne mit ein, was nicht ganz so stimmig klingt. Sehr stark ist dagegen der Part des Keyboards.
Eine unplugged Lead-Gitarre und Piano-Töne leuten "Donīt touch the Sun" ein. In den sehr ruhigen Aufbau steigen erst Drums, dann Bass und schließlich doch die E-Gitarre ein und führen den Song zu einem balladesken Refrain. Pekkas Gesang trägt die emotionale Stimmung ganz hervorragend und auch Marko am Keyboard kann erneut glänzen.
"Run down the Hill" kommt erst wieder etwas spacig und verzerrt, aber dann wird auch dieser Track melodiöser aufgebaut, ohne aber ansatzweise die Klasse verschiedener Vorgänger erreichen zu können. Auch das Lead-Solo ist diesmal zu schrill und kann mich wenig begeistern.
Mit "Heart of Darkness" - und wie kann es bei dem Titel wohl anders sein - erwartet uns die nächste Halbballade. Allerdings sind die druckvollen Arrangements hier deutlich höher, so dass man keine Übersättigung an ruhigen Songs erwarten muss. Sehr eindrucksvoll ist wieder Pekkas Gesang, der unheimlich viel Gefühl rüberbringt. Vom Gesamteindruck sind aber "Sentenced" und "Donīt touch the Sun" besser.
Hm, schon wieder eine akustische Einleitung und ruhiger Gesang? Tatsächlich ist auch "Learn to live" eine weitere Ballade. Sie hat zwar eine schöne Melodie und geht gut ins Ohr, aber in Sachen Balladen wäre weniger meines Erachtens mehr gewesen. In den Refrain bringen alle Instrumentalisten noch mal richtig Power und auch die stimmliche Leistung ist wieder sehr überzeugend.
Fazit: Im Großen und Ganzen liefern Leverage mit BLIND FIRE eine gelungenes Album ab. Eine Ballade weniger und ein, zwei fetzigere Songs mehr, wären mir persönlich lieber gewesen, doch die Leistung der Musiker will ich dadurch nicht schmälern. In den vorderen Rängen des Melodic Metal können sie mit BLIND FIRE sicherlich Fuß fassen. Jetzt geht es nur noch darum, sich dort auch langfristig zu halten. |
Anspieltipps:
| | "Stormchild", "Sentenced", "Mister Universe" und "Donīt touch the Sun". |
Tipp:
| | Wer auf Melodic Metal steht, sollte unbedingt reinhören. |
Titel-Liste:
| | - Shadow in the Rain
- King of the Night
- Stormchild
- Sentenced
- Hellhorn
- Mr. Universe
- Don't touch the Sun
- Run down the Hill
- Heart of Darkness
- Learn to live
|
Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.leverageband.com  |
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