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Review: Lions Share |
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Album:
| | DARK HOURS, 2009, Blistering |
Stil:
Wertung:
| |  5,5 von 7 Punkten | | U.B., 08.04.2009 |
Review:
| | Die schwedischen Melodic Metaller von Lions Share starteten bereits 1995 mit ihrem ersten Langeisen. Bis 2001 brachte die Band dann noch drei weitere Alben unters Volk um dann für sechs Jahre abzutauchen. Erst 2007 meldete man sich mit EMOTIONAL COMA zurück. Inzwischen war Astral Doors Frontmann Nils Patrik Johansson mit an Bord der auch bei Space Odyssey und Wuthering Heights tätig ist. Johansson der wie ein Bruder von Dio klingt ist auch auf DARK HOURS wieder mit dabei und bildet zusammen mit Lars Criss an der Gitarre das Rückrat der Truppe. Zum offiziellen Lineup gehört noch Basser Sampo Axelsson (Glenn Hughes). Das Trio wird verstärkt durch Session Musiker Richard Evensand Drums, Gastmusiker Conny Pettersson Drums und Symphony X Gitarrist Michael Romeo. Zwar sind auch gelegentlich Keyboards, Streicher und Backing Vocals zu hören aber wer hier mitgeholfen hat, darüber lassen mich zumindest die Infos zur Promoscheibe im Dunklen. Eigentlich nur logisch, dass das Album bei Blistering Records erscheint, spätestens dann wenn man bedenkt, dass Criss hier Miteigentümer ist. Von dem Dämon auf dem Cover sollte man sich nicht verunsichern lassen, weder Black noch Death wird hier geboten. Ganz schön fleißig die Herren Criss und Axelsson, haben sie mit der Band Road To Ruin doch noch ein anderes Eisen im Feuer.
Mit "Judas must die" geht es ohne Umwege sofort zur Sache. Die aggressiven Gitarren und treibenden Drums fliegen Uptempo dahin. Die prägnanten Vocals von Johansson fügen sich da gut ein. Seine Stimme ist hier auch schon mal schneidend scharf wie man es nicht unbedingt von seiner Stammband Astral Doors gewohnt ist. Wie eigentlich auf dem gesamten Album werden die Songs von kräftigen Riffs getrieben die nur den schnellen Gitarrensoli Platz machen. Das geht ja schon prima los, ein richtiger Nackenbrecher.
Eine Spieluhr leitet "Phantom Rider" ein. Der sanfte Auftakt mit einer Melodie aus der Spieluhr betont die urplötzlich brachial einsetzenden Instrumente umso mehr. Die Vocals schwanken zwischen Sprechgesang und dämonisch tiefer Stimme. Die Gitarren sind dagegen sehr melodisch. Kurz nimmt man das Tempo etwas zurück bevor die Drums wieder beschleunigen. Vocals und Backing Vocals erklingen im Wechsel. Natürlich darf auch ein schredderndes Gitarrensolo nicht fehlen. Guter Song aber ich vermisse einen Höhepunkt.
"Demon in your Mind" startet mit einem Drumsolo bis dann die anderen Instrumente fulminant einfallen. Johansson klingt hier unglaublich stark nach Dio zu Zeiten von LAST IN LINE und HOLY DIVER. Die stimmlichen Vergleiche zwischen Altmeister Dio und Johannson wurden schon oft bemüht aber hier ist die Ähnlichkeit einfach überdeutlich. Ein guter, kraftvoller und melodischer Track der neben den Vocals auch mit den lospreschenden Gitarren Akzente setzt.
Auch auf "Heavy Cross to bear" ist Dio wieder allgegenwärtig. Ein starker Bass und die dunklen Riffs geben einen beinahe schleppenden Rhythmus vor. Deutlich langsamer als bei den Stücken zuvor bringt Lions Share doch viel Kraft rüber. Hier haben auch Streicher, ob echt oder Synthie (?) ihren Auftritt. Die Vocals halten sich diskret zurück und werden nur im Refrain, unterlegt mit einem Hintergrund Chor, bestimmender.
Aufheulende Gitarren gibt es auf "The bottomless Pit". Die Melodie ist recht simpel wird aber durch den Kontrast von leiseren, zurückhaltenden Momenten und dem heftigen Chorus aufgelockert. Ein Stück wie gemacht zum Headbangen. Ach, richtig ein Schreddersolo ist auch mit von der Partie.
Bei "Full Metal Jacket" denkt jeder sofort an den bekannten Anti- Kriegsfilm. Eigentlich verwunderlich, dass noch niemand vorher auf die Idee gekommen ist einen Song mit diesem Titel zu schreiben, es bietet sich doch förmlich an. Hier geht es alles andere als zimperlich zu. Gitarren, Bass und Drums legen ein hohes Tempo vor. Das obligatorische High Speed Gitarrensolo wir abgelöst durch monstermäßig riffende Twingitarren. Da wird dem Hörer mächtig Feuer unter dem Allerwertesten gemacht.
"The Presidio 27" wartet auf mit metallisch klingenden Gitarren und hämmernden Drums. Das anfangs gebremste Tempo wird später deutlich verschärft. Einige ruhige Phasen mit Vocals und Drums im Vordergrund werden häufig mit dem Einsatz der Gitarren schnell abgelöst. Ein Gitarrensolo in reinstem Malmsteen Stil rundet die Sache ab.
Richtig rund geht es auf "Barker Ranch", die Drums ziehen mächtig die Felle stramm und die Gitarren riffen was das Zeug, oder besser die Saiten, halten. Höhepunkt ist der Chorus der im Gegensatz zum Rest sehr melodisch und eingängig ausgefallen ist. Besonders gefallen mir die mehrstimmigen Vocals. Die Idee mit eingestreuten Versatzstücken aus Radionachrichten ist weder neu noch sonderlich originell. Man hat es schon geahnt, ein schnelles Gitarrensolo lässt der gute Criss sich nicht nehmen.
Kraftstrotzende Gitarren und eine heftig aufspielende Rhythmusfraktion prägen "Napalm Nights". Aus dem Riffgetöse gelingt es der Leadgitarre ein ums andere mal mit kurzen Einlagen hervor zu stechen. Nach einer getragenen Passage mit sphärischen Klängen und viel Bass hat man Gelegenheit Luft zu holen bevor der Gitarrenorkan erneut los wütet. Heavy Metal pur, schnörkellos und Energie geladen.
Auch "Space Scam" ist eindeutig stark Gitarren orientiert. Nach zum Titel passenden futuristischen Klängen geht es anständig rund. Bei aller gebotenen Härte fällt der Refrain dann doch melodisch aus. Den Vergleich von Johanssons Stimme mit der von Ronnie James Dio habe ich ja schon zur Genüge strapaziert. Lustig finde ich in dem Zusammenhang, dass es hier eine Textstelle gibt die "Master of the Moon" lautet, genau wie das Album von Dio. Zufall oder vielleicht doch eine Anspielung?
Zum Schluss gibt es gern eine Ballade aber darauf wartet man bei Lions Share vergeblich. Mit Sirenengeheul und dumpfem Explosionsdonner fühlt man sich mit "Behind the Curtain" unvermittelt wie auf einem Schlachtfeld. Nach zögerlichem Auftakt rocken die tiefer gestimmten Gitarren mächtig, nur um einen Augenblick später einen Gang zurück zu schalten. Die Atmosphäre ist bedrohlich düster und lässt alte Black Sabbath auferstehen. Die Hörer die dann noch standhaft aufrecht stehen werden von den höllisch walzenden Gitarren am Schluss auch noch niedergemacht.
Fazit: Mit DARK HOURS liegt ein grundsolides Heavy Metal Album vor. Prädikat heftig und deftig. Lars Criss ist der Chef im Ring. Die Stücke sind auf sein Gitarrenspiel zugeschnitten. Natürlich ist Johansson ein richtig guter Sänger und er versteht es sich auf diesem Album in Szene zu setzen, auch Evensand und Pettersson an den Drums spielen tadellos, aber ganz im Vordergrund steht eben Criss. Die Band schafft es bei deutlicher Härte und Aggression die melodische Seite nicht zu vernachlässigen. So sollte Metal sein, druckvoll und gerade raus, aber auch eingängig. Nun, beim letztgenannten Kriterium muß ich leider kleine Abstriche machen. Besonders originell ist die Scheibe auch nicht, aber darauf wird Lions Share auch keinen besonderen Wert legen. Die Jungs machen das was sie am besten können, klassischen Heavy Metal der voll auf die Zwölf geht. |
Anspieltipps:
| | "Judas must die", "Demon in your Mind", "Heavy Cross to bear" und "Napalm Night" |
Tipp:
| | Anhänger von Dio, Judas Priest und Black Sabbath dürfte DARK HOUR besonders ansprechen. Hart und düster kommt der Sound rüber. Eben nichts für Warmduscher und Sockenfalter. Eher wie in der alten Puschkin Vodka Werbung: "Nur für harte Männer." Okay, für harte Frauen natürlich auch ihr Machos. |
Titel-Liste:
| | - Judas must die
- Phantom Rider
- Demon in your Mind
- Heavy Cross to bear
- The bottomless Pit
- Full Metal Jacket
- The Presidio 27
- Barker Ranch
- Napalm Nights
- Space Scam
- Behind the Curtain
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.lionsshare.org  |
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