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Review: George Lynch
 
KILL ALL CONTROL

Album:
 KILL ALL CONTROL, 2011, Ear

Stil:
 Hard Rock

Wertung:
 4,5 von 7
4,5 von 7 Punkten
 S.M., 14.09.2011

Review:
 George Lynch ist schon seit den frühen 80ern in Hard&Heavy-Kreisen unterwegs. Er war Leadgitarrist von Dokken, gründete später Lynch Mob und agiert auch Solo. Letzteres tut er bei dem neuen Album KILL ALL CONTROL wieder. Es scheint, als hätte er sich dabei außerdem ein wenig von Slash inspirieren lassen, der bei seinem letzten Solo-Werk mit vielen unterschiedlichen Sängern arbeitete. Bei KILL ALL CONTROL sind immerhin vier Vokalisten im Einsatz: Marq Torien (Bullet Boys), Keith St. John (Montrose), Will Marten (Earshot) und London LeGrand (Brides Of Destruction). Die bekanntesten Sänger sind dies hierzulande freilich nicht, aber zumindest Keith St. John habe ich schon singen hören. Ich lasse mich überraschen, wie sich die anderen Shouter schlagen und was uns Lynch kompositorisch so vorsetzt.

Wenn man KILL ALL CONTROL stilistisch kurz zusammenfasst, trifft es Hard Rock sicherlich am Besten. Ein paar Mal gibt es auch Metal-Anleihen, der AOR zwinkert auch hin und wieder durch und einige moderne Anwandlungen integriert Lynch in das Songwriting ebenfalls. Aber insgesamt entfernt sich der Maestro nicht allzu weit von Hard-Rock-Pfaden.
Der Opener und Titeltrack "Kill All Control" ist beispielsweise ein recht energischer Hardrocker, der lediglich durch Keith St. Johns warmes Timbre einen melodischen Touch erhält. Will Marten hat eine klare Stimme aber gleichzeitig einen härteren Stimmklang. Dadurch wird der modern angehauchte Rocker "Done" noch etwas kantiger. Bei "Fly on the Wall" dürfen Keith St. John und Marq Torien gemeinsam ran, was einen herrlich melodisch-hymnischen Höhepunkt mit sich bringt, der an beste Dokken-Zeiten erinnert.
"Brand New Day" ist eines der Stücke mit leichtem AOR-Feeling, dass durch die melodische Hookline und den catchy Höhepunkt erzeugt wird. Richtig gefühlvoll wird es bei der Halbballade "Wicked Witch", bei der man (leider zum einzigen Mal auf diesem Album) London LeGrands charismatischer, rauer Stimme lauschen darf, die diese emotionale Nummer bestens ausreizt.
Entsprechend seinem Titel wirkt "Voices In My Head" tatsächlich etwas konfus und zerstreut. Hier wird die textliche Seite durch die Musik hervorragend ausgedrückt. Man kann die Verwirrung des Protagonisten sozusagen musikalisch miterleben.
Ganz leichte Kost ist das kompositorisch hier manchmal nicht. Auch "Resurrect your Soul" erscheint mir eher so, als würden dadurch bestimmte Emotionen ausgedrückt werden, die nicht einfach zu handlen sind. KILL ALL CONTROL ist nicht nur Easy-Listening. Manche der Songs fordern den Hörer. Das Songwriting ist also eher vielschichtig. Es gibt eingängige Songs, aber auch ziemlich anspruchsvolle Kompositionen, deren Feinheiten man erst beim x-ten Durchgang erkennt.
Richtig tough und geradlinig geht es aber bei "Rattlesnake" zu. Das erfreut die Freunde kraftvoller Hardrocker – und auch der Rezensent findet hier seine Lieblingsnummer. Auch das recht energetische "Here Comes the Sun" und das am Blues Rock orientierte "Got it alone" gehören bei den insgesamt 13 Tracks zu meinen persönlichen Highlights.

Fazit: Obwohl das Songwriting-Niveau auf KILL ALL CONTROL ziemlich gleichbleibend solide ist, fehlt dem Album das gewisse Etwas. Es bräuchte ein paar Tracks, die einfach prägnanter sind und an die man sich nach Albumende noch erinnert. George Lynch gibt sich Mühe, recht abwechslungsreich zu komponieren, doch vielleicht ist gerade das der Knackpunkt. Viele richtige Highlights hat das Werk nicht zu bieten.
Die vier unterschiedlichen Sänger machen aber alle einen guten Job und haben sehr angenehme und markante Stimmen. Schade finde ich dabei nur, dass London LeGrand mit seinem tollen Organ lediglich nur einmal sein Können zeigen darf.
Unterm Strich ist KILL ALL CONTROL ein solides Hardrock-Werk, aber auch nicht mehr.

Anspieltipps:
 "Fly on the Wall", "Wicked Witch", "Rattlesnake" und "Here comes the Sun".

Titel-Liste:
 
  1. Kill all Control
  2. Done
  3. Fly on the Wall
  4. Brand new Day
  5. Wicked Witch
  6. Voices in my Head
  7. Resurrect your Soul
  8. Rattlesnake
  9. Here comes the Sun
  10. Man on Fire
  11. My own Enemy
  12. Son of Scary
  13. Go it alone

Laufzeit:
 56:50 Min.

Band-Infos:
 
  • georgelynch.com/wordpress 

  • Probehören und Kaufen:
    George Lynch: KILL ALL CONTROL

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