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Review: Loonataraxis
 
THIS BOY IS A CRYING SHAME

Album:
 THIS BOY IS A CRYING SHAME, 2008, Bad Land

Stil:
 Experimenteller Crossover

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 M.U., 29.08.2008

Review:
 Loonataraxis wurde 2003 in unserer bayerischen Landeshauptstadt München gegründet. Zu Beginn ihrer Karriere tobte die vierköpfige Band musikalisch durch etliche Stilrichtungen wie Punk, Funk, Hardcore, Pop und Reggae. Frei nach dem Motto: "Erlaubt ist, was gefällt". Und letztendlich bleibt man beim experimentellen Crossover hängen, den man neu definiert: Schneller, experimentierfreudiger, kompromissloser und moderner. Mit diesem extravaganten Stilmix und ihren schweißtreibenden Live-Auftritten erobert die Münchner Band auf anhieb die nähere Umgebung. 2005 erscheint ihre erste EP namens UNHAPPY FEW ARMY, der ein Jahr später GLOBALIES folgt. Damit legen sie den Grundstein ihres Erfolgs. Im Jahre 2007 geht man wieder ins Studio und produziert sowohl in Ingolstadt als auch in Köln ihr erstes Album THIS BOY IS A CRYING SHAME. Dabei werden sie von der renommierten Band Schandmaul unterstützt. Sie sorgten auch dafür, dass bei einen 2006 von ihnen organisierten Wettbewerb Loonataraxis den endgültigen Durchbruch hatten. Diese Erfolgsband soll nun Objekt "unserer Begierde" sein.

Der erste Song trägt gleich den Titel dieses Albums: "This Boy is a crying Shame". Musikalisch gibt man gleich Vollgas. Allerdings klingt der Song weniger nach Crossover, sondern mehr in Richtung Speed- und/oder Doom Metal und dennoch sind auch Elemente des Crossovers sind erkennbar. Durchzogen von schnellen und wieder ruhigeren Passagen weiß man schon am Anfang zu überzeugen. Auch die schrillen, fast kreisenden Gitarrenriffs tun ein übriges dazu. Alben mit solchen Songs am Anfang verheißen oft nur Gutes.
"Cold Comfort" beginnt fast schon gemütlich. Der Song tendiert in Richtung Rockballade, der Sänger ist stellenweise auf sich alleine gestellt. Wie schon der Vorgänger besteht auch dieser Song aus einer Mischung von sehr ruhigen Passagen, die dann von extrem harten abgelöst werden. Dann blitzen wieder Speed- und Doom Metal Elemente durch. Auch der Gesang nimmt diese typischen Elemente auf. Und trotzdem wirkt er mitreißend.
Coole Gitarrenklänge und ein fetziges Schlagzeug leiten "Running off" ein. Stilistisch erinnert der Song an Hard Rock mit punkigen Einflüssen. Dieser Eindruck wird auch durch eine leicht hysterisch wirkende Gitarre untermalt. Man legt hier sehr viel Wert auf die Gitarre, die den Song vollkommen dominiert, wobei die Hauptbegleitung dem Schlagzeug zufällt.
"Anger" beginnt ziemlich abgedreht. Funkiger Bass und ein Gesang rla Boy George stimmen den Zuhörer ein. Die funkige Schiene bleibt durchgehend erhalten. Man fühlt sich irgendwie an die 70er Discojahre erinnert. Für "ältere Semester unter uns bestimmt eine schaurig schöne Erinnerung an die Vergangenheit.
Dagegen wirkt "Faux Pas" von einen ganz anderen Schlag. Man bewegt sich wieder auf der experimentellen Crossover-Schiene. Obwohl der Bass immer noch ein bisschen funkig klingt, zeigt der Gesang doch, das man wieder zu den Wurzeln zurückgekehrt ist.
"Endurance" beginnt ganz melancholisch. Akustische Gitarren und eine sehr gefühlvoller Gesang sind prägnant für diesen Song. Extrem balladenlastig. Man kann ihn als eine Art Verschnaufpause betrachten, denn bisher ging es ja ganz schän zur Sache.
Aber "Midgets" bringt uns wieder auf den rechten Pfad zurück. Alleine schon der treibende Sound des Basses und der Gitarre lässt einen eine Schauer den Rücken herunterlaufen. Ein übriges tut der leicht depressive Gesang dazu. Zum Ende hin nimmt der Song sogar noch chaotische Züge an und der Sound schweift ins Schwermetallische ab.
Bei "In your Closet" weiß man anfangs nicht, was man damit anfangen soll. EiIn Durcheinander von musikalischen und gesanglichen Bruchstücken. Da der Song nur gut eine Minute dauert, wollen wir einfach darüber hinwegsehen.
"Watch the Locut Grow" ist eine Mischung aus ruhigen balladenhaften und extrem wilden und harten Passagen. Insgesamt bewegen wir auf einer sehr düsteren Ebene, die weder Heavy Metal noch Crossover ist. Auch wenn es zwischendurch wirklich harte Einlagen gibt, die dann doch wieder dem Heavy oder Doom Metal zugeordnet werden kann. Alles in Allem eine Mischung aus fast allem, was der Musikmarkt her gibt.
Der vorletzte Song "GlobaLies" ist gleichzeitig der Titelsong der zuvor erschienen EP GLOBALIES. Der ist wieder so richtig rockig und knüpft an die allgemeine Linie übergangslos an. Hier fließen zusätzlich noch Elemente von Reggae und Hardcore ein. Schöne schrubbende Gitarrenriffs und eine durchdringende Stimme sind Markeneichen dieses Songs.
Mit "Dead End" endet sinnigerweise das Album. "Dead End" klingt stilistisch schon fast in Richtung A System of a Down. Auf jeden Fall fühlt sich sofort an diese Band erinnert, da Gesang und Gitarre doch sehr ähnlich klingen. Mit diesem Song nimmt das Album ein sehr gutes Ende.
Auf dieser CD gibt es sogar noch einen Bonustrack mit einer gigantischen Länge von über 16 Minuten, allerdings ist in den ersten 12 Minuten erstmal Stille angesagt. Dann tauchen die ersten Stimmen auf, die genauer betrachtet, wohl ein Mitschnitt aus dem Tonstudio darstellen sollen. Keine neue Idee, aber...

Fazit: Mit ihrer Aussage, man spiele alle Stilrichtung von Punk, Funk, Hardcore, Pop bis Reggae haben Loonataraxis absolut nicht untertrieben. Dieses Album ist eine sehr gelungene Mischung der genannten Stilrichtungen und hat die Eigenschaft, dass man sich es jederzeit anhören kann. Dazu muss man nicht in einer bestimmten Stimmung sein. Sie haben also wirklich nicht zu viel versprochen und können Interessenten wirklich erobern. Wie schreiben sie in ihrem "Beipackzettel": "Getreu dem hoch gesteckten Anspruch 'Nach uns kommt nix mehr' liefert das Quartett eine Hochleistungsperformance, die den Leuten im wahrsten Sinne des Wortes ins Gesicht springt.". Dem muss man vorbehaltlos beipflichten.

Anspieltipps:
 Neben dem Opener "This Boy is a crying Shame" sind "Cold Comfort", "Anger", "Globalies" und "Dead End" erwähnenswert.

Titel-Liste:
 
  1. This Boy is a crying Shame
  2. Cold Comfort
  3. Running off
  4. Anger
  5. Faux Pas
  6. Endurance
  7. Midgets
  8. In your Closet
  9. Watch the Locut Grow
  10. GlobaLies
  11. Dead End

Laufzeit:
 35:49 Min. / 52:12 Min. mit Bonus

Band-Infos:
 
  • www.loonataraxis.de 


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