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Review: Steve Lukather
 
ALL’S WELL THAT ENDS WELL

Album:
 ALL’S WELL THAT ENDS WELL, 2010, Mascot

Stil:
 Hard Rock, Melodic Rock

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 M.A., 13.04.2011

Review:
 Toto sind Geschichte!! So ungefähr lautete die Aussage des Gründungsmitgliedes, Sängers und Gitarristen der legendären AOR-Truppe Ende des letzten Jahres:
"Toto brachten mich am Ende nur noch dazu mich zu betrinken. Klar, waren es tolle Musiker, die auf der 'Between the Walls'-Tour spielten, aber es war keine eingeschworene Truppe mehr. Alle Porcaros waren verschwunden und unser Sänger (Bobby Kimball) war kaum noch in der Lage zu singen. Dreißig Jahre hin oder her, es musste einfach ein Ende haben".
Dennoch waren Toto unlängst noch Live in Deutschland zu sehen. Hintergrund ist die schwere Erkrankung von Toto-Bassist Mike Porcaro. Um für dessen immense Behandlungskosten aufzukommen, raufte man sich noch einmal zusammen, um ein wenig Geld einzuspielen. Toto waren und sind halt eine Art Familie und Blut ist ja bekanntlich dicker als Wasser.
Neben der Trennung von Toto kam auch die Scheidung von seiner Ehefrau (Schauspielerin Shawn Batten) hinzu. Hinter dem Ausnahmemusiker liegen also schwere Zeiten, die einen Neuanfang nötig machten. Und daher war es zwei Jahre nach seinem letzten Soloalbum EVER CHANGING TIMES (2008) auch an der Zeit, musikalisch wieder aktiv zu werden. Und wie so viele Künstler vor ihm (z.B. Bob Dylan mit BLOOD ON THE TRACKS oder Fleetwood Mac mit RUMOURS) hat nun auch Steve Lukather sein persönliches "Trennungs-Album" eingespielt. Erfreulicherweise haben sich die negativen Erlebnisse der jüngeren Vergangenheit lediglich auf die Texte und nicht auf die Musik niedergeschlagen. Wer also Trauermärsche und Rock mit angezogener Handbremse erwartet ist schief gewickelt.

Wenngleich der Opener "Darkness in my World" mit sphärischen Keyboards und der gefühlvollen Stimme von Lukather beginnt ist mit Einsatz des Gitarren-Riffs und der Drums klar, dass es sich hier immer noch um „Solid Rock“ handelt.
Der folgende Song " On my Way home" kommt dann locker-groovig und mit entspannter Percussion daher und nimmt die Härte ein wenig raus.
Mit dem dritten Song "Can’t look away" liefert Lukather dann mal wieder einen erstklassigen Melodic-Rocker in bester Toto-Manier ab, der sofort ins Ohr geht.
Mit "Don’t say it’s over" folgt dann die erste Ballade des Albums, seit jeher eine Spezialität von Lukather, mit tollen und gefühlvollen Gitarrenläufen und einem genialen Solo Lukathers angereichert.
Die gefühlsduselige Stimmung wird daraufhin jedoch durch den superben Uptempo-Knaller "Flash in the Pan" jäh unterbrochen, in dem Steve dann wieder einmal seine Ausnahmestellung als Gitarrist unterstreicht und einige teuflische Licks aus seinen Fingern perlen lässt.
Etwas ruhiger geht Lukather dann wieder bei der zweiten Ballade des Albums, "Watching the World" zu Werke, in der er einmal mehr eindrucksvoll sein Songwriter-Talent unter Beweis stellt. Ein toller Chorus, der sich unverzüglich in den Hirnwindungen festsetzt.
Mit "You’ll remember" wird dann ein jazzig angehauchter Riff-Rocker mit chart-kompatiblem Refrain rausgehauen, der ebenfalls an die seligen Toto erinnert.
Beim vorletzten Song der Platte namens "Brody’s" bekommt man es dann mit einem bluesigen Midtempo-Melodic-Rocker allererster Güte zu tun, der ebenfalls absolut überzeugen kann. Die ausgefeilten Gesangslinien tragen ihr Scherflein dazu bei.
Das Album endet mit dem Instrumental-Song "Tumescent", in dem der Protagonist wie auch seine handverlesenen Mitstreiter - scheinbar ganz locker - zahlreiche Kabinettstückchen auf ihren Instrumenten zum besten geben. Mächtig viele Breaks, Rhythmus- und Tempiwechsel, also ganz in der Tradition von Toto-Instrumental-Songs wie z.B. "Dave’s gone Skiing" (von TAMBU) oder "Jake to the Bone " (von KINGDOM OF DESIRE). Dann ist ALL’S WELL THAT ENDS WELL auch schon vorbei und man drückt ungeduldig noch einmal die Play-Taste.

Fazit: Dem Ausnahmemusiker und Toto-Urgestein ist wieder einmal ein ganz starkes Soloalbum gelungen. Harte Rockstücke, einfühlsame Balladen und ein Killer-Instumental-Song sorgen für reichlich Abwechslung und unterhalten den Hörer aufs angenehmste. Die Produktion ist edel wie eh und je - wenngleich nicht ganz so bombastisch wie auf den Toto-Alben - ausgefallen. Die musikalischen Mitstreiter stehen der Klasse Lukathers in nichts nach. Einfach erstklassige und anspruchsvolle Rockmusik von Könnern. Etwas anderes als eine ganz dicke 6 kommt daher nicht in Betracht!

Anspieltipps:
 "Darkness on my World", "Can’t look back", "Flash in the Pan" und "Brody’s"-

Titel-Liste:
 
  1. Darkness in my World
  2. On my Way home
  3. Can’t look away
  4. Don’t say it’s over
  5. Flash in the Pan
  6. Watching the World
  7. You’ll remember
  8. Brody’s
  9. Tumescent

Laufzeit:
 47:23 Min.

Band-Infos:
 
  • www.stevelukather.net 

  • Probehören und Kaufen:
    Steve Lukather: ALL’S WELL THAT ENDS WELL

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