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Review: Mabon |
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Album:
| | STAMPEDE OF THE DAMNED, 2010, Eigenvertrieb |
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | J.G., 02.06.2010 |
Review:
| | Vorbei sind die Zeiten, wo sich Schweizer Bands ausschließlich in traditionellen Gefilden von Hard Rock und Heavy Metal so richtig ausgetobt haben und sich mit diesem "Auf Nummer sicher gehen"-Denken so manche Schelte eingehandelt hatten, nach dem Motto, schon wieder ein Krokus-Klon.
Unsere fünf Jungs aus Matzingen haben sich seit 2003 voll und ganz dem Thrash Metal gewidmet und ihre Klasse bereits mit mehreren Supports für die Großen und Bekannten in der Szene unter Beweis stellen dürfen. Stolz darauf, keine Covers zu spielen, haben sie dabei einen durchaus eigenen Stil entwickelt, der eine interessante Symbiose von hartem Thrash mit melodischem Fundament zu bieten hat. Trotz überzeugender Performance ist es Mabon leider noch nicht gelungen, einen vernünftigen Plattenvertrag an Land zu ziehen. Die Chancen stehen jedoch günstig mit dem Neuling STAMPEDE OF THE DAMNED, der im New Sound Studio von Tommy Vetterli produziert wurde, endlich Nägel mit Köpfen zu machen.
Keine Geräuscheffekte, kein Intro-Geklimper, einfach sofort in die Vollen bricht "Stampede" brachial aus den Boxen hervor und macht dabei Kreator, Sodom und Co. schon mächtig Konkurrenz. Neben gesundem rollenden Groove werden immer wieder verschärfte Temporitte unternommen und den straffen Gitarrenriffs mit hartem Gesang Paroli geboten. Ein Opener nach Maß, der meine Lust auf mehr geweckt hat.
Nachschlag mit genretypischem Riffing gibt es mit "Revolution" gleich im Anschluss, wobei die Riffs stellenweise gleich mit doppelstimmigem "Gesang" tief in die Gehörgänge zementiert werden. Up-Tempo-Intermezzos sorgen dabei für gehörig Abwechslung.
'Harter Thrash gepaart mit melodischem Fundament', damit kann "Blood Domnation" glänzen. Trotz hohem Tempo und aggressivem Gesang schafft es die Gitarrenfront mühelos mit gefälligen melodischen Hooklines immer wieder Akzente zu setzen, was besonders beim Gitarrensolo zu Tage tritt.
Nach drei recht ordentlichen traditionellen Thrashern, wird mit "Enemy" das erste Mal so richtig aufs Gaspedal getreten. Lediglich für die Gesangspassagen hat man sich auf einen gemäßigteren tierisch walzenden Takt verständigt. Der modern gestaltete Song lebt von seinem Kontrast zwischen schnellen und langsamen Passagen und hat sich damit auch gleich einen Platz in meiner persönlichen Favoritenliste erkämpft.
Und wenn's dann doch einen ganzen Track lang recht beinharte Kost mit Melodic-Defiziten gegeben hat, dann muss es eben ein kurzes melodisches Instrumental, wie "Phoenix" wieder richten.
Genug gekuschelt, "War Child" sorgt für Klarheit. Stampfend, groovend und gnadenlos hart wir hier die Thrash-Keule geschwungen. Überwiegend in gebremsten Gefilden, gibt sich die Truppe natürlich nicht damit zufrieden und legt so manchen Zwischenspurt auf's Parkett, dass so manches Thrasherherz Freudensprünge hinlegen wird.
Gesundes treibendes Tempo legt "Born to die" vor und prügelt so manches Gitarrenriff durch die Boxen. Deutlich melodischer als beim Vorgänger fallen hier wieder einige Riffs aus, ändern jedoch kaum etwas an der gesunden, an Legion of the Damned erinnernde Grundhärte. Von der Melodic könnte es jedoch genauso gut ein Kreator-Song sein.
Dies zeigt einmal mehr, in welcher Liga Mabon spielen könnten, würde man sie denn lassen und man ihnen mit einem Top-Knöpfchendreher an manchen Stellen noch etwas hilfreich zur Seite stehen.
"Killers" wird seinem Namen alle Ehre und schwingt gnadenlos den XXL-Dreschflegel, ein cooles Break mit Bassbetontem-Intermezzo sorgt für Auflockerung, bevor die Rhythmusfraktion die Schlagzahl nach oben schraubt.
"Desert War" lässt sich mit fast sechs Minuten wieder jede Menge Zeit und glänzt natürlich nicht nur mit gewohnt treibendem Thrash. Hier lauert kurz nach der Halbzeit wieder ein interessantes Break, dass besonders Gitarrenliebhaber voll auf ihre Kosten kommen lässt. Man gönnt lich eine melodische Verschnaufpause, verliert jedoch nicht die Hauptrichtung aus den Augen und kann mühelos mit einer gelungenen Bridge wieder an das vorherige Thrash-Thema anknüpfen.
Für den Ausstieg beweisen die Schweizer mit "Fields of Blood", dass sie auch mit etwas düster angehauchten Hooklines einen ordentlichen Keulenschwinger hinbekommen und beschließen ein überzeugendes Thrash-Album mit einem Hauch von Kreator-Attitüde.
Fazit: Angesichts der blitzsauberen Leistung der fünf Schweitzer ist es wirklich schade, dass hier noch kein Label gefunden werden konnte. Da habe ich in den letzten Jahren schon vieles von anderen Bands ertragen müssen, die offensichtlich sattelfest an Labels zu kleben schienen, egal was für Mist produziert wurde.
Eigentlich wird die Sache noch unverständlicher, wenn ich mir die Support-Arbeit der letzten Jahre so ansehe. Da unterstützt Mabon Bands wie Tankard, Sodom, Ekromorf, Trivium und Slayer und kann trotzdem keine vernünftigen Kontakte zu Labels knüpfen???
Beim vorliegenden Mabon-Album STAMPEDE OF THE DAMNED hat mir besonders der interessante Kontrast zwischen beinhartem und kompromisslosen Thrash einerseits und den oftmals zuckersüß melodischen Hooklines andererseits gefallen. Hier wurde nicht nur gnadenlos geknüppelt, sondern auch viel Wert auf Melodien gelegt. Ein bisschen mehr Abwechslung beim Gesang hätte ich mir gewünscht, was jedoch bei diesem Genre zugegebenermaßen nicht ganz leicht sein dürfte.
Da bleibt mir nur Daumendrücken übrig, auf dass es nach sieben Jahren endlich mit einem längst überfälligen Plattenvertrag klappen wird. |
Tipp:
| | Thrash-Fans, die neben richtigen Knüppelorgien auch Wert auf Melodien legen, bekommen hier das volle Brett. |
Titel-Liste:
| | - Stampede
- Revolution
- Blood Domnation
- Enemy
- Phoenix
- War Child
- Born to die
- Killers
- Desert War
- Fields of Blood
|
Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.mabon.ch  |
Probehören und Kaufen:
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