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Review: Loco
 
SEELENREITER

Album:
 SEELENREITER, 2008, Eigenvertrieb

Stil:
 New School Thrash Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 M.U., 10.07.2008

Review:
 In Sachen Heavy Metal oder noch härteren Stilrichtungen scheinen in Ostdeutschland wohl extrem gute Wachstumsbedingungen zu herrschen. Nach Eisregen (Tambach-Dietharz, Thüringen) und der vor kurzen bei uns getesteten Band Tonkraft (Schleiz, Thüringen), spriest nun ein neues Pflänzchen namens Loco (Potsdam, Brandenburg) aus dem Boden. Die fünf Bandmitglieder bezeichnen sich selbst als "die fünf apokalyptischen Reiter der Neuzeit". Und musikalisch bewegt man sich auf neuen Pfaden und nennt diese der einfachheithalber New School Thrash. 2006 erschien ihre erste EP CLOWN. Zudem spielten sie auf diversen Konzerten mit so bekannten Bands wie Pro Pain, Emil Bulls, 4Lynn oder Holy Moses. Stilistische Vergleiche mit den anderen ostdeutschen Bands sollte man wegen der unterschiedlichen Musikrichtungen nicht ziehen und daher gehen wir einfach unbefangen an das neue Album SEELENREITER ran.

Dieses Album beginnt einmal wieder mit einem "Intro". Das hatten wir schon länger nicht mehr gehabt. Nach einer halben Minute ist das Gerausche, was einem Sendersuchlauf am Radio gleicht, glücklicherweise vorbei.
So richtig steigt man dann mit "Weber" ein. Harter Gesang, schon eher in Richtung infernalisch, harte Gitarrenriffs und ein unbarmherziges Schlagzeug trommeln auf die noch an diese Musik zu gewöhnenden Gehörgänge ein. Stilistisch bewegt man sich auf ansprechenden Thrash Metal-Pfaden mit Doom-Untertönen.
"Ritual" schlägt systemtreu in die gleiche Kerbe ein. Der eher langsame, etwas holperige Start wird durch kreischende Gitarrenriffs eingeleitet. Doch es dauert nicht lange, bis die Melodie und der Gesang das Motto von "Weber" aufnimmt. Kurze Gitarrensoli in Kombination mit dem Schlagzeug vervollständigen den Song. Nach einem kurzen Break zur Mitte hin ändert sich die Melodie ein bisschen zum melodischeren Stil.
Der Song "Menschenzieher" schließt daran an. Etwas futuristisch und schräg fängt das Werk an. Der Gesang erinnert stellenweise an Rammstein gemischt mit dem bandeigenen depressiven Gesang. Die Gitarren im spacigen Stil ziehen sich wie ein roter Faden durch den Song. Sogar richtig rockige Elemente findet man vor; diese klingen nach 70er oder 80er Jahre.
"Seelenreiter", der Song, der dem Album den Namen gegeben hat, folgt. Schon der Anfang ist knallhart, die Instrumente werden extrem belastet. Gesanglich kommen Elemente der Band Eisregen hinzu. Ansonsten geht fast schon stilistisch in Richtung Speed Metal, denn für puren Thrash ist es fast zu melodisch geraten..
"Medusa" folgt der Linie der vorherigen Songs. Besondere Highlights sind nicht zu bemerken; auch hier werden bekannte Elemente der Bands Rammstein und Eisregen aufgegriffen.
Der siebente Song, der mit dem japanischen Titel, den sollte man einfach überspringen. Mehr ist nicht zu sagen.
Mit "Schlacht" geht es weiter. Orientalisch anmutende Klänge leiten ihn ein. Der Schlagzeug im Marschtakt untermalt den Eindruck zusätzlich. Nach kurzer Zeit ist jedoch Schluss mit den Faxen und es wird noch härter und depressiver, als man es zuvor gehört hatte.
Mit dem Song "Kuckuck" befinden wir uns schon wieder beim vorletzten Song dieses Albums. Gemäsigte Klänge und schräge Gitarren charakterisieren dieses Werk und mittlerweile wird man den Eindruck nicht mehr los, dass Eisregen einen großen Einfluss auf diese Band haben könnte, denn die Ähnlichkeiten werden im größer. Nur beim Gesang unterscheidet man sich noch. Dies soll auch keine Kritik sein, sondern nur ein Feststellung.
Der Schlusssong "Land Unter" kehrt noch einmal zu den Wurzeln, d.h. zum Anfang, dieses Albums zurück. Lediglich zum Ende hin wird man wieder ein bisschen melodischer, was einem hilft, von dem Album besser "runterzukommen".

Fazit: Was allen drei oben genannten Bands gemeinsam ist, ist die Tatsache, dass man deutsch singt. Man muss zugeben, irgendwie haben es unsere "Kollegen" aus dem Osten Deutschlands echt drauf. Die CD macht einen runden, in sich geschlossenen Eindruck und wird mit Sicherheit jeden Anhänger von doomangehauchtem Thrash Metal ansprechen, auf wenn der selbsternannte "New School Thrash" deutlich zahnloser erscheint, als die bestens bekannte Old School-Variante.
Nur schade, dass das Album im Laufe der Zeit anfängt, etwas eintönig zu klingen, auch wenn man sich bemüht, eine Vielzahl von Stilelementen einzubringen. Wie schon des öfteren bemerkt, könnte man auf Intro's vezichten. Bei dem siebten Song (japanischer Titel) fragt sich allen Ernstes nach dem "Warum?". Bemerkenswert ist die Tatsache, dass Loco das gesamte Album auf seiner Webseite zum freien Download (entweder die Songs einzeln als MP3 oder das Album gesamt als gepackte Datei) anbieten. das sieht man heutzutage nur noch selten.

Anspieltipps:
 Hörenswert sind "Weber" und "Ritual", denn diese beiden Songs stimmen auf das Album ein. Natürlich darf man den Titel "Seelenreiter" nicht außer Acht lassen. Auch "Medusa" ist wirklich interessant.

Titel-Liste:
 
  1. Intro
  2. Weber
  3. Ritual
  4. Menschenzieher
  5. Seelenreiter
  6. Medusa
  7. トュノニナウィッヌ
  8. Schlacht
  9. Kuckuck
  10. Land Unter

Laufzeit:
 35:08 Min.

Band-Infos:
 
  • www.loco-metal.com 


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