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Review: Lost Division |
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Album:
| | KINGS DON'T FALL, 2007, Eigenvertrieb |
Stil:
Wertung:
| |  5 von 7 Punkten | | M.K., 24.09.2007 |
Review:
| | Die Österreicher von Lost Divison haben eine bewegte Bandgeschichte hinter sich: Auf der einen Seite die zwischenzeitliche Auflösung der Gruppe sowie einige Besetzungswechsel, andererseits Supportauftritte für etabelierte Bands wie Ektomorf, Neaera oder Maroon. Die Band lässt sich im Metalcore-Sektor einordnen, baut jedoch viele verschiedene Stilistiken des Metals ein.
Los geht es mit "Like a Disease" und einem an so manche Black Metal-Truppe erinnernden Riff. Dazu setzt schnelles Schlagzeug ein, das ganze ist relativ dünn produziert. Aber hey, Eigenproduktion. Und guter Sound kostet halt. Frontmann Christoph Kunter setzt nach 50 Sekunden mit rauem Organ ein. Es wird geshoutet, während das Tempo variiert und einige Bridges eingestreut werden. Auch die Melodie kommt nicht zu kurz. In der Mitte des Songs wird das Tempo jedoch wieder angezogen, vor der Bühne sollte hier definitiv die Post abgehen. Man bemerkt ausgereiftes Songwriting, der Opener wird zu keinem Zeitpunkt langweilig. Stimmiger, abwechslungsreicher Song.
Nun folgt als zweites Stück "Reclusion". Leider erinnert der einleitende Riff sehr stark an den Song zuvor. Dafür gibt es hier im Aufbau zu Beginn eine Double Bass zu bestaunen. Nach dem Einsatz von Christoph bleibt das Tempo insgesamt hinter dem des Openers zurück. Dafür gibt es im Refrain neben dem aggressiven Shouts auch klaren Gesang zu hören. Erinnert an die deutsche Metalcore-Institution Caliban. Nach dem zweiten Refrain folgt ein typischer Metalcore-Breakdown mit sehr tiefen Vocals, hierbei wird die Drei-Minuten-Grenze überschritten und in eine komplett andere Richtung gerudert. Es wird melodisch, entspannter. Jedoch ist nach fünfundvierzig Sekunden die Bridge beendet, es geht mit dem Refrain weiter. Danach ist nach gut viereinhalb Minuten Schluss.
"Bear down your Fear" kann mit einer schnell gespielten Double Bass sowie direkt einsetzenden Vocals zu Beginn glänzen. Der Refrain besteht zwar nur aus zwei Sätzen, diese werden aber gut intorniert und mit tiefen Growls unterstützt. Ein starker Up-Tempo-Song, der auch beim Riffing auf Abwechslung setzt. So erinnert der Part vorm Refrain stark an 36 Crazyfists, im Refrain selbst wird dann wieder etwas Black Metal rausgeholt, während der Riff in den Strophen Metalcore-like mit einigen Leads gespickt ist. Kurz vor Schluß präsentieren Lost Division eine langsamere Bridge, die jedoch Dank der Double Bass von Siegfried Strauß etwas an Fahrt aufnehmen kann.
Mit einem guten Zusammenspiel aus Drums und Gitarre starten Lost Division in das vierte von neun Stücken namens "Answer the Question". Dieser Song geht nicht so leicht von der Hand wie die Stücke zuvor, das Ganze ist etwas mehr mit abgehackten Riffs und einer düsteren Stimmung ausgestattet. Im Refrain wird jedoch wieder Tempo aufgebaut, die Double Bass kann einiges. Hiernach wird das Tempo stark heruntergefahren, doch kurz nach der fast zum Stillstand kommenden Phase geht es mit dem schnelleren Refrain weiter. In den letzten 45 Sekunden gibt es dann wieder Futter für den Moshpit, während der Song so zum Ende kommt. Hat mir gut gefallen.
Nun folgt ein knapp zweiminütiges Zwischenstück namens "Interlude: Kings don't fall". Hier gibt es ruhige Gitarrenmelodien und etwas verzerrtes Drumming zu hören. Erzeugt eine gute Atmosphäre und ist ein gelungener Kontrast zur sonstigen Musik auf KINGS DON'T FALL.
Mit einem recht langsamen Black Metal-Riff startet die Band nun in "Everything that counts". Kurz danach geht derbst schnell die Post ab, man fühlt sich schon fast bei Bands wie Dark Funeral beheimatet, jedoch wird es nach einem Break etwas melodischer, der Metalcore dominiert wieder. Im Refrain wird jedoch wieder ordentlich aufs Gaspedal gedrückt. Nach gut anderthalb Minuten kommt es zu einem weiteren, von Bassist David Kinzer eröffneten Part, der etwas progressiver ausfällt. Hiernach folgt eine weitere Strophe sowie einmal mehr der Refrain. Wenn man hier eins groß schreiben kann, dann ist es Abwechslung. In den letzten Sekunden gibt es dazu noch klar gesungene Vocals, dann ist abrupt Feierabend. Hat mir gut gefallen.
Schleppend beginnt das nachfolgende "Enter my World", die Band baut das Tempo erst nach und nach auf, zum Beispiel mit dem Einsatz der Double Bass. Nach einer Minute setzt dann Christoph Kunter mit seinen geshouteten Vocals ein, die Geschwindigkeit wird angezogen. Im Refrain kommt es zu interessanten Breaks, danach folgt ein Beatdown-Part, in dem im Moshpit wieder einiges gehen dürfte. Hiernach geht es mit Strophe und Chorus weiter, das Songwriting ist lineal, ein roter Faden zieht sich durch das Stück. Steht der Band gut zu Gesicht. Nach dem zweiten Refrain wird das Tempo gedrosselt, man legt mehr Wert auf einen melodischen Part. Hiermit endet das Stück auch.
Mit 04:57 Minuten folgt das längste Lied: "On my own". Auch dieses beginnt relativ ruhig, bis ein Riff einsetzt und nach einer Minute der Song losbricht. Die Double Bass macht Überstunden, während sich die Band ins Zeug legt. Sehr interessant ist hier die passende Gitarrenmelodie. Im Refrain gibt es klaren Gesang, der mit Melodiegespür kombiniert wird und einen guten Kontrast zur Strophe darstellt. Nach dem Beatdown-Part, wie man ihn aus dem Metalcore-Genre kennt, folgt eine weitere Strophe, die mit gewitterartigen Riffs auf die Hörerschaft einprügelt. Diese Reihenfolge wiederholt sich nun noch einmal, mit dem Unterschied, dass in der Bridge ein Gitarrensolo enthalten ist. Hört man in dieser Stilschublade auch nicht allzu häufig. Mit diesem Part endet der Song, der trotz der Länge kurzweilig ist.
Mit "Unspoken Words" folgt der letzte Song, der schon wieder ordentlich aufs Gas drückt. Im Refrain mischt Christoph Kunter tiefe Growls mit Shouting, erinnert an Neaera und hört sich verdammt gut an. Das Tempo bleibt zwischenzeitlich auf dem schnellen Level, der Song ist druckvoll und macht richtig Spaß. Man muss einfach mit dem Kopf mitwippen, Lost Division geben noch einmal alles. Nach dem zweiten Refrain folgt eine interessante Bridge, die mit ordentlich viel Groove daher kommt. Danach gibt es noch einige Vocals auf die Ohren, bevor der Song zu Ende geht. Sehr geiles Ende für KINGS DON'T FALL.
Fazit: Lost Division können in meinen Ohren vollends überzeugen. Klar hat man die ein oder anderen Parts in der Machart schon öfters gehört, wenn man sich mit dem Genre Metalcore auseinandersetzt. Doch KINGS DON'T FALL hat nicht den Anspruch, das Genre neu zu erfinden.
Lost Division legen Wert auf Abwechslung, allein Vocaltechnisch gibt es neben dem hauptsächlichem Shouts noch tiefe Growls und klaren Gesang. Die Songs sind alle vernünftig geschrieben und erzeugen keine Langeweile. Nur die Produktion ist verständlicherweise nicht auf Top-Niveau. Doch auch der teilweise dünne Sound kommt der Atmosphäre auf dem ersten Full Length-Album der Band entgegen.
Lost Division machen definitiv Spaß und sind zwischen den Genregrößen Caliban und Neaera gut aufgehoben. Fans der angesprochenen Bands sollten ein Ohr riskieren. |
Tipp:
| | "Like a Disease", "Everything that counts" sowie das abschließende "Unspoken Words" |
Titel-Liste:
| | - Like a Disease
- Reclusion
- Bear down your Fear
- Answer the Question
- Interlude: Kings don't fall
- Everything that counts
- Enter my World
- On my own
- Unspoken Words
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.lost-division.com  |
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